Atom-Inspektoren überprüfen umstrittene Anlage

26. Oktober 2009 13:11

Sollen drei Tage im Land bleiben - Teheran offenbar zu teilweiser Uran-Lieferung ins Ausland bereit

Teheran - Vier Experten der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) sind in der Nacht zum Sonntag im Iran angekommen. Noch am gleichen Tag inspizierten sie iranischen Medienangaben zufolge eine Atomanlage in Fordo bei Qom (Ghom), deren Existenz die Islamische Republik erst vor kurzem enthüllt hatte. Mit weiteren Besichtigungen der im Bau befindlichen zweiten Anlage zur Urananreicherung des Iran sei zu rechnen, fügte die halbstaatliche Nachrichtenagentur Mehr hinzu. Die vom IAEO-Sitz in Wien angereisten Atomexperten sollen drei Tage in der Atomanlage bleiben, hieß es.

Diplomaten vermuteten, dass noch keine technischen Geräte in dem unterirdischen Werk aufgebaut sind. Die Einrichtung befindet sich in einem Berg in der Nähe der den Schiiten heiligen Stadt Qom. Sie liegt 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Der Iran hatte die Existenz dieser Anlage erst im September eingeräumt und damit neue Zweifel an seinem Atomprogramm geweckt. Die IAEO-Mission findet vor einer neuen Runde der Genfer Gespräche zur Beilegung des Atomstreits mit dem Iran statt, die kommende Woche stattfinden soll. Iranische Unterhändler werden in Genf mit Vertretern der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands zusammentreffen.

Entscheidung Teherans in den nächsten Tagen

Am Montag kündigte der Iran für die nächsten Tage eine Entscheidung über seinen weiteren Umgang mit angereichertem Uran an. Sein Land stehe dabei vor der Wahl, für einen medizinischen Reaktor Kernbrennstoff im Ausland zu kaufen oder eigenes angereichertes Uran in Russland und Frankreich zu Brennstäben aufarbeiten zu lassen, sagte Außenminister Manuchehr Mottaki am Montag. 

Die Regierung in Teheran berate allerdings weiter über eine entsprechende internationale Vereinbarung und werde das Ergebnis in "einigen Tagen" bekannt geben, teilte Mottaki am Montag mit. Der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow warb dafür, dem Iran "höchste Geduld" entgegenzubringen. Der Schlichtungsvorschlag der IAEO sei eine gute Möglichkeit, um die Emotionen im Atomstreit "abzukühlen".

IAEO-Generaldirektor Mohamed ElBaradei hatte vergangene Woche einen Vertragsentwurf vorgelegt, in dem Teheran aufgefordert wird, bis zum Jahresende 1200 seiner 1500 Kilogramm leicht angereicherten Uran an Russland zu liefern. Dort soll das Uran, das einen Anreicherungsgrad von weniger als fünf Prozent hat, bisherigen Veröffentlichungen zufolge auf 19,75 Prozent angereichert werden. Damit soll verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran weiter anreichert, um waffenfähiges, mindestens 90-prozentiges Uran zu erhalten. 

Telefonkonferenz USA-Russland-Frankreich

Die Weltgemeinschaft befürchtet, dass der Iran heimlich den Bau der Atombombe anstrebt, was Teheran bestreitet. Eine Einigung zur begrenzten Urananreicherung im Ausland wäre daher ein wichtiger vertrauensbildender Schritt und könnte die seit Jahren verfahrenen Atomverhandlungen wieder in Gang bringen.

US-Präsident Barack Obama stimmte sich im Streit um das iranische Atomprogramm am Samstag in Telefonaten mit der Führung Frankreichs und Russlands eng ab. Bei Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Kremlchef Dmitri Medwedew hätten alle Seiten ihre Unterstützung für einen internationalen Kompromissvorschlag zur iranischen Urananreicherung bekräftigt, teilte das Weiße Haus am Samstag mit.

Die Umsetzung des Vorschlags müsse so rasch wie möglich beginnen, laute die einhellige Forderung. Medwedew und Obama hätten die Notwendigkeit einer gemeinsamen Haltung mit Blick auf den Iran betont, während der US-Präsident und Sarkozy in ihrem Gespräch ihre Übereinstimmung bekräftigt hätten, hieß es weiter.

Larijani wettert gegen die "Westler"

Hohe iranische Politiker kritisierten am Samstag den IAEO-Vorschlag zur Urananreicherung im Ausland. "Die Westler wollen uns in eine Richtung drängen, um uns zu täuschen und uns Dinge aufzudrücken", sagte Parlamentspräsident Ali Larijani. Er kritisierte, dass Teheran sein bereits angereichertes Uran abgeben müsste. Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Parlament, Allaeddin Borudjerdi, forderte, zusätzliches Uran vom Ausland zu kaufen statt eigenes zur Anreicherung dorthin zu bringen.

Der iranische IAEO-Botschafter Ali Asghar Soltanieh hatte sich zuvor zurückhaltender geäußert. Er kündigte am Freitag an, kommende Woche eine Antwort auf das IAEO-Angebot präsentieren zu wollen. Der Iran müsse zunächst noch die verschiedenen Dimensionen der Vereinbarung bewerten. IAEO-Chef Mohamed ElBaradei bekräftigte am Freitag seine Hoffnung auf eine positive Antwort, die eine neue Ära der Kooperation einläuten würde.

ElBaradei hatte am Mittwoch einen Vertragsentwurf vorgelegt, in dem Teheran aufgefordert wird, bis zum Jahresende 1.200 seiner 1.500 Kilogramm leicht angereicherten Urans an Russland zu liefern. Dort soll es auf 19,75 Prozent angereichert werden. Damit soll verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran anreichert. Der fertige - für Atombomben nicht hoch genug angereicherte - Brennstoff soll Ende 2010 wieder in Teheran sein. (APA/AFP/Reuters)

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mimo5
26.10.2009 10:25
atomindustrie

wenn ich mir die vorkommnisse in cadrache, dem generellen verbrecherischen umgang von frankreich, england, russland, den usa, u. auch anderer mit atommüll ansehe so zeigt sich, dass die atomindustrie schon längst zum eigenen staat auch in unseren demokratien geworden ist.

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
26.10.2009 08:30

warum schaut die welt nur auf den Iran,Russland hält sich auch nicht an den regeln und versorgt Iran mit Raketentechnologie.

http://www.welt.de/die-welt/... llahs.html

Naeich
 
26.10.2009 03:44
Man sollte die Damenherren Inspektoren ...

vielleicht lieber nach Frankreich nach Cadarache schicken? Von dem Zeug das dort herrenlos herumliegt, koennen die Iraner nur traeumen.
Oder nach Israel .. dorthin hatte sich noch kein Inspektor verirrt und die haben schon mehrere Atom-Bomben.

Ivan Bukov
26.10.2009 22:01

Der franzoesische Atommuell ist ein Verbrechen aber weil dem so ist ist es ok dass der Iran Atommeiler, und vielleicht auch Bomben baut. Ihre tiefgreifende Logik muss man erstmal verstehen...

Hubert Ungeist
29.10.2009 08:54
Der Iran darf zur fürr friedliche Nutzung

Atommeiler bauen - darum der NPT Vertrag. Alles andere sind Behauptungen von Israel, und USA.

Und das von Geheimdiensten die nicht mal die 2. Anlage entdeckt haben - und doch angeblich jedes Geheimpapier zur Atomwaffenerzeugun des Irans kennen?

Fritz Wunderlich
26.10.2009 11:40

was für ein gewäsch, entweder aus unwissenheit oder aus absicht
israel ist iaea-mitglied und seine darunter fallenden pflichten werden beobachtet und selbstverständlich vor ort kontrolliert
dimona fällt nicht darunter

Ha Ko
26.10.2009 19:02

wird kontrolliert aber doch nicht kontrolliert
… wird nicht kontrolliert aber doch kontrolliert aber nicht ..doch ..

Fritz Wunderlich
27.10.2009 09:26

tja, dass du dich überfordert fühlst, von internationalem recht, iaea, npt, safeguard, un, internationale verträge, chronologie etc., das wundert mich nicht

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
26.10.2009 14:21

dimona fällt nicht darunter


wirklich,interessant warum nicht.

Zwei Und Vierzig
26.10.2009 22:25
Vermutlich weil Israel (neben Indien, Pakistan und Nordkorea) zwar Mitglied der IAEO ist, jedoch das NTP (Atomwaffensperrvertrag) nie unterzeichnet hat.

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
27.10.2009 18:22

ich glaube eher weil die Indien Pakistan und Israel,eben geopolitisch kaum interessant für die USA EU und Russland sind,der Iran aber wegen seines ÖL GAS und lage sehr wohl interessant ist,und wenn der Iran noch die A bombe haben Sollte,werden einige Staaten der Welt nicht mehr so Tschgalo leben können wie die es heute tun.

Fritz Wunderlich
27.10.2009 09:29

npt, nicht unbedingt nur deshalb, dimona entstand vor dem npt, und daher ist es im selben status wie jene atomanlagen frankreichs, usa, russlands, chinas usw., die ausgenommen wurden

Zwei Und Vierzig
28.10.2009 09:38

Wenn ein Land das NPT (eigentlich das Zusatzprotokoll) unterzeichnet, dann unterliegen *alle* Anlagen der Kontrollen der IAOE - und nicht nur jene, die nach einer Unterzeichnung gebaut werden.

Aber wie gesagt - Israel ist nur Mitglied der IAEO und hat das NPT nicht unterzeichnet.

Fritz Wunderlich
28.10.2009 14:11

falsch

Zwei Und Vierzig
28.10.2009 14:42
Das Zusatzprotokoll von 1997

<ZITAT>

Die Unterzeichnerstaaten des NPT sind zwar verpflichtet, sich in regelmäßigen Abständen den von der IAEA durchgeführten Kontrollen auf Vertragseinhaltung zu unterwerfen. Da diese Kontrollen aber angemeldet werden und sich zudem nur auf solche Anlagen richten, die die Vertragsstaaten freiwillig zur Kontrolle anbieten, ist die Aufdeckung eines Vertragsverstoßes fragwürdig. Um ein wirksameres Mittel der Überprüfung zu erhalten, wurde der NPT 1997 durch ein Zusatzprotokoll ergänzt, das den Inspektoren die Möglichkeit gibt, kurzfristig angesetzte Kontrollen in beliebigen Anlagen durchzuführen. [...] Zweck des Systems ist, den Missbrauch ziviler Atomprogramme für militärische Zwecke wirksamer zu verhindern. [...]

</ZITAT>

Fritz Wunderlich
28.10.2009 20:03

ja und? die fünf ständigen sicherheitsratsmitglieder sind ausgenommen, was ist daran so schwer zu verstehen. lies dich ein bißchen besser durch die iaea-dokumente, steht alles dort

Zwei Und Vierzig
28.10.2009 21:04
Es geht nicht um die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder ...

???

Ich habe geschrieben, dass die IAEO die Anlagen Israel's nicht kontrollieren darf, weil Israel das NPT nicht unterschrieben hat - und deine Antwort war "NEIN" - ich weiß nicht was du für ein Problem hast ...

Fritz Wunderlich
29.10.2009 12:56

du hast das nicht geschrieben, sondern behauptet, dass alle, die den npt unterschreiben, der kontrolle der iaea unterliegen - das ist falsch, siehe die fünf, aber wie man auch am beispiel des moolah-regimes und nordkoreas sieht
ältere anlagen, die vor dem npt gebaut wurden, sind noch mal so eine sache
tatsache ist aber, israel könnte dem npt ohne probleme jetzt beitreten, wenn es nicht seine atompolitik der zweideutigkeit verfolgen würde, denn dann könnte hochgerechnet werden, wieviele israel wirklich hat produzieren können, und ich vermute mal, die abschreckende wirkung liegt in der übertreibung, nicht in der realität

diamant
 
26.10.2009 11:03
Die Franzoesischen Anlagen unterliegen klarerweise

der Kontrolle der IAEO.
Aber fuer schlampiges Management ist diese Organisation nicht zustaendig!

Heilige Hostie
26.10.2009 02:25
Welche Atome werden

denn hier begutachtet? Und wenn Atome tatsächlich existieren - was ich bezeifle - wären dann diese Bomben nicht so klein dass man sie nicht entdecken könnte?

witchdoctor
25.10.2009 23:42
Too little too late

ElBaradei, der den Friedensnobelpreis für die IAEA entgegennahm, welcher vielmehr Hans Blix zugestanden wäre, möchte in seiner letzten Amtswoche noch etwas vorlegen, das zumindestens nach einem Kompromiss klingt, obwohl ihm genau das während seiner gesamten Amtszeit nicht gelungen ist.

Aller Hoffnung liegt doch schon längst auf Amano.

Papageninho
25.10.2009 16:50
Weltgemeinschaft?

wer? wie? wo? was? warum?
Habt Ihr alle den Mitgliedsbeitrag bezahlt?

Nowotila
27.10.2009 13:42
Weltgemeinschaft ist klar definiert

USA + GB + Israel.

Lichtfreak
26.10.2009 16:34
New World Order - NWO

Wird schon laaaange offiziell u.a. von G.Bush Senior propagiert und die Medien schauen weg, bzw. machen einfach mit....

_kalisto_
25.10.2009 19:59

scheint sich eher um die gemeinschaft der willigen zu handeln...

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