Neunmonats-Ergebnis leicht unter Vorjahr

27. Oktober 2009, 08:49
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Österreichs größter Stromerzeuger hat in den ersten neun Monaten 2009 wie erwartet weniger verdient

Wien - Der Verbund, Österreichs führender Stromerzeuger, hat in den ersten neun Monaten 2009 wie erwartet weniger verdient. Der Nettogewinn des Konzerns verringerte sich um 8,4 Prozent auf 551,8 Mio. Euro, das operative Ergebnis sank um 9,3 Prozent auf 802,9 Mio. Euro. Diese Zahlen lagen etwa im Rahmen der Analysten-Prognosen.

Wegen der weiterhin sehr schwachen Spotmarktpreise und des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds geht der Verbund auch für das Gesamtjahr von einem Ergebnis-Rückgang aus, will aber an der Dividendenpolitik festhalten - mit zumindest 45 Prozent Ausschüttungsquote.

Für 2008 hatte der Verbund die Ausschüttung um 16,7 Prozent auf 1,05 (0,90) Euro je Aktie erhöht, nachdem sich das Nettoergebnis um 18,6 Prozent auf 686,6 Mio. Euro verbessert hatte. Der Umsatz ging heuer von Jänner bis September um 7,2 Prozent auf 2,447 Mrd. Euro zurück, teilte der Verbund am Dienstag weiter mit.

Finanzergebnis verbessert

Das Finanzergebnis des Verbund lag nach neun Monaten heuer deutlich besser. In den ersten drei Quartalen zusammen erhöhte es sich auf 19,6 (2,6) Mio. Euro, im 3. Quartal allein drehte es von -49,1 Mio. Euro ins Plus auf 38,8 Mio. Euro.

Der Zinsertrag verringerte sich in den neun Monaten aufgrund reduzierter Zwischenveranlagungen um 44,2 Prozent auf 39,2 Mio. Euro. Der Zinsaufwand blieb trotz gestiegener Fremdmittelaufnahmen auf weitgehend gleichem Niveau, wie aus dem Quartalsbericht des Unternehmens von Dienstag hervorgeht.

Das übrige Finanzergebnis war durch Einmaleffekte geprägt: Einer ergebniswirksamen Wertberichtigung von Wertpapieren und Investmentfonds von 27,2 Mio. Euro infolge der Finanzmarktkrise stand ein Gewinn von 20,2 Mio. Euro gegenüber aus einem Kurssicherungsgeschäft im Zusammenhang mit dem Baskent-Elektrik-Erwerb. Weitere positive Ergebniseffekte seien aus der vorzeitigen Beendigung von Cross-Border-Transaktionen (zu sieben Kraftwerken) sowie der Bewertung einer Yen-Anleihe entstanden. Die vorzeitige Beendigung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen führte samt Nebenkosten zu Zahlungsmittelabflüssen von 145,3 Mio. Euro.

Erwerb bayerischer Innkraftwerke

Der Ertragsteueraufwand lag bei effektiv 22,3 Prozent (bei einem KöSt-Satz von 25 Prozent); Hauptgrund waren nicht steuerwirksame Beteiligungsergebnisse aus den at equity bilanzierten Beteiligungen.

Allein durch den Erwerb von 13 bayerischen Innkraftwerken erhöhte sich das langfristige Vermögen des Verbund um 1,431 Mrd. Euro, in Summe zwischen 31.12. und 30.9. um 25,4 Prozent von 7,326 auf 9,188 Mrd. Euro. Das Kurzfrist-Vermögen verringerte sich um 6,3 Prozent auf 906,9 Mio. Euro, die liquiden Mittel sanken um 90,0 Prozent auf 10,8 Mio. Euro.

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen gegenüber Ende 2008 um 44,4 Prozent auf 4,221 Mrd. Euro - vor allem wegen Anleihen-Begebung und Bankkrediten. Kompensierend wirkten u.a. Tilgungen durch vorzeitige Cross-Border-Transaktionen. Die Langfrist-Schulden legten seit Ultimo von 3,816 Mrd. auf 5,673 Mrd. Euro zu, die kurzfristigen sanken dagegen von 1,350 Mrd. auf 1,082 Mrd. Euro.

Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) erhöhte sich seit Ende 2008 von 80,1 auf 127,3 Prozent; dieser Anstieg sei auf die aus der höheren Investitionstätigkeit bedingten Anleihenbegebungen und den Anstieg der Langfrist-Schulden gegenüber Banken zurückzuführen.

Die Finanzverbindlichkeiten aus "Cross Border Leasing" konnten seit Ende 2008 von 728,6 auf 400,1 Mio. Euro zurückgeführt werden. Zugleich reduzierte sich auch das Finanzanlagevermögen aus diesem Titel von 590,4 auf 301,7 Mio. Euro. Für den nicht getilgten Teil aus den Cross-Border-Leasingverbindlichkeiten besteht laut Quartalsbericht per 30.9. eine subsidiäre Haftung des Verbund in Höhe von 834,9 Mio. Euro ((31.12.: 3,976 Mrd. Euro).  (APA)

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    Wolfgang Anzengruber

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