Platz bei Wiener Albertina wird Helmut-Zilk-Platz

27. Oktober 2009, 12:51
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Hrdlicka-Mahnmal wurde vom einstigen Wiener Bürgermeister initiiert - Stenzel: Benennung richtige Entscheidung

Wien  - Der Platz bei der Wiener Albertina wird nach dem im Vorjahr verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk benannt. Das gaben Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz bekannt. Auf dem Areal befindet sich das von Zilk initiierte "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" von Alfred Hrdlicka.

Bevor das Areal den Namen von Helmut Zilk tragen wird, werden noch die offiziellen Beschlüsse im Rathaus gefasst. So muss etwa der Gemeinderat die Benennung absegnen. Der künftige Zilk-Platz wird von der Augustinerstraße, dem Albertinaplatz, der Tegetthoffstraße und der Führichgasse begrenzt. Kulturstadtrat Mailath-Pokorny betonte, dass Witwe Dagmar Koller in die Gesprächen im Vorfeld der Entscheidung eingebunden war.

Zeitpunkt ist noch offen

Wann die offizielle Platzbenennung über die Bühne gehen wird, ist noch offen. Eine Tafel wird dort dann jedenfalls auf Leben und Wirken des einstigen Wiener Stadtoberhaupts hinweisen. Attraktiviert wird auch die kleine Grünfläche hinter dem Mahnmal.

"Ich bin überzeugt, das ist ein würdiger Platz", betonte der Ressortchef. Der Ort zeige, wie Helmut Zilk die Stadt geprägt habe. Die Entstehung für das dortige Hrdlicka-Mahnmal, sei maßgeblich Zilk zu verdanken. Denn der Errichtung der Gedenkstätte war eine heftige öffentliche Diskussion vorausgegangen. Vor allem der Standort war umstritten. So galt etwa der Morzinplatz ebenfalls als möglicher Kandidat.

Es war letztendlich der damalige Bürgermeister Zilk, der die Diskussion beendete und eine Entscheidung für den Platz vor der Albertina fällte. Das "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" wurde am 21. Juni 1991 der Öffentlichkeit übergeben. Es besteht aus mehreren Teilen - und in einigen Bereichen aus empfindlichem Marmor, der heuer aufwendig saniert wurde. Künftig, so betonte Mailath-Pokorny, könnten auch Abgüsse angebracht und die Originalteile ins Museum gebracht werden. Das sei mit dem Künstler abgesprochen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich auf dem Platz der Philipphof, ein großes Gründerzeithaus, das 1883/84 errichtet wurde. Es wurde im März 1945 zerstört. Hunderte Menschen wurden in den Luftschutzkellern begraben, wobei nie alle Toten geborgen werden konnten.

Auch Stenzel dafür

Zustimmung zu der Entscheidung kam am Dienstag auch aus dem Büro von City-Bezirksvorsteher Ursula Stenzel. Die ÖVP-Politiker hatte bereits kurz nach Zilks Tod einen Helmut-Zilk-Platz für die Bundeshauptstadt gefordert und dabei unter anderem den Rathausplatz ins Spiel gebracht. "Das ist eine richtige Entscheidung", hieß es heute. Dem Altbürgermeister gebühre ein angemessener Platz, weshalb der Bezirk die nun getroffene Entscheidung selbstverständlich respektiere, den Platz vor der Albertina umzubenennen.

Zilk war zehn Jahre lang, von 1984 bis 1994, Stadtoberhaupt. Der prominente SPÖ-Politiker starb am 24. Oktober 2008. (APA)

 

 

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