
Glaube keinem, der sagt, er habe kein Geld, sagt die Politologin Susan George. Die Staaten hätten genug Mittel, würden sie nur die Reichen besteuern.
Standard: Sie planen in Wien einen Vortrag mit dem Titel "Wohin ist das Geld geflossen?". Worum geht es, wo ist das Geld?
George: Ich werde darstellen, wie das Geld seit den späten 1970er- Jahren von den arbeitenden Menschen in Richtung des Kapitals abgeflossen ist. Mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes sind in den vergangenen 30 Jahren auf diese Weise umverteilt worden. Das geschah mit verschiedenen Mitteln, aber im Kern beflügelte vor allem die Deregulierung der Märkte diese Entwicklung.
Standard: Sehen Sie eine Verbindung zwischen dieser Deregulierung und der Wirtschaftskrise?
George: Oh ja. Die Banken in den USA haben seit 1995 fünf Milliarden Dollar für Lobbyarbeit ausgeben. Und sie waren erfolgreich, haben verschiedenste Gesetze zu Fall gebracht. Ein Beispiel ist der Glass-Steagall Act, ein 1933 erlassenes Gesetz, das Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken angeordnet hat. Die Banken haben massiv gegen das Gesetz gekämpft und waren erfolgreich, 1998 unter Präsident Bill Clinton wurde es gestrichen. Erst mit dem Wegfall dieses Gesetzes konnten viele Banken zu ihrer gigantischen Größe anwachsen.
Standard: Wie hat das die Krise angefacht?
George: Die Banken wurden so groß, dass sie genau wussten, dass der Staat sie auffangen würde, sollte etwas schiefgehen. Daher konnten sie die immensen Risiken eingehen.
Standard: Was ist die Lehre aus alldem: mehr Regulierung?
George: Natürlich. Die Banken haben so viel Geld vom Staat, also von uns allen, erhalten, dass wir nun die Kontrolle übernehmen müssen. Die Banken sollten unter die Kontrolle der Bürger gebracht werden. Eines der Hauptprobleme ist derzeit ja, dass Klein- und Mittelbetriebe, die in Europa 90 Prozent der Menschen beschäftigen, keine Kredite erhalten. Das muss sich ändern. Die Banken müssen verpflichtet werden, Klein- und Mittelbetrieben Kredite zu geben, insbesondere Firmen, die ökologische Projekte planen. Wer ein grünes Projekt plant, sollte überhaupt zinsfreie Kredite bekommen.
Standard: Warum?
George: Am meisten Sorgen macht mir der Klimawandel. Die Finanzkrise müsste dazu genutzt werden, die gigantische Umwandlung der Wirtschaft in eine grüne Ökonomie zu vollziehen.
Standard: Sie gelten als Kritikerin des Internationalen Währungsfonds. Aber der IWF hat sich verändert: Er hat Staaten aufgefangen und geht umsichtiger als früher vor.
George: In einigen Ländern mag das so sein. Aber das Center for Economic and Policy Research (Thinktank, Anm.) hat in einer neuen Studie festgestellt, dass von den 51 vom IWF vergeben Krediten rund 30 mit ähnlich harten Auflagen verbunden sind wie bei früheren Krisen.
Standard: Der IWF verlangt Sparmaßnahmen. Aber was soll er sonst tun, wenn einfach kein Geld da ist?
George: Aber Geld ist da. Wohin ist das ganze Geld geflossen? Zu den Reichen. Glauben Sie niemandem, der sagt, wir haben kein Geld. Wir haben in den vergangenen 30 Jahren nichts anderes getan, als die Reichen zu entlasten. Unter Präsident Eisenhower zahlten die Bestverdiener in den USA Steuersätze um die 90 Prozent. Der Spitzensteuersatz in den USA liegt heute bei 35 Prozent. Und wer die richtigen Anwälte und Finanzberater hat, zahlt gar nichts. (András Szigetvari, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 27.10.2009)
ZUR PERSON: Die Politologin Susan George war Vizepräsidentin von Attac. Dienstag diskutiert sie ab 19 Uhr im Bildungszentrum der AK Wien (1040, Theresianumgasse 16-18) über Kapitalismus und Krise.
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derStandard.at lädt Menschen ein, die zur Krise etwas zu sagen haben. Nächster Termin: Birgit Kuras, RCB-Chefanalystin, 4. August, 11 bis 12 Uhr
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Teils hat sie recht, teils nicht. Was immer wieder fürIrritation sorgt, ist die Unverfrorenheit einiger Manager, siehe die sogenannten Rebellen der Ex-Meinl Banken. Diese Typen sorgen für Unmut: http://immogeschaedigte.wordpress.com/2009/10/3... re-kinder/
z.B.
http://www.goldseiten.de/content/d... ryid=11963
Diese Dame plappert auch nur das nach, was sie im Fernsehen täglich sieht.
Leute, die hart arbeiten und sich mühsam ein kleines Vermögen ersparen (= Reiche) sind ihr Feindbild. Diesen Leuten muss man ihr Kapital endlich wegnehmen. Ja, das hätte diese Dame gerne. Doch zuerst müsste sie gewählt werden.
Da hat die Realität der letzten zwölf Monate gezeigt, wo wirklich das Geld verschleudert und vor allem den Kleinen weggenommen wird, und wenn das jemand klar darlegt, kriechen die "Experten" hier aus den Löchern und fürchten um ihre Pfründe, die sie sich auf Kosten Ärmerer angeeignet haben...
Frau George, kein Wunder bei solchen Menschen, denen jegliches soziales Bewußtsein fehlt, daß die Arm Reich Schere immer wieder aufgehen wird...
Und wenn die Deppen kein anderes Argument mehr haben, dann werden eben wirklich Durchblickende wie Frau George als unkompetent hinzustellen versucht...
Sind dann dieselben, die meinen, die Ausländer kosteten unseren Wohlstand... *ggg*
geldleihe gegen zinsen (=preis des geldes das verliehen wird/ genau wie der preis jeder anderen leihe oder dienstleistung) ist ein risikogeschaeft. Risiko = die wahrscheinlichkeit dass ein kunde nicht oder nicht vollstaendig zurueckzahlt (Kapital und Zinsen) und der daraus erwartete verlust.
dieser erwartete verlust muss als risikomarge in den Preis des Geldes (Zinsen) einfliessen, neben anderen Kosten. Wenn die Banken das nicht tun, gehen sie pleite, gelle.
die probability to default bei der frau George wuerde ich als absolut SUBPRIME einstufen! Naivitaet ist nicht unbedingt die Antwort auf die Krise!
nicht primär um die zinsen, sonder AUCH um die Geldschöpfung aus dem nichts. Wenn du dir überlegen würdest, wie hoch die Deckung vergebener Kredite mit Bankeneigenkapital ist und, dass Banken mit Kreditmitteln Kredite vergeben. Außerdem geht es um den freien Markt, der nicht existiert, stattdessen weren marode Unternehmen mit tausenden von Milliarden subventioniert.
Warum? sonst würde ja die Welt untergehen. Blödsinn, es gibt genug Unternehmen, die in die Fußstapfen der mardoen treten. Let them fail. anderes Beispiel: Warum hat Baxter das Monopol auf Schweinegrippe-Medizin in Österreich. Ist das freier Markt, wer bereichert sich daran? Wer regt sich auf? Es geht um Lobbys, d.h. um die Reichen, die haben die GeldMittel, um Leute zu kaufen.
lasst es euch von einem Banker sagen: es gibt kein Menschenrecht auf Kreditgewährung, und schon gar nicht auf zinsenlose Kredite. Eine Bank wird ihnen gerne einen Kredit gewähren (auch jetzt in der Krise) wenn sie gute Chancen sieht, dass sie den Kredit inklusive Zinsen wie vereinbart zurückzahlen können. Manchen Menschen wird von den Banken ein gutes getan, wenn sie ihnen den Kredit verwehrt.
äh, haben sie die vorgehensweise in den usa während der immobilienblase nicht mitbekommen. da gings nicht um kreditwürdigkeit, da gings um verstecken der risiken in derivatkonstruktionen, die der chefbanker der citigroup (war doch jener) nicht mal verstand.
bei uns ist es vielleicht noch so wie sie beschreiben.
seit einiger Zeit egschieht die 3. Welle:
http://4wardseconomy.blogspot.com/2009/10/u... ienen.html
Sondern die Geldpolitik der Zentralbanken mit Aufforderung durch die Politik hat all den Wahnsinn, unter dem jetzt alle leiden, erzeugt.
Schließlich profitieren die Politiker am Meisten von diesem monetären Pyramidenspiel.
Wenn der Schuldenturm zu Babel zusammenstürzt sind all diese Politiker längst in ihrer wohlverdíenten Pension und residieren in Florida.
Ich liebe dies platten Ansagen von der grünen Ökonomie. Industrie braucht Energie nicht weils so lustig ist ungrün zu sein, sondern weil ohne Energie nunmal nichts geht. Bügleisen mit Solarantrieb geht nun mal nicht, den Aufzug aus Bambus hat auch noch keiner erfunden, den Baukran mit Windradantrieb ebenfalls nicht, das Stahlwerk das Erz mit Sonnenblumenöl schmilzt, etc.
Haushaltswasser, das einen 200l Tank pro Haushalt (geschaetzte Annahme von diesen Plastiktruemmern am Hausdach in Barcelona) zulaesst, auch in ganz Oesterreich mit den Ressourcen> Wasser, Strom (nur eine gewisse Strommenge pro Person pro Tag) und anderen Ressourcen....
Da wuerden viele auf einmal nicht mehr so gross reden, sondern muessten tatsaechlich einmal so gruen leben, wie sie immer tun.
soll ich in österreich wasser sparen? wir haben es im überfluß. was wir nicht verbrauchen, rinnt die donau runter. vollkommen wurscht.
und was die warmwasserbereitung in österreich und spanien betrifft, empfehle ich einen temperaturmessung heute abend in barcelona und in zwettl. dann werden sie wissen, warum die leute im waldviertel keinen tank am dach haben.
ATTAC, der Verein der sich unabhängig nennt und zu dem komischerweise nur naive, links angehauchte Träumer gehen. Wer einmal in den "Genuss" einer Vorlesung bei Hr. Felber gekommen ist, wird dankend ablehnen. Der Tänzer will einem die Wirtschaft erklären. Da ist mir die schwarz-gelbe Koalition in Deutschland noch 10x lieber als dieser weltfremde Verein. Danke, dass wir in einer Demokratie leben und nicht in der Sovietunion.
"30 Jahre nur die Reichen entlastet"! Das ging nur, weil die Benachteiligten diese Politik der Steuerungerechtigkeit mehrheitlich unterstützt haben! Unbildung, Ressentements und schlichtweg Dummheit führen leider dazu! Siehe US-Krankenkassendebatte! Wie formuliert es Frederic Morton doch so treffend:
"Amerikaner zu sein, heißt Nummer eins zu sein. Wenn man das nicht ist, ist man kein Amerikaner. Ein Beispiel: 1972 ist Senator George McGovern für die Präsidentschaft angetreten, ein ausgezeichneter Mann. Er wollte, dass die Einkommenssteuer für jene, die mehr als 100.000 Dollar pro Jahr verdienen, verdoppelt wird. Er hat gegen Nixon verloren. Umfragen zeigten, dass vor allem Arme gegen den Plan waren."
http://kurier.at/kultur/1947767.php
ist das Rezept der guten Frau. Die Hauptursache der amerikanischen Immobilienblase war ein Gesetz, das die Hypothekenbanken zwang auch denen ein Haus auf Kredit zu finanzieren, die wirtschaftlich nicht dazu in der Lage waren.
Jetzt also sollen Klein- und Mittelbetriebe Kredite erhalten, auch wenn sie diese nicht zurückzahlen können. Interessant.
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