Faymann würdigt die Gemeinsamkeit als Erfolgsformel

26. Oktober 2009, 18:21
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Instabilität der Ersten Republik muss Warnung sein

Wien - Österreich brauche ein "Sowohl-als-auch und nicht ein Entweder-oder" , erklärte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in seiner Rede zum Nationalfeiertag. Dies gelte für die aktuellen Debatten wie jene um Sozialleistungen, Pensionen und Studieren unter akzeptablen Bedingungen.

Der Bundeskanzler ging weit in die Historie, erinnerte an die Erste Republik und deren Instabilität. Dies müsse eine Warnung sein, heute das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Der 26. Oktober mit dem Beschluss des Verfassungsgesetzes zur Neutralität ist für Faymann jener Tag, an dem die "junge Republik ihre Seele erhalten hat" , erklärte er anlässlich des Sonderministerrats. Seither stehe Österreich für einen Staat des Friedens und der Verständigung.

Ausdrücklich gewürdigt wurde von Faymann der jüngste Beschluss des Nationalrats, in dem die NS-Urteile gegen Wehrmachtsdeserteure aufgehoben wurden. Damit würden jene, die aus Gewissensgründen dem NS-Regime ihren Dienst verweigert hätten, endgültig rehabilitiert.

Ein Plädoyer Faymanns gab es für die EU. Es sei aktuell besonders wichtig, europäische Solidarität zu üben. Auch Fremdenfeindlichkeit erteilte der Kanzler eine Absage. Es dürfe keinen Unterschied machen, ob jemandes Großmutter aus Österreich oder einem anderen Land komme.

Das sei der Weg, der einzuschlagen sei: "Die österreichische Erfolgsformel heißt: Gemeinsamkeit" , sagte Faymann und schüttelte Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) zum Abschluss der Rede demonstrativ die Hand. (APA, red/DER STANDARD/Printausgabe, 27.10.2009)

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