Präsidentschaftswahl friedlich abgelaufen

28. Oktober 2009, 13:19
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Populärer Frelimo-Präsident gilt als Favorit - Auch Parlament und Provinzvertretungen werden neu gewählt

Maputo - Im ostafrikanischen Mosambik haben die Bürger am Mittwoch einen neuen Präsidenten gewählt und über die Zusammensetzung ihres Parlaments und ihrer Provinzvertretungen entschieden. Als einer der ersten gab in der Früh Präsident Armando Guebuza seine Stimme ab. "Ich bin zuversichtlich, dass meine Partei und mein Kandidat gewinnen", witzelte er unter Anspielung auf das Wahlgeheimnis. Die Regierungspartei Frelimo hat seit den ersten freien Wahlen 1994 jedes Mal gewonnen, und Guebuza galt als klarer Favorit.

Zu den Wahlen traten 19 Parteien an. Hauptrivale des populären Präsidenten Guebuza war der Chef des Nationalen Widerstand Mosambiks (Renamo), Afonso Dhlakama, der bisher nie über 48 Prozent der Stimmen hinaus kam. Bei der vorigen Wahl im Dezember 2004 hatte er mit 32 Prozent gerade halb so viel gewonnen wie Guebuza mit 64 Prozent.

"Das Volk von Mosambik braucht eine totale Revolution", sagte Dhlakama. Er sei glücklich, dass die Wahl und auch der Wahlkampf friedlich verliefen. Der Renamo-Chef sich aber über die Macht der Regierungspartei, die genug Geld hatte, ihre Kandidaten im Wahlkampf auch mit dem Hubschrauber durchs Land zu schicken.

Neue Bewegung: MDM

Ein weiterer Bewerber um das Präsidentenamt war Daviz Simango, dessen vor neun Monaten gegründete Demokratische Partei Mosambiks (MDM) bei Bezirkswahlen Anfang des Jahres einen überraschenden Erfolg feierte. Die MDM durfte allerdings diesmal in neun der 13 Wahlbezirke nicht mehr antreten. Die Wahlkommission begründete dies mit fehlerhaften Unterlagen; Simango vermutet dagegen einen Versuch der Regierungspartei, mit Hilfe der Wahlkommission unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Er scheiterte mit seinem Protest beim Verfassungsrat.

Unter der ehemals marxistischen, inzwischen marktwirtschaftlich-reformorientierten Mosambikanischen Befreiungsfront (Frelimo) hat das Land zu Beginn eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte zustandegebracht. Nach der Unabhängigkeit von Portugal 1975 tobte 17 Jahre lang ein verheerender Bürgerkrieg zwischen der Frelimo-Guerilla und dem vom damaligen Apartheidsregime in Südafrika gestützten Renamo. Bei Kriegsende 1992 war von der Infrastruktur nicht mehr viel übrig. Heute ist Mosambik zwar immer noch eines der ärmsten Länder der Welt und auf ausländische Hilfe angewiesen, wird aber zugleich für den Wiederaufbau gelobt, für seinen wirtschaftlichen Aufschwung und seine politische Stabilität. Allerdings mehren sich die Gerüchte über eine mittlerweile korrupte und veraltete Frelimo.

Mit dem Wahlergebnis wird für den 1. November gerechnet. (APA/AP/red)

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