ING startet Umbau und zahlt Hilfen zurück

26. Oktober 2009, 20:00
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Aufspaltung in Bank und Versicherung - Kapital um 7,5 Mrd. Euro aufstocken

Amsterdam - Als Reaktion auf Auflagen der EU-Kommission im Zusammenhang mit dem Rückgriff auf Staatshilfen spaltet sich der niederländische Finanzkonzern ING auf. ING werde in eine Bank- und eine Versicherungssparte aufgeteilt, erklärte das Institut am Montag. Bis 2013 will sich das Geldhaus damit in einem tiefgreifenden Umbau in eine kleinere Bank mit europäischem Fokus wandeln und das Versicherungsgeschäft abstoßen.

Gemessen an der Bilanzsumme wird ING nach dem Umbau rund ein Drittel kleiner sein als vor seiner Rettung durch die Regierung im Oktober 2008. Die Hälfte der 10 Mrd. Euro Staatshilfen will ING zudem vorzeitig zurückzahlen und dafür sein Kapital um 7,5 Mrd. Euro aufstocken. ING-Aktien reagierten mit Abschlägen von mehr als acht Prozent.

Die Ausgliederung der Versicherungsgeschäfte soll nun mittels Börsengängen oder Verkäufen geschehen und bis in vier Jahren abgeschlossen sein. ING-Chef Jan Hommen sagte, es wäre "ziemlich interessant", das internationale Versicherungsgeschäft als Ganzes in einem Börsengang zu verkaufen. In jedem Fall hoffe er auf den Beginn des Verkaufsprozesses im nächsten Jahr. Einige Hypothekengeschäfte in den Niederlanden sollen zudem in eine neue Firma mit rund sechs Prozent Marktanteil eingebracht werden.

EU-Vorgaben umgesetzt

Der Konzern, der in Österreich mit seiner Direktbank-Tochter Diba vertreten ist, setzt damit für viele Experten überraschend schnell die EU-Vorgaben um. Analysten hatten im Prinzip mit einer Aufspaltung von ING gerechnet, allerdings erst in mehreren Jahren. Der Konzern hat bereits das Management für das Banken- und Versicherungsgeschäft voneinander getrennt. Experten begrüßten den Schritt. "Ich denke, die Aufteilung der Vermögenswerte ist ein guter Schritt, um mehr Klarheit bei ING als Finanzinstitut zu schaffen", sagte Paul Beijsens, Analyst bei Theodoor Gilissen.

Die Neuordnung bei ING ist damit das bisher gravierendste Beispiel einer neuen Kontrolle der Banken durch die EU-Kommission nach den Versäumnissen der Branche in der Wirtschafts- und Finanzkrise. Ein Rettungsplan für die Commerzbank hatte im Frühjahr von der EU-Behörde grünes Licht bekommen. Voraussetzung ist der Abstoß von rund 45 Prozent der Bilanzsumme.

Wie von der EU-Kommission gefordert, wird ING den Angaben nach auch sein Online-Bankgeschäft in den USA, ING Direct USA, verkaufen. Details zu der geplanten Kapitalerhöhung will ING nach einem außerordentlichen Aktionärstreffen am 25. November bekanntgeben.(APA)

 

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