Die Facebook-Sucht im Süden

24. Oktober 2009, 16:55
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Facebook macht süchtig. Und wie. Aber mit Benzin kann man das Problem manchmal lösen.

Beim Zwischenstopp auf dem Flug nach Spanien, zu einem Autotest, passierte es. Alle Journalisten drehten, kaum war die Maschine gelandet, ihr Mobiltelefon auf. Einer der Kollegen nestelte erst im Flieger, dann die Gangway entlang und später in der Halle, in der wir auf den Anschlussflug warteten, unablässig an seinem Handy herum. Zwischendurch fluchte er, dann drückte er wieder hektisch diverse Tasten, dass beide Daumen in höchster Schleudertraumagefahr waren. Auf die Frage, was er denn mache, antwortete er, er müsse jetzt - nachdem er zwei Stunden offline war, bitte - checken, was sich auf Facebook getan habe, aber er bekomme keine Verbindung.

Das Mitleid der Kollegenschaft hielt sich in Grenzen. Und während wir alle einen Kaffee tranken, tippte der Facebooker unablässig weiter. Bis der Anschlussflug startete. In Spanien angekommen, schalten wieder alle die Telefone ein, und der eine versucht wieder sein Facebook-Glück, während wir auf das Shuttle warten, das uns zu den Testautos bringt. Das kann ja nicht normal sein, denk ich mir. Spinn ich denn? Bin ich jetzt leicht auch Facebook süchtig? Muss ich permanent wissen, was sich bei meinen Freunden tut? Und renn ich unrund, wenn ich nicht online gehen kann? Das darf es ja auch nicht sein.

Pferde und Benzin gewinnen gegen Facebook

Ich will ja den Test des Megané Renault Sport, der nächsten Freitag im Standard stehen wird, nicht vorwegnehmen, aber nachdem ich auf der spanischen Rennstrecke angekommen bin und den 250 PS-Turbo-Franzosen gesehen, gehört, gerochen, gespürt und fast schon geschmeckt habe, war mein Facebook-Fieber schneller geheilt als der Motor des Renn-Rennó in den Begrenzer rennt. Die Welt ist doch noch in Ordnung. Ich bin benzindeppert wie eh und je. Ich schau nicht auf Facebook, weil ich süchtig, sondern wenn ich untermotorisiert bin. (Guido Gluschitsch)

  • 250 Turbo-PS lassen Facebook in 6,1 Sekunden ganz unwichtig werden.

    250 Turbo-PS lassen Facebook in 6,1 Sekunden ganz unwichtig werden.

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