Nach Abmahnwelle

Web-User triumphieren über Jack Wolfskin

24. Oktober 2009, 11:16
  • Artikelbild
    foto: flickr/tambako_the_jaguar

    Jack Wolfskin zieht seine Abmahnungen im Fall "Pfotendesign" zurück

Der Outdoor-Ausrüster nimmt seine Abmahnungen gegen Online-Verkäufer von Basteleien mit Pfotendesign zurück

Die heftigen Proteste, die auf eine Abmahnwelle des Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin gegen Nutzer des Portals DaWanda folgten, zeigen Wirkung. Das Unternehmen zieht seine Forderungen gegen die Hobby-Handarbeiter zurück, die im Internet Basteleien mit Pfotendesign angeboten hatten.

„Vorgehen kritisch hinterfragen"

„Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden in den aktuellen Fällen der DaWanda-Anbieter nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen", heißt es in einer Mittelung (pdf) des Unternehmens. Man sei bemüht „mit Augenmaß und nur dort vorzugehen, wo wir unsere Schutzrechte wirklich gefährdet sehen". Es sei nun also ausreichend, dass die User die betroffenen Produkte von der Plattform entfernt hätten, die Geldforderungen würden zurückgezogen.

In Zukunft direkter Kontakt statt Anwalt

Das Unternehmen teilt zudem mit, dass es sein Vorgehen in Fällen von kleingewerblichen Angeboten in Zukunft ändern wolle. Es soll zuerst direkt Kontakt mit den Verkäufern aufgenommen werden, bevor der Anwalt auf sie angesetzt wird.

Heftige Kritik

Auf der Plattform DaWanda können Hobby-Handarbeiter eigene Basteleien verkaufen. Einige Nutzer hatten unter anderem Kopfkissen, Sticker, Ohrringer oder Stickvorlagen mit Pfotendesign angeboten. Das verstoße jedoch gegen die Markenrechte von Jack Wolfskin. Der Anwalt des Unternehmens hatte mehrere Kleinstanbieter kontaktiert und sie erstens aufgefordert die betroffenen Produkte von der Website zu nehmen und zweitens Geldforderungen von bis zu 1000 Euro gestellt. In Blogs und Medien war der Hersteller daraufhin stark kritisiert worden.

„Keine Entschuldigung"

Werbeblogger.de, das den Fall als erstes veröffentlicht hatte, ist mit der aktuellen Haltung des Konzerns allerdings nicht zufrieden. „Weiterhin wird die rein technische Verteidigung der Marke über das Branding und die emotionale Verbindung zu den Kunden und Markenfans gestellt", so Blogger Roland Kühl-v.Puttkamer. Die Formulierung sei unterkühlt und es gebe keine Entschuldigung. Der Blogger glaubt jedenfalls nicht, dass das Unternehmen damit wieder das Vertrauen von Fans und Kunden gewinnen konnte. (br/ derStandard.at 24. Oktober 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 188
1 2 3 4 5
xal belo
01
28.10.2009, 10:51

Was sind Ohrringer? Machen die sowas wie Fingerhakeln mit den Ohren?

artista
14
27.10.2009, 21:06
an die vielen user die jetzt keine JW Produkte mehr kaufen wollen:

Ich finde eure haltung zu diesem thema absolut richtig.
ich gehe davon aus, dass ihr kritische konsumenten, die ihr konsumverhalten hinterfragen wollen seid.
deshalb möchte ich euch auf ein viel extremeres beispiel von krassem fehlverhalten hinweisen.

SCHOKOLADE
Der Schokoladen-Weltmarkt ist von einem hohen Konzentrationsgrad geprägt:
- 7 Länder stellen 85% der Kakaoproduktion,
- 5 Unternehmer kontrollieren 80% des Handels
- 5 Gesellschaften verarbeiten 70% des Kakaos
- 6 Global Player halten weltweit 80% des Schokoladenmarktes. (quelle transfair, deutschl.)
zb.: kraft foods (lila schoko), nestle
Und auch 2010 werden allein in westafrika (elfenbeinküste, u.a.) wieder ca. 300.000 kindersklaven auf den plantagen arbeiten. lila, nein danke!!

xal belo
01
28.10.2009, 10:48

Ich kann da die Zotter Schokolade empfehlen.

Leonardo Basil
04
27.10.2009, 11:55
Triumph?

Die Klagen werden zurückgenommen. Die Produkte die irgendwelche Kätzchentatzen drauf haben dürfen aber dennoch nicht wieder online gestellt werden.
Ein gewisser erfolg wäre es zumindest wenn auch diese (die nichts mit Wolfskin zu tun haben) wieder angeboten werden dürften. Selbst dann ist von einem Triumph noch nicht wirklich zu sprechen.
So ists eher halbherzige Schadensminimierung bei WS.

ahsooo
03
27.10.2009, 11:16
too late, Jack.

Miststierler
02
26.10.2009, 06:07
Glaubt mir, der Webuser hat mehr Macht als er nutzt - siehe Obamas Webauftritt!

Wir gewinnen mit dem Web die Demokratie zurück.

Das lernen die Parteien derzeit und wollen sabotieren, zensurieren, judikatieren, etc.

Manchmal verstehe ich die Leute um die Bastille, die den Machtadel unter Gejohle verkürzten um einen ganzen Kopf.

Dunkelgrau
03
25.10.2009, 19:12
ALLES GEPLANT!

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass diese Wolfskin-Geschichte GANZ ZUFÄLLIGERWEISE mit einer immens hoch budgetierten Werbekampagne zusammenfällt?

Was für ein Zufall...

Dekkard
00
28.10.2009, 08:43
Sehr unwahrscheinlich!

...weil ich kaufe mir das Glumpat SICHER nicht mehr! Ich bin auf bessere Aufmerksam geworden...

01052004
00
27.10.2009, 14:36
dann ist die kampagne total nach hinten losgegangen

mit derart negativer werbung kommt man nciht zu neuen kunden...egal bei wieviel sporthändlern man nun seine sachen massenweise verramscht...

für mich ist wolfskin gestorben (es wurde ja im aritkel angekündigt, man wolle genauso weitermachen)...sollen die sich mal die imitate aus dem land der mitte vornehmen, oder eine richtig große firma, mit tatzen am/im logo...

aber statt dessen: auf die kleinen treten...wie peinlich...

für dawanda andrerseits war das eine absolut perfekte werbung...

blam
05
26.10.2009, 11:30
das bezweifle ich...

... wenn überhaupt hat diese aktion mein bisher neutrales bild der marke JW dramatisch verschlechtert. nicht so weit dass ich die marke prinzipiell meiden werde, aber bei zwei gleichwertigen produkten würde ich nun eher das andere nehmen, weil ich es zutiefst verachte wenn marken allgemeingut urheberrechtlich schützen lassen wollen.

Ich glaube auch nicht dass die geschichte so große wellen geschlagen hat wie sie meinen. Die menschen die ich für solche rechtsstreite interessieren sind eher auf der opfer-seite, dem großteil ist es schlicht wurscht.
Viel eher bekannt machen die marke wohl die intensive TV-werbung die nun seit zwei Jahren in den teuersten werbeblocks geschaltet wird.

Natjef Romero
00
26.10.2009, 10:06

was soll daran clever sein, dass diese Firma für viele Involvierte gestorben ist?

frankenbach
00
25.10.2009, 19:28

Vorher war es nur ein Wolf-Logo. Ab jetzt wird jede Pfote gleich mit Wolfksin gleichgesetzt.
Wenn das wirklich so gelaufen ist war das extrem clever von denen.

Fränds
02
25.10.2009, 19:19

Dahinter steckt ein simples Werbe-Prinzip:

1) Man bringe die Marke irgendwie in die Massen-Medien und das möglich intensiv. (any news is good news) (Artikel im Spiegel, TV, ...)
2) Sobald sich das Branding in den Köpfen der Menschen verfestigt hat, bombardiere man diese mit Werbung, die ab sofort viel intensiver wahrgenommen wird.

"Web-User triumphieren über Jack Wolfskin" ist also wohl genau das Ergebnis, das von vornherein geplant war.

franz der freie
 
01
26.10.2009, 09:24
diese strategie ist bei mir und anderen aber gründlich schief gegangen, habe eine andere marke gekauft:

war das beabsichtigt ? glaube nicht.

Nope
04
25.10.2009, 19:24
Sie trauen den PR- und Rechtsabteilungen in Unternehmen zu viel Intelligenz zu

... soweit haben die sicher nicht gedacht. Vor allem Juristen sind für Argumente von Vernunft und Verhältnismäßigkeit in der Regel nicht zugänglich und PR-Menschen, die sich die Folgen solcher Aktionen zwar ausmalen können, haben in der Regel nichts zu sagen

staytuned2008
05
25.10.2009, 17:07
Jacke einer Abmahn-Company

zum Glück hab ich den "Abmahn-Artikel" rechtzeitig gelesen und mir am Freitag die Jacke eines anderen Herstellers gekauft. Wer will die Jacke einer Abmahn-Company.

Nick Knattertoni
02
25.10.2009, 15:36

wird gut sein..
muss ich also bei barfuss-spaziergängen am sandstrand keine angst mehr haben von eskimo/plattfuss geklagt zu werden..

JetztOderNIe
13
25.10.2009, 12:41
An der Qualität sollte man die Marke erkennen...

... nicht am geschützten Logo.

Wenn andere Hersteller in der Lage sind die selbe Qualität herzustellen und die Teile dann nicht vom Original zu unterscheiden sind, sollten die sich eher darüber Gedanken machen. Ich nehme an, dass die Handarbeit bei Dawanda, in der Ausführung die Teile von Wolfskin bei weitem übertreffen.

Deanna Troy
00
25.10.2009, 10:22
eine Marke sollte nicht die Abbildung aller "Pfoten" besitzen!

Was z.B. mit dem Tierschutzverein 4 Pfoten? Es sollte reichen, die designten Pfoten etwas abzuändern, damit sie dem Wolfskin Logo nicht zu ähnlich sind. Eine US-Frechheit!

Leo Kirch
06
25.10.2009, 10:01
nicht mal...

eine halbherzige entschuldigung?!
und was erwartet jw jetzt, dass die kunden in massen zurück kommen?

sorry! äußerst ungeschicktes verhalten und dann auch noch die zweite chance verklopft.

jw hat es vertan.

l.k.

Andreas Grois
00
26.10.2009, 11:12
Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund

0Stoney0
12
25.10.2009, 09:50
Nur die Musikbranche

praktiziert weiter das vorgehen - Massenklagen, statt sich am Fall Wolfskin ein Biespiel zu nehmen.

yotix
 
40
25.10.2009, 10:49

Wolfskin ist gegen Coverversionen vorgegangen; die MI wird gerade durch die Gratisweitergabe ihrer Produkte zerstört - das ist ein gewaltiger Unterschied!

brainz mitdenker
02
26.10.2009, 10:03
die MI

Die MI glaubt doch nicht im Ernst, dass die nicht verkauften Platten sammelwütiger Torrent-Nutzer jemals verkauft würden - der Schaden ist also zum grössten Teil virtuell, vor allem, da davon wohl 90% niemals abgespielt werden, denn auch des Sammlers Tag hat nur 24h.
Die "casual copy" von/frü Freunde gibt es schon seit es Tonbänder gibt. Das tragt ja auch zur verbreitung der Künstler bei.

Und: Was mich besonders nervt sind die Knastclips am Anfang einer gekauften DVD - das muss ich mich als zahlende Kunde nicht bieten lassen!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 188
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.