Keine Alternative zum Opel-Verkauf

24. Oktober 2009, 16:26
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Betriebsratchef: GM kann Opel nicht aus eigener Kraft sanieren - Widerspricht Spekulationen, wonach GM Opel doch behalten will - "Die Zeit drängt"

Rüsselsheim - Die bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) hat nach Ansicht des Betriebsrates keine Alternative zum Verkauf von Opel. "Der Verkauf wackelt nicht", sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. GM könne Opel nicht aus eigener Kraft sanieren, weil dem US-Konzern auch nach dem Ende des Insolvenzverfahrens das Geld fehle.

"Die US-Regierung wird kein Geld geben und wir als Arbeitnehmer werden keinen Beitrag leisten, wenn wir unter dem GM-Dach bleiben", sagte Franz. "Dann hat GM keinen Zugang zu Krediten oder Bürgschaften." Er widersprach damit Spekulationen, wonach GM Opel doch behalten will. Diese waren aufgekommen, weil GM den Termin für die Vertragsunterzeichnung mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna erneut verschoben hatte und erst am 3. November darüber beraten will. "Der GM-Verwaltungsrat hat sich im September für den Verkauf entschieden und bleibt dabei", sagte Franz. Ohne frisches Geld sei die Sanierung nicht zu machen. Beim Verkauf an Magna sollen 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen fließen.

Die von der EU-Kommission geforderte Klarstellung hat der US- Konzern nach Franz' Worten bereits am 15. Oktober nach Berlin geschickt. Der Betriebsratschef kritisierte die monatelange Hinhaltetaktik von GM. "Die Zeit drängt. Opel verbrennt jeden Monat 70 Millionen Euro", warnte Franz. "Die erneute Verzögerung ist ein bürokratisches Hick-Hack", kritisierte er. Am 30. November laufe der Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro aus, der Opel derzeit am Leben erhalte. "Einige Kräfte bei GM sind sich der Tragik nicht bewusst, dass sie die Existenz von Opel aufs Spiel setzen." (APA) 

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