Fischer fordert Konsequenzen aus der Krise

26. Oktober 2009, 18:18
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Bundespräsident kündigt Entscheidung über Wiederkandidatur für November an

Wien - "Aus Sichuan! Da gibt's eine gute Küche!" , "aus Krakau, wunderschön, erinnerst dich Margit?!" , "aus dem Burgenland, da bin ich zehnmal im Jahr!" : Heinz Fischer weiß, wieso er die Leute fragt, woher sie kommen. Er kann zu jedem Ort etwas erzählen. "Ich war überall schon - wie das falsche Geld" , scherzt der Bundespräsident am Tag der offenen Tür in der Hofburg, vor der sich am Nachmittag des Nationalfeiertags ebenfalls Menschenschlangen bilden.

Der Großteil der Besucher ist pflegeleicht, fast alle wollen ein gemeinsames Foto, manche ein Autogramm. Kaum wer fragt, ob Fischer wieder zur Wahl antritt, viele wünschen schon jetzt Glück.

In der Fernsehansprache am Abend stellte der Bundespräsident dann klar, dass er im November seine Entscheidung über eine Wiederkandidatur bekannt geben will, denn: "Der Nationalfeiertag sollte nicht für die Präsentation einer persönlichen Entscheidung verwendet werden." Die eigentliche Wahlwerbung sollte dann im kommenden Jahr so kurz wie möglich und so fair wie möglich sein, betont das Staatsoberhaupt.

Das Jahr 2010 werde schwierig, erklärte Fischer außerdem in seiner Festrede, weil die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden sei und es keine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt geben werde. Deshalb: "Sind wir weiterhin gefordert, die Wirtschaft anzukurbeln, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Menschen eine Perspektive zu geben." Vor allem junge Menschen dürften nicht arbeitslos auf der Straße stehen.

Fischer wandte sich auch gegen "abenteuerliche Spekulationen, mangelndes Verantwortungsbewusstsein, zu wenig Kontrolle oder Exzesse bei Bonuszahlungen" . Dazu mahnte das Staatsoberhaupt die "rot-weiß-rote Identität" ein, es gehe um gemeinsame Grundwerte und Prinzipien. "Damit meine ich Frieden, Demokratie, Gerechtigkeit - insbesondere soziale Gerechtigkeit und den Rechtsstaat, dem wir besondere Aufmerksamkeit widmen müssen." (APA, red/DER STANDARD/Printausgabe, 27.10.2009)

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