Alle lieben Android - Windows Mobile als großer Verlierer

27. Oktober 2009, 10:35
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Große Mobilfunkhersteller schwenken reihenweise auf das mobile Betriebssystem von Google um

Oft - aber eben nicht immer - gilt in der IT-Branche die Weisheit, dass diejenigen, die früh in einen Markt investieren, auch später eine dominante Rolle einnehmen werden. Zu einer dieser Ausnahmen scheint sich nun ausgerechnet Microsoft zu entwickeln, der Softwarekonzern muss derzeit mit ansehen wie sich jahrelange Partner im Mobilfunk-Business immer stärker von Windows Mobile entfernen, wie die New York Times attestiert.

Android

Viele jener Unternehmen, die traditionell ganz auf das mobile Betriebssystem aus Redmond gesetzt haben, haben sich in den letzten Monaten mit einem neuen Konkurrenten angefreundet: Von HTC über Samsung bis Kyocera und LG - alle haben sie Geräte mit Googles Android angekündigt oder bereits auf den Markt gebracht.

Motorola

Während manche - zumindest vorerst - weiterhin zweigleisig in Betriebssystemfragen fahren wollen, neigen andere Hersteller zu einem vollständigen Umstieg: So hat etwa Motorola angekündigt, künftig ausschließlich auf Android setzen zu wollen, Geräte mit Windows Mobile soll es keine mehr geben. Bei HTC heißt es, dass im kommenden Jahr zumindest die Hälfte aller Devices mit Android ausgeliefert werden soll, Dell will das Google-System gar für den eigenen Einstieg in den Mobilfunkmarkt nutzen.

Neuzugang

All dies, obwohl es sich bei Android noch um ein vergleichsweise junges System handelt, das erste Gerät mit dem Linux-basierten Betriebssystem ist gerade einmal vor einem Jahr veröffentlicht worden, die zweite Welle von Devices rollt erst seit wenigen Monaten richtig an.  Unterdessen arbeitet man bei Google fieberhaft an weiteren Softwareverbesserungen, aktuell ist die Version 1.6 der Firmware, Android 2.0 soll noch vor Ende des Jahres erscheinen und wichtige Business-Features wie Exchange-Support integrieren.

Konkurrenz

Faktoren für das Interesse an Android gibt es viele, ein nicht zu unterschätzender dürfte wohl sein, dass die Mobiltelefonhersteller im Google-System einen potentiell ernsthaften Herausforderer für das iPhone sehen. Etwas das man Windows Mobile nicht zuletzt wegen der schlechten Touchscreen-Steuerung per Finger kaum zutraut.

Zufriedenheit

Dazu passt auch eine aktuelle Studie von J. D. Power & Associates, die schlechte Werte für Windows Mobile liefert: Von allen Smartphone-Systemen sind die NutzerInnen mit Windows Mobile am wenigsten zufrieden, das iPhone rangiert hier klar an der Spitze gefolgt von Android und Blackberry.

Kostenfrage

Nicht zu unterschätzen ist außerdem ein weiterer Faktor, und zwar jener der Kosten: Während für eine Windows-Mobile-Lizenz zwischen 15 und 25 US-Dollar pro Endgerät anfallen, gibt es Android kostenlos. Außerdem ist der Kern von Android Open-Source - die Hersteller haben also unbegrenzten Zugriff auf den Code, etwas wovon man bei anderen Plattformen nur träumen könne, wie man bei Motorola herausstreicht.

Abwarten

Bei all dem darf natürlich nicht vergessen werden, dass es sich hier noch um einen recht frischen Trend handelt, und man diesen bei Microsoft natürlich nicht so ohne weiteres hinnehmen will. So soll Windows Mobile 7 erhebliche Fortschritte für die eigene Software bringen, wann dieses verfügbar sein wird, steht derzeit aber noch nicht fest. (apo, derStandard.at, 27.10.09)

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