UN-Vollversammlung diskutiert Goldstone-Bericht

04. November 2009 22:07

Libyscher Präsident der Vollversammlung unterstützt Bericht - Israel lehnt ihn ab

New York - Die UN-Vollversammlung ringt um eine ausgewogene Resolution zum sogenannten Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg. Das 192-Länder-Gremium diskutierte am Mittwoch einen Entwurf der arabischen Staaten, in dem sowohl Israelis wie Palästinenser zu einer "unabhängigen" und "glaubwürdigen" Untersuchung möglicher Menschenrechtsverletzungen während der israelischen Offensive zum Jahreswechsel 2008/2009 aufgefordert werden.

Der libysche Diplomat und Präsident der Vollversammlung, Ali Treki, rief die Mitgliedsstaaten zur geschlossenen Unterstützung auf: "Lassen Sie uns im Interesse der Menschenrechte zusammenstehen." Verstöße gegen internationales Recht müssten geahndet werden. "Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Fortschritt im Friedensprozess geben", sagte Treki.

Die israelische UN-Botschafterin Gabriela Shalev lehnte den Bericht erneut als falsch und einseitig ab. "Wir sind dem Frieden verpflichtet. Aber wir müssen unser Recht auf Selbstverteidigung behalten."

Wie Shalev sagte auch der palästinensische UN-Beauftragte Riyad Mansour die grundsätzliche Bereitschaft zu, die Vorwürfe aufzuklären. "Wir wollen aber deutlich machen, dass es absolut keine Gleichsetzung von Besatzern und Besetzten geben darf", betonte Mansur.

Die Resolution sieht vor, den Goldstone-Bericht an den UN-Sicherheitsrat weiterzuleiten. Dieser könnte auch juristische Aktionen wegen möglicher Rechtsbrüche auf den Weg bringen.

Der südafrikanische Jurist Richard Goldstone und sein Team hatten festgestellt, dass sowohl Israelis wie auch Palästinenser während der Gaza-Offensive Kriegsverbrechen begangen haben. Für die Debatte in der Vollversammlung standen fast 50 Länder auf die Rednerliste.

Die Schweiz forderte vor der UNO-Generalversammlung erneut, dass dem Goldstone-Bericht Folge zu leisten sei. Der Schweizer Botschafter bei der UNO, Peter Maurer, rief alle Parteien auf, ihren Verpflichtungen im Rahmen des Völkerrechts nachzukommen. Der Bericht besitze eine hohe Glaubwürdigkeit und sei objektiv und umfassend. Es wäre unverantwortlich, wenn die Vorwürfe nicht aufgearbeitet würden, sagte Maurer weiter. Die Schweiz empfiehlt daher beiden Seiten, jeweils unabhängige Untersuchungen durchzuführen. Geschehe dies nicht, müsse die Staatengemeinschaft dafür sorgen, dass die Verantwortlichen bestraft würden. (APA/sda)

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Georg Schütt
06.11.2009 19:29
"Wir wollen aber deutlich machen, dass es absolut keine Gleichsetzung von Besatzern und Besetzten geben darf", betonte Mansur. - Prinzipiell hat er damit sogar recht. Aber Gaza ist ja gar nicht mehr besetzt, aber selbst auf andere Fälle angewendet:

Was folgt denn aus der Unterscheidung?

Aus dem Umstand, dass ein Land besetzt sei, wird regelmäßig geschlussfolgert, dass sämtliche Mittel erlaubt seien, eine Besetzung zu beenden. Einschließlich terroristischer oder kriegsrechtlich verbotener. Begründet wird das regelmäßig mit dem Zwang, eine Art Waffengleichheit herzustellen.

Also, die Besetzten haben quasi narrenfreiheit und können mit jedem Militär und Zivilisten der Gegenseite machen, was sie wollen: Und das gewissermaßen im Einklang mit der UNO.

Also kann auch die Hamas keine Kriegsverbrechen begangen haben, da es kein Verbrechen sein kann, sich zu wehren ...?

Das scheint mir der eigentliche Sinn dieser gewollten Unterscheidung zu sein: ein Blankoscheck für Terroristen.

Mark Sass
05.11.2009 10:39
NICHT lesens- und hörenswert...

Richard Kemp ... schon damals stand er für einen "unabhängigen" Bericht zum Gaza Krieg auf der Gehaltsliste der Israelis. Vermutlich auch zum Zeitpunkt dieser Rede. Daher recht unglaubwürdig...

Makronaut
05.11.2009 12:57

dafür haben sie sicher belege, oder? ;-)

...und auf wessen gehaltsliste steht wohl der goldstone?

auf der des unmenschenrechtsrates. und der wird (wie man am ergebnis klar erkennen kann) von den arabern dominiert:

http://tinyurl.com/menschenrechtsrat

Der Kobold
31.10.2009 20:43
Cooler Artikel in der Jerusalem Post

http://www.jpost.com/servlet/S... 2FShowFull

stefan delani gbogboade
30.10.2009 22:08
heuchler?

wenn die un es ernst meinen würde-und so nicht an krieg bedacht wäre:warum schicken sie verdammt nochmal keine un-friedenstruppen,um dieses gegenseitige -jahrzehntelange menschenschlachten zu unterbinden???warum erlauben sie das "besetzten" von arabergebiet???

Ulrich Koehrle
01.11.2009 20:34
UN-Friedenstruppen

Das ist ganz einfach: Israel lehnt seit Jahren vehement den Einsatz von UN-Friedenstruppen ab, die natürlich allein durch ihre Präsenz die weitere Zersiedelung Restpalästinas verhindern würden. Warum wohl??

Makronaut
03.11.2009 15:19

ähm, sie sollten schon alle antwortpostings lesen, bevor sie selber antworten - zum beispiel meines.

Reddogg
 
02.11.2009 07:53

Warum so einseitig? auch die Hamas, lehnt seit geraumer Zeit UN-Truppen ab, ok der Grund ist, weil die UN-Truppen wahrscheinlich dasselbe Mandat bekommen würde wie in Libanon. Schutz des isr. Staates und der Überprüfung der Libanesen, aber nichts ähnliches auf der isr. Seite.
Ich wollte nur aufzeigen dass nicht nur Israel UN-Truppen ablehnt sondern auch die Hamas.

Der Zwersch
31.10.2009 13:40

Wissen sie überhaupt wie man zu UN-Truppen kommt?

Lichtfreak
02.11.2009 15:25
Also

ich bestell sie immer im Internet!

Makronaut
30.10.2009 23:39

die un ist anfang '67 ohne absprache mit isr oder dem sicherheitsrat unilateral vom sinai abgezogen und hat damit eine remilitarisierung durch ägypten ermöglicht - mittelbar hat die un also zum ausbruch des sechs-tage-kriegs beigetragen.

seitdem hat die un jedes vertrauen in der region verspielt - und dass sich der unmenschenrechstrat darauf beschränkt, den islam zu schützen und isr zu bashen, anstatt seinen aufgaben nachzukommen, verbessert die situation auch nicht gerade.

Hubert Ungeist
01.11.2009 17:20
Die UN hat auch ohne Gegenwehr

Ihre Soldaten im Libanon 2006 umbringen lassen - nicht mal eine Verurteilung gabs

Makronaut
02.11.2009 12:45

weil sich dieselbe un auch nicht daran gestört hat, dass die hisbollah in unmittelbarer nähe stellungen aufbaute - im libanon versagt die un ja seit jahren schon genauso.

Dubi Schlau
02.11.2009 07:56

Diese 3 UN-Soldaten scheinen wohl die besten Trumphkarten zu sein, die sie hier wohl haben.

Hubert Ungeist
07.11.2009 14:46
Naja die auch von Israel

zugegeben ca. 400 toten Kinder und Frauen und Gaza (wobei ja auch die Männer nicht alle Hamaskämpfer waren) die anerkennen sie ja nicht - sind ja keine Menschen für Sie.

Und die 1000 toten Zivilisten im LIbanonkrieg sind für sie ja ebenfalls Araber, also auch keine Menschen.

Dark Angel
 
27.10.2009 17:29

Es ist relativ logisch, dass eine Partei oder ein Staat, dem von einer unabhängigen Seite Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, diese Vorwürfe erst einmal abstreitet und, um Zeit zu gewinnen, eigene Kommissionen gründet etc...
Dennoch ist die Situation für Israel prekärer, da es sich hierbei um einen Staat handelt, der sich einem internationalen Urteil und (vielleicht) Sanktionen schwerer entziehen kann als die Hamas, die als Terror-Organisation sowieso schon sanktioniert ist und somit nichts zu verlieren hat.

Der Zwersch
31.10.2009 13:42

Sanktionen gegen Israel?

Netter Scherz...

d_parker
27.10.2009 14:45
*LOL*, wieder einmal eine Glanzleistung der APA. "Weder Israel noch die Hamas waren zu einer Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit." Aha, sehr interessant...

"Security sources point out that Judge Richard Goldstone was unable to launch a serious investigation of the Palestinian side of the war, noting that he stayed in a Hamas-owned hotel during his stay in Gaza, and was "briefed" by Gazans who had been carefully instructed by Hamas on how to relay the official Hamas version of event.

Goldstone was left speaking to a few Gazan civilians who toed the line of their regime, and was forced to take them at their word, a security source added, noting that Goldstone's methodology rendered his findings largely meaningless."

http://www.jpost.com/servlet/S... 2FShowFull

Werden APA-Meldungen einfach online gestellt, ohne dass sie jemand 1x gelesen hat?

krankes-kind
28.10.2009 12:13

Irgendwie ueberreiss ich Ihren Punkt nicht wirklich...

d_parker
28.10.2009 22:22
Der Widerspruch zwischen der APA-Aussage und dem von mir geposteten Artikel ist eigentlich hochgradig augenscheinlich, aber ich erklär es Ihnen (das Sie offenbar von der causa wenig Ahnung haben, genauso wie der Verfasser der APA-Meldung):

Der Satz: "Weder Israel noch die Hamas waren zu einer Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit." ist vollkommener Blödsinn. Die Hamas hat mit Begeisterung mit d. Goldstone-Kommission kooperiert und hat den Ermittlern mit handverlesenen Zeugen die "Kriegsverbrechen" Israels vorgeführt.

Falls Ihre Englisch-Kenntnisse nicht reichen, werfen Sie doch einfach Babelfish an...
http://www.jpost.com/servlet/S... 2FShowFull

krankes-kind
29.10.2009 09:48
ich ueberreiss es noch immer nicht

Ihre - wenig profunde - Meinung ueber meine Englischkenntnisse in Ehren, aber ich frag mich, ob nicht vielleicht Sie ein problem mit dem UEbersetzten haben...

"Goldstone was left speaking to a few Gazan civilians who toed the line of their regime, and was forced to take them at their word, a security source added, noting that Goldstone's methodology rendered his findings largely meaningless"

Der zweite Absatz, den Sie gepostet haben stimmt ueberein mit der APA Version, also dass auch die Hamas Goldstone nur das vorgefuehrt haben, was sie ihn sehen und hoeren lassen wollten. Genauso wie sich die Israelis naturgemaess darauf beschraenkt haben, lediglich auf Rakeneneinschlaege in zivilen Gebieten zu verweisen....

d_parker
29.10.2009 14:26
Jeder, der von der Causa Goldstone-Kommission auch nur den Hauch einer Ahnung hat, weiß, dass die Hamas sehr wohl mit der Kommission zusammengearbeitet hat, während Israel unter Verweis auf das einseitige Mandat und die zweifelhafte Herkunft...

...desselben (UNHRC: in 3 Jahren 32 Resolutionen, 26 davon betreffend Israel -> Bias, if ever there was one) die Zusammenarbeit verweigerte. Die Kommission hat Israel im Gegensatz zum Gazastreifen nicht besucht, einige (von NGO-Seite namhaft gemachte) Zeugen von israel. Seite sagten in Genf aus.

Und weil Sie so gut Englisch können, haben Sie hier noch zwei Links wo genau das drinnen steht:
http://www.haaretz.com/hasen/spa... 18708.html

http://www.jpost.com/servlet/S... 6740789539

Also, Hamas hat kooperiert, Israel hat nicht kooperiert -> der APA-Satz ist also schlicht und einfach falsch.

krankes-kind
29.10.2009 16:24

1) Ihr erster Absatz ist ja nett, aendert aber nichts daran, dass in dem von Ihnen geposteten Auszuegen der Jerusalem Post der APA Bericht unterstrichen und nicht widerlegt wird; "Hauch von Ahnung von der Causa Goldstone-Kommission" hin oder her.
2) danke fuer die Links, aber nehmen Sie es mir bitte nicht Uebel, wenn ich sie nicht lesen werde. Das hat zum einen mit Zeitmangel zu tun, zum Anderen gehe ich aber schlichtweg davon aus, keine neuen Informationen zu erhalten sondern nur herausfinden zu muessen, dass sie erneut etwas fehlinterpretiert haben.

Fritz Wunderlich
30.10.2009 18:46

ich schrieb ha bereits, dass du entschuldigt bist, aber nicht warum: wegen geistiger überforderung

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