Andreas Khol - Ohne Chancen, aber mit gutem Willen

26. Oktober 2009, 18:28
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Khol stünde der ÖVP als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung

Wien - Mit jedem Dementi verstärkt ÖVP-Seniorenbundchef Andreas Khol den Eindruck, den man auch von Heinz Fischer gewinnen kann: Da spricht einer, der sich der Wahl zum Bundespräsidenten stellen will.

Noch ist in der ÖVP keine endgültige Entscheidung gefallen, ob ein Kandidat aufgestellt wird. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter ist für einen Verzicht seiner Partei, andere wüssten dagegen schon den geeigneten Kandidaten: ihren früheren Klubchef und späteren Nationalratspräsidenten Andreas Khol. Was dafür spräche: Die ÖVP hält sich damit im Gespräch, bleibt medial präsent. Und, noch wichtiger: Sollten die Blauen einen Kandidaten aufstellen, gilt es, den eigenen Wählern ein attraktives Angebot zu machen, um sie nicht der FPÖ zuzutreiben.

Also: Khol. Der versucht es derzeit mit beschwichtigen und dementieren, oder er verweist auf seine sechs erwachsenen Kinder, die er vor einem etwaigen Antritt erst einmal befragen müsse. Vom Standard darauf angesprochen, ob er das schon erledigt habe, meint Khol: "Ich rede erst mit ihnen, wenn ich weiß, ob es sich überhaupt rentiert. Erst, wenn die Frage ernsthaft wird." Dafür müsse Fischer seine Kandidatur offiziell machen. Sollte dann der ÖVP-Parteivorstand übereinkommen, ihn als Herausforderer aufzustellen, "werde ich entscheiden" . Khol fühlt sich jedenfalls "sehr geehrt" , dass sein Name im Zusammenhang mit der Wahl genannt wird.

Er selbst rechnet sich allerdings keine großen Chancen aus. Khol: "Ich habe nicht die geringste Aussicht auf Erfolg." Heinz Fischer schätzt er jedenfalls sehr: "Ich glaube, er hat keine großen Fehler gemacht. Ich glaube, er hat nicht einmal kleine Fehler gemacht." Die Kritik von VP-Chef Pröll an der Amtsführung Fischers erklärt sich Khol "aus der Tagespolitik heraus". (Karin Moser, DER STANDARD/Printausgabe, 27.10.2009)

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