Häupl will sich kommende Woche entscheiden

23. Oktober 2009, 19:05
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Teil des Albertinaplatzes ist wahrscheinlichster Standort

Wien - Genau vor einem Jahr, am 24. Oktober 2008, starb der Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk. Ein Jahr später endet nun die Frist, die die Stadt bei der posthumen Benennung von Straßen und Plätzen nach prominenten Wienern einhält.

Bürgermeister Michael Häupl (SP) will kommende Woche seinen Vorschlag für eine Helmut-Zilk- Adresse bekanntgeben. Welcher Platz ihm dabei vorschwebt, behält er derzeit noch für sich. Als wahrscheinlichste Variante gilt, dass die kleine Grünfläche auf dem Albertinaplatz hinter der Oper zum Zilk-Platz wird.

Die Witwe des Altbürgermeisters, Dagmar Koller, favorisiert jedenfalls diesen Standort - er biete sich wirklich ideal an, sagt Koller. Hier müsse keine Adresse verändert werden, und der Platz mit dem von Zilk durchgesetzten Hrdlicka-Denkmal sei besonders mit ihm verbunden.

Kurz nach Zilks Tod sprachen sich die Grünen für eine Umbenennung des Lueger-Platzes aus. Begründung: Lueger sei ein Antisemit gewesen. Die schwarze Bezirksvorsteherin der City, Ursula Stenzel, machte sich wiederum dafür stark, einen Teil des Rathausplatzes in Helmut-Zilk-Platz umzubenennen. Der Albertinaplatz sei aber auch ein geeigneter Standort, sagt Stenzel-Sprecherin Angelika Mayr- hofer-Battlogg. "Der Bezirk wird diesen Vorschlag unterstützen, schließlich ist er auch im Sinne der Witwe."

Die dreieckige Grünfläche neben Hrdlickas "Mahnmal gegen Krieg und Faschismus" stand bereits zweimal vor der Umbenennung. Auf Vorschlag des Bezirks sollten Tafeln mit der Aufschrift "Theodor-Herzl-Platz" beziehungsweise "Simon-Wiesenthal-Platz" angebracht werden. Beides wurde im Gemeinderat abgelehnt, der Theodor-Herzl-Platz befindet sich inzwischen am Parkring, die Simon-Wiesenthal-Gasse im Prater.

An Zilk erinnert seit vergangenen Sonntag auch eine 1,5 Hektar große Grünfläche am südlichen Stadtrand. Als Teil der Aktion "Wald der jungen WienerInnen" pflanzten Wiener dort Jungbäume an. An den Namenspatron des Waldes erinnert eine entsprechende Gedenktafel, die von Koller und Häupl enthüllt wurde. (Martina Stemmer, DER STANDARD Printausgabe 24./25./26.10.2009)

 

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