Heeresschau, offene Türen und Ansprachen

26. Oktober 2009, 10:27
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Bundeskanzler beim Sonderministerrat: "Sowohl als auch und nicht entweder oder"

Wien - Mit den traditionellen Kranzniederlegungen in der Krypta am äußeren Burgtor haben Montag in der Früh die Feierlichkeiten zum 26. Oktober begonnen. Bundespräsident Heinz Fischer schritt zunächst begleitet von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und Generalstabschef Edmund Entacher die Garde ab und legte im Anschluss einen Kranz nieder. Eine halbe Stunde später wiederholte sich das Prozedere mit der Bundesregierung, dafür ohne Bundespräsident.

Bei freundlichem Wetter waren angesichts der frühen Uhrzeit noch recht wenige Interessierte am Heldenplatz erschienen. Diejenigen, die gekommen waren, nützten die Gelegenheit, aus naher Entfernung Fotos von Staatsspitze und Garde zu machen.

Faymanns Rede

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat anschließend seine Rede zum Nationalfeiertag in den Dienst der Gemeinsamkeit gestellt. Österreich brauche ein "sowohl als auch und nicht ein entweder oder". Dies gelte für die aktuellen Debatten wie jene um Sozialleistungen, Pensionen und Studieren unter akzeptablen Bedingungen, erklärte der Regierungschef anlässlich des Sonderministerrats anlässlich des 26. Oktobers.

Der Bundeskanzler ging weit in die Historie, erinnerte an die Erste Republik und deren Instabilität. Dies müsse eine Warnung sein, heute das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Der 26. Oktober mit dem Beschluss des Verfassungsgesetzes zur Neutralität ist für Faymann jener Tag, an dem die "junge Republik ihre Seele erhalten hat". Seither stehe Österreich für einen Staat des Friedens und der Verständigung.

"Ausdrücklich gewürdigt wurde von Faymann der jüngste Beschluss des Nationalrats, in dem die NS Urteile gegen Wehrmachtsdeserteure aufgehoben wurden. Damit würden jene, die aus Gewissensgründen dem NS Regime ihren Dienst verweigert hätten, endgültig rehabilitiert.

Ein Plädoyer Faymanns gab es für die EU. Es sei aktuell besonders wichtig, europäische Solidarität zu üben. Es könne Österreich nicht gleichgültig, sein welchen Weg Europa gehe, warb Faymann für sozialen Ausgleich. Auch Fremdenfeindlichkeit erteilte der Kanzler eine Absage. Es dürfe keinen Unterschied machen, ob jemandes Großmutter aus Österreich oder einem anderen Land komme.

Das sei der Weg, der einzuschlagen sei : "Die österreichische Erfolgsformel heißt: Gemeinsamkeit", so Faymann zum Abschluss seiner Rede, ehe er Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) demonstrativ die Hand schüttelte.

Leistungsschau

Im Anschluss findet eine Sondersitzung des Kabinetts statt. Für das meiste Interesse wird am diesjährigen 26. Oktober wieder die Leistungsschau des Bundesheeres sorgen. Die österreichischen Streitkräfte haben erneut alles aufgeboten: Neben einem Eurofighter sind auch Panzer, Lastwägen und sonstige Attraktionen zu besichtigen.

Auch die Politik öffnet die Tore. Frei zugänglich ist bereist seit 9 Uhr das Parlament. In den kommenden Stunden öffnen unter anderem auch das Bundeskanzleramt, Unterrichts- und Wissenschaftsministerium sowie das Außenministerium ihre Pforten. Von 14 bis 16 Uhr gibt es zudem die Möglichkeit, die Hofburg zu besuchen und möglicherweise ein paar Worte mit dem Bundespräsidenten zu wechseln

Platter: Chance der Europaregion erkennen

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat anlässlich des Nationalfeiertages zu mehr Kooperation in der "Europaregion Tirol" aufgerufen. Die Chancen in dem Gebiet des "Alten Tirol" müssten erkannt werden. Man müsse "offen sein für neue Ideen", sagte Platter beim Festakt am Sonntagabend vor dem Landhaus in Innsbruck.

"Das Kapital der Europaregion Tirol liegt in der Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen und Lösungen. Daher ist uns in den Bereichen Bildung und Forschung die Stärkung der Kooperationen und konkreten Projekte der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ein besonderes Anliegen", erklärte Platter in seiner Ansprache. Die Europaregion sei "ein wirtschaftlich sehr erfolgreicher Teil Europas" und habe zudem wegen seiner schönen Natur und seines großen Freizeitangebots eine der größten Lebensqualitäten Europas für Bürger und Gäste vorzuweisen.

Man brauche einen neuen Aufbruch in einem der Zukunft zugewandten Europa, das die Kreativität und die Innovationsfähigkeit seiner Bürger nach Kräften fördere. Die Menschen müssten in die Lage versetzt werden, in veränderten Rahmenbedingungen ihre Chancen zu erkennen und offen zu sein für neue Ideen in einer kulturell vielfältigen, wissensbasierten Gesellschaft. Die gemeinsamen Initiativen in der Europaregion Tirol seien ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin. (APA)

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