Nur fünf Monate nach Verurteilung - Schon das milde Urteil wegen Tötung eines Schwarzen sorgte für Empörung
Nairobi - Nur gut fünf Monate nach seiner Verurteilung in
einem aufsehenerregenden Mordprozess ist ein weißer Landbesitzer in
Kenia aus der Haft entlassen worden. Thomas Cholmondeley, ein
bekannter Nachfahre britischer Siedler, war im Mai wegen Totschlags
zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Ursprünglich war ihm Mord an
einem 37-jährigen schwarzen Wilderer zur Last gelegt worden, weshalb
ihm die Todesstrafe drohte. Das von vielen als zu milde empfundene
Urteil löste einen Sturm der Entrüstung aus.
Cholmondeley saß seit den tödlichen Schüssen im Jahr 2006 in Haft.
Er wurde am Freitag vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Ein
Behördensprecher sagte, es sei üblich, Häftlinge freizulassen, wenn
sie nur noch wenige Monate ihrer Strafe zu verbüßen hätten.
Cholmondeley ist ein Nachfahre des dritten Baron Delamere, der als
einer der ersten bedeutenden weißen Siedler in Kenia gilt. Gegen
Cholmondeley wurde bereits zweimal wegen eines Tötungsdelikts
ermittelt. Im ersten Fall - auch dabei ging es um tödliche Schüsse
auf einen Schwarzen - wurde das Verfahren allerdings frühzeitig
eingestellt, was für Empörung in der Bevölkerung sorgte. Kritiker
vermuteten eine Intervention der Regierung zu Cholmondeleys Gunsten. (APA/AP)