Wolfgang Murnberger dreht Nazi-Komödie

27. Oktober 2009, 18:27
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"Mein Freund, der Feind!" unter anderem mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich - Daniel Brühl übernimmt Rolle in Science Fiction-Film "Die kommenden Tage"

Wien - Der österreichische Regisseur Wolfgang Murnberger ("Der Knochenmann") hat die Dreharbeiten für eine turbulente Komödie vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus aufgenommen. Das teilte der Filmladen Verleih in einer Aussendung mit. Mit an Bord der österreichisch-luxemburgischen Koproduktion "Mein Freund, der Feind!" sind der deutsche Filmstar Moritz Bleibtreu sowie die österreichischen Darsteller Georg Friedrich, Udo Samel und Ursula Strauss. Die Dreharbeiten in Wien und Niederösterreich dauern bis Mitte Dezember.

Der Film handelt vom KZ-Häftling Victor (Bleibtreu) und dem SS-Offizier Rudi (Friedrich), die als Kinder zusammen aufgewachsen sind und um die Liebe der schönen Lena (Strauss) gebuhlt haben, später jedoch durch Rudis Engagement für die Nazis getrennt werden. Als Rudi Victor einige Jahre darauf in besonderer Mission aus dem KZ holt und ihr Flugzeug abstürzt, rettet Victor Rudi das Leben - und die Machtverhältnisse zwischen den beiden kehren sich um. Federführend von österreichischer Seite ist die Aichholzer Filmproduktion. 

Science Fiction in den Bergen

Für eine im Jahr 2023 spielende utopische Geschichte dient indessen die Tiroler Bergwelt zur Zeit als Filmkulisse. Dabei wird diese Woche die Schlusssequenz mit den Darstellern Daniel Brühl und Bernadette Heerwagen als Liebespaar in einer Hütte abgedreht. Die deutsche Produktion "Die kommenden Tage" soll 2010 in die Kinos kommen. Noch bis Ende der Woche stehen die Protagonisten in Tirol vor der Kamera.

Zur Handlung: Vor dem Hintergrund der instabilen Weltlage am Anfang des 21. Jahrhunderts werden die Lebenswege einer Berliner Mittelstandsfamilie aus der Gegenwart in eine durchaus realistische, nahe Zukunft mit Unsicherheit und großen Veränderungen erzählt. Laura Kuper (Bernadette Heerwagen) muss sich am Ende ihres Studiums zwischen ihrem Wunsch nach Kindern und Hans (Daniel Brühl), der großen Liebe ihres Lebens, entscheiden.

"Aufgrund einer genetischen Krankheit können Laura und Hans keine Kinder bekommen, weshalb sie sich trennen", gab Heerwagen bei einer Pressekonferenz am Dienstag einen näheren Einblick. Sie entscheide sich vorerst gegen die Liebe und für das Kind. In der Schlusssequenz ziehe sich Hans in eine Hütte mit einem afrikanischen Flüchtlingsjungen zurück. "Laura sucht ihn dort auf", erzählte Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume am Drehort auf der Walderalm im Gnadenwald bei Hall in Tirol.

Große Probleme und kleines Familienglück

Der große Ressourcenkrieg, der Krieg ums Öl in Saudi-Arabien, die Flüchtlingsbewegungen, die neuen Formen des Terrorismus sowie der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung seien Hauptthematiken in dem Near-Future-Drama. "Der Film hat aber auch realistischen Anspruch und eine klare Haltung: Je größer die äußeren Probleme sind, desto größer ist der familiäre Zusammenhalt", meinte Kraume. Die Geschichte der Familie werde den Zuschauer über die nahe Zukunft des nächsten Jahrzehnts in eine Utopie unserer Welt in zwanzig Jahren führen.

Die Idee zum Film "Die kommenden Tage" habe er durch seine eigene Vaterschaft gehabt, als er sich Gedanken über die Zukunft der Kinder machte, erzählte der Regisseur. Mit den medizinischen, technologischen und emotionalen Fortschritten als positive Aspekte solle der Film auch einen hoffnungsvollen Blick aufwerfen.

Auch Johanna Wokalek, die derzeit im Film "Die Päpstin" zu sehen ist, wird mitspielen und die Rolle von Lauras Schwester Cecilia übernehmen. Für Daniel Brühl dient die Tiroler Bergwelt nach den Dreharbeiten zu "Die fetten Jahre sind vorbei" erneut als Filmset. Für die Badlands Film Produktion wurde weiters in Berlin, Frankfurt, Köln und Wuppertal gedreht.(APA)

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