Ringen um Sanierungsbeitrag bei Karstadt

27. Oktober 2009, 12:57
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Bei der insolventen Warenhauskette Karstadt geht das Ringen um einen Sanierungsbeitrag der rund 30.000 Beschäftigten in die heiße Phase

Essen - An einem geheim gehaltenen Ort in Essen wollte sich die Verhandlungskommission der Gewerkschaft ver.di am Mittag zu ersten Beratungen zusammensetzen, wie eine ver.di-Sprecherin am Dienstag auf AP-Nachfrage erklärte. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg verlangt von den Angestellten einen Beitrag von insgesamt 150 Mio. Euro über drei Jahre verteilt.

In welcher Form dieser Beitrag erbracht werde, sei nun Gegenstand der Verhandlungen, sagte die Sprecherin. Auf keinen Fall werde man aber einem Eingriff in die monatlichen Löhne und Gehälter zustimmen. Denkbar seien vielmehr Kürzungen beim Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Mehrarbeit oder Einschnitte bei übertariflichen Bestandteilen. Erste Ergebnisse zum Sanierungsbeitrag der Karstadt-Mitarbeiter könnte es noch in dieser Woche geben. Die Gespräche seien bis Donnerstag geplant - "wir haben uns aber kein exaktes Zeitlimit gesetzt", betonte die Gewerkschaftssprecherin.

Eckpunkte im November

Insolvenzverwalter Görg sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), er wolle die Eckpunkte für das Sanierungskonzept der Arcandor-Tochter Karstadt auf der Gläubigerversammlung am 9. und 10. November vorstellen. Vor Weihnachten erhoffe er sich dann Klarheit über das Insolvenzplanverfahren. "Dann kann auch der förmliche Verkaufsprozess beginnen", sagte er der "FAZ". Görg zufolge hat es für Karstadt, das in den Geschäften über Plan liege, Interessensbekundungen aus dem In- und Ausland gegeben. Es sei aber noch zu früh, um konkret zu werden.

Seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den Pleitekonzern Arcandor stehen 19 der 126 Karstadt-Waren- und Sporthäuser zur Disposition - pro Filiale sind durchschnittlich zwischen 120 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten rund 30.000 Beschäftigte bei der Warenhauskette, die im letzten ordentlichen Geschäftsjahr 2007/08 über 270 Mio. Euro Verlust machte. Interesse an einer Übernahme von Karstadt-Filialen hatte in den vergangenen Monaten immer wieder der Handelskonzern Metro bekundet. (APA)

 

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