"Mache mir keinen Stress"

26. Oktober 2009, 14:58
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Tirolerin will Rehabilitation nach Kreuzbandriss ruhig angehen lassen - Ärzte für Heilungsverlauf optimistisch - Kritik an Kurssetzung

Innsbruck - Zwei Tage nach ihrem Kreuzbandriss im rechten Knie war Nicole Hosp am Montag auf einer Pressekonferenz in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck wieder um Optimismus bemüht. "Es hat halt so sein müssen. Ich versuche jetzt, dass ich 2011 zur WM in Garmisch noch besser zurückkomme", sagte die Tirolerin.

Die Gesamtweltcupsiegerin von 2007 war noch am Samstagnachmittag operiert worden, zum Medientermin erschien die 25-Jährige auf Krücken gehend. Sie wirkte gefasst, gestand aber ein, dass es "sehr wehgetan" habe, nach nur etwas mehr als zwanzig Rennsekunden die Olympia-Saison abschreiben zu müssen. "Aber in vier Jahren hoffe ich, dass ich gesund bin."

Die Ärzte zeigten sich mit dem Heilungsverlauf im verletzten Knie zufrieden. "Beim Verbandswechsel zeigte sich, dass die Wunde sehr gut verheilt, die Schwellung ist gering. Die Rehabilitation mit Lymphdrainagen und Gangschule hat bereits begonnen", berichtete Christian Hoser, der zusammen mit Christian Fink den einstündigen Eingriff, bei dem das Kreuzband durch eine Sehne aus dem eigenen Kniegelenk ersetzt worden war, vorgenommen hatte.

Günstig für Hosp sei, dass weder einen Knorpel- noch einen Meniskusschaden vorliegt. Und Fink ist auch für die weitere Karriere von Hosp zuversichtlich: "Wenn alles gut verläuft, kann die Patientin in Topzustand zurückkehren."

Hosp habe bei ihrem Sturz sofort gewusst, dass etwas Gravierendes passiert sei. "Ich war beim Tor zu weit innen, habe dann einen Schlag bekommen und bin wegen dem Material nicht mehr weggekommen." Sie  kritisierte auch die Kurssetzung beim Weltcup-Auftaktbewerb in Sölden: "Man hätte sicher langsamer stecken können."

Damen-Cheftrainer Herbert Mandl, der bei der Pressekonferenz in Hochrum ebenso anwesend war, stieß ins gleiche Horn: "Wir müssen die Geschwindigkeit über Kurssetzungen herunterbringen, Bremsen über das Material ist sehr schwierig." Auch die Trainer seien gefordert, die Läuferinnen der Ausrüstung entsprechend körperlich perfekt vorzubereiten.

Für Hosp war der Kreuzbandriss nicht die erste schwere Verletzung in diesem Jahr, am 4. Jänner hatte sie sich beim Einfahren für den Slalom von Zagreb im linken Knie einen Riss des inneren Seitenbandes, Einriss des vorderen Kreuzbandes und eine Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes zugezogen. Nach nur fünfeinhalb Wochen gab sie ihr Comeback, startete im WM-Riesentorlauf in Val d'Isere, kam über Rang 23 aber nicht hinaus. Diesmal soll es so einen Wettlauf nicht mehr geben. "Ich mache mir keinen Stress."

Hosp darf am Dienstag die Klinik verlassen, beginnt dann sofort mit der Therapie bei Martin Hofbauer in Innsbruck und auch zu Hause im Außerfern. Drei Wochen muss die Athletin noch auf Krücken gehen. In drei bis vier Monaten wird sie wieder mit dem Training beginnen können, allerdings noch lange nicht auf Skiern. (APA/red)

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    Nicole Hosp: "Gleich gewusst, dass etwas Gravierendes passiert ist."

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