Italienisch als Kampfmittel

25. Oktober 2009, 17:48
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Nicht nur in der Zahl der Amtssitze für die wichtigsten Institutionen - Brüssel, Straßburg, Luxemburg - ist die Union kompliziert.

Am deutlichsten drücken sich die Vielfalt der EU-Länder und ihr mühsames Zusammenwachsen im Lauf der Jahrzehnte bei den Sprachen aus. 27 Mitgliedsländer gibt es, und sie haben 23 Amtssprachen mitgebracht. Tausende Dolmetscher und Übersetzer müssen daher permanent für das richtige muttersprachliche Verständnis im EU-Getriebe sorgen. Manchen ist auch das noch zu wenig, wie der spanische EU-Abgeordnete Oriol Junqueras Vies von den Grünen in der letzten Plenarsitzung bewies. Er begann eine Wortmeldung mit der Klage, wie sehr er es doch bedauere, nicht in seiner Muttersprache, katalanisch, reden zu dürfen. Immerhin würden 10 Millionen Menschen diese Sprache verwenden. Nicht wenig originell fiel dann die Art seines Protests gegen diesen "Missstand" aus, wie der Spanier vor seiner eigentlichen Wortmeldung erklärte: "Und deshalb spreche ich jetzt italienisch!"

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