Gorillas im Kochtopf

25. Oktober 2009, 12:03

Laut WWF steigt die Nachfrage nach Buschfleisch in West- und Zentralafrika - eine Gefahr für seltenere Tierarten

Frankfurt - Den Behörden in Kamerun ist ein Schlag gegen illegale Wilderei und den verbotenen Handel mit Buschfleisch gelungen: Nach monatelangen Vorbereitungen nahmen Beamte in der Stadt Yaoundé bei einer großangelegten Razzia drei Händler fest, die Buschfleisch von bedrohten Tierarten, darunter Gorilla-Produkte, verkauft hatten, gab der WWF diese Woche bekannt. 

Steigende Nachfrage

Nach einer aktuellen Studie von WWF und TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm mit der Weltnaturschutzunion, geraten Wildtierbestände in Afrika durch die steigende Nachfrage nach Buschfleisch zunehmend unter Druck. "Wir beobachten mit Sorge die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels in West- und Zentralafrika", so Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzreferent und Autor der Studie.

Nach WWF-Informationen dienen Wildtiere nicht mehr nur der lokalen Bevölkerung als Nahrungsgrundlage. Durch verbesserte Transportwege und der Erschließung weiter Teile des Regenwaldes gelange erschwingliches Buschfleisch in immer größerer Menge in die Städte. Gerade in den wachsenden Ballungszentren steige die Nachfrage unaufhörlich, da die Urbanisierung meist mit einer Kaufkraftzunahme der Bevölkerung einhergehe.

Bedrohte Bestände

"Die Jagd auf Wildtiere wird durch die Kommerzialisierung erheblich verschärft. Vor allem die Bestände seltener Tierarten drohen aufgrund der intensiven Bejagung zusammenzubrechen", warnte Ziegler. So seien zwei Arten von Stummelaffen in Folge des professionalisierten Buschfleischhandels schon ausgestorben. Auch die Bestände der Gorillas sind nach WWF-Angaben in Gefahr. Schätzungen der Umweltschutzorganisationen zufolge werden pro Jahr 6.000 der seltenen Menschenaffen für den Buschfleischhandel getötet. Inzwischen würden auch Elefanten nicht nur wegen des Elfenbeins geschossen. Die Wilderer seien auch hinter dem Fleisch der Dickhäuter her.

"Gelingt es uns nicht den Jagddruck zu reduzieren, werden wir in weiten Teilen Afrikas bald mit Wäldern zu tun haben, deren Fauna größtenteils verschwunden ist", fürchtet Ziegler. Mit den Tieren gingen dem Tropenwald wichtige ökologische Funktionen verloren, denn viele Arten seien Samenverbreiter oder hielten Baumschädlinge in Schach. Hinzu komme, dass die lokale Bevölkerung auf Buschfleisch als Nahrungsgrundlage und Proteinlieferant angewiesen sei.

Forderungen und Maßnahmen

"Wir brauchen dringend ein effektives Managementsystem um die nachhaltige Nutzung von Wildtierarten zu gewährleisten", so der Experte. Ziel des WWFs sei ein übergreifendes Monitoring-System. Zudem arbeite die Umweltschutzorganisation in ihren Projektgebieten an der Ausweisung von Jagdzonen, die von der einheimischen Bevölkerung ("Local Communities") eigenständig verwaltet werden sollen. Wilderei und Handel mit geschützten Arten wie Menschenaffen und Elefanten müssten, so die Forderung des WWF, auf breiter Front bekämpft und Verstöße mit empfindlichen Strafen geahndet werden. (red)


Link
WWF

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Bon Scott
00
27.10.2009, 09:04

ich finde sowas kanibalisch ....

Der Unkurze
00
27.10.2009, 11:45

es werden hier doch keine menschen gegessen...

Bon Scott
00
27.10.2009, 15:54
ja aber menschenaffen

und manchen menschen sind diese affen ähnlicher als ihnen lieb ist.

fuerTiere
00
26.10.2009, 12:19
Es steht nicht gut um die Überlebenschancen unserer nächsten Verwandten.

Die in den letzten Jahrzehnten entstandene Kommerzialisierung des "Bushmeat"-Handels ist auf das Bevölkerungswachstum, die zunehmende Verstädterung und weltweite Industrialisierung zurückzuführen. "Nebenprodukte" sind die Waisen, deren Mütter getötet wurden. Die Jäger nehmen sie als Spielzeuge für ihre Kinder mit oder verkaufen sie. Die meisten sterben nach wenigen Tagen qualvoll und traumatisch an Krankheit, Fehl- und Unterernährung.

fansong
01
26.10.2009, 18:46

ich sehe die gesteigerte nachfrage als große chance für die gorillas!
wenn der preis noch weiter steigt lohnt sich iwann die gorillaviehzucht und dann is das überleben der gorillas für lange zeit gesichert.

und wenn nicht, wozu brauchen wir bitte gorillas?

herr_rechtsausleger
00
27.10.2009, 11:12
wozu braucht man menschen?

problemguru
00
26.10.2009, 12:06
Gorillas/Schimpansen mit HI-Viren

Rhesusaffen mit dem Marburg-Virus (Ebola,...)
Ratten und andere Nager mit Lassa-Viren ect...
na dann "Mahlzeit"

Daniel XYZ
00
26.10.2009, 12:05
affen essen affen

Muhu
 
62
26.10.2009, 10:43
Weiß jemand, wo man in Österreich Gorilla-Fleisch probieren kann?

Zarathustra
00
26.10.2009, 17:11

Ich seh eigentlich nur einen hauchdünnen Spagat zwischen Anfragen ihrer Art und dem Kanibalen von Rotenburg, der seine Affen wenigstens auf freiwilliger Basis suchte.

fokyoo
05
26.10.2009, 14:17
schneiden's ihnen ein scherzl aus dem eigenen arsc.h

die dna-differenz von 0,1 grad dürfte egal sein, muss ja eh noch gegrillt und gewürzt werden..

Der Unkurze
01
27.10.2009, 11:46

naja nein die artgerechte haltung fehlt beim hinternschnitzel eindeutig, ausserdem ists alles andere als bio
und das schmeckt man :)

linksrechts
11
26.10.2009, 09:14
Die Bevölkerung

auf dem afrikanischen Kontinent hat sich in ca. 110 Jahren verachtfacht. Mit der Aussicht, dass sie sich bis 2050 nochmals verdoppelt.
Und dies bei gleichzeitiger Ausdehnung der Wüsten, konstanten Hungersnöten und bewaffneten Konflikten. Daraus folgt wohl, dass wir uns spätestens in zwanzig Jahren nicht mehr mit bush-meat beschäftigen müssen, da die Tiere in den letzten Rückzugsgebieten verkocht sein werden.

Truthlobby
07
25.10.2009, 23:37
ich fänds am effektivsten

ein gerücht zu verbreiten, nach dem gorillafleisch tödliche krankheiten verbreitet. sicher einfacher als den leuten dort erklären zu wollen was da so schlimm dran ist eine tierart auszurotten..

Hugo Wiesinger
00
26.10.2009, 13:30
Dann würde es aber auch kein

Aids mehr geben, wenn der Mensch ein rationales Wesen wäre .-)

problemguru
00
26.10.2009, 12:09
ein Gerücht???

tut es schon längst!
(HIV, Marburg, Lassa, ect,...)

Löschkandidat
08
26.10.2009, 09:22
Besser behaupten es macht impotent, das wirkt mehr als der drohende Tod

shadow on the wall
00
26.10.2009, 13:39

Sieht man ja bei den Rauchern wie das wirkt! ;-)

vote4un
 
00
25.10.2009, 23:28
einbindung der einheimischen

Grzimek hat es bereits vor vielen Jahren erkannt, ein schutz ist nur möglich wenn die einheimische Bevölkerung auch einen Nutzen davon hat beispielsweise durch den Tourismus und wenn Wildschäden ersetzt werden. Es wird zwar immer ein paar typen geben die alles jagen was sich bewegt aber die haben es ohne Unterstützung der Einheimischen dann wesentlich schwerer. Da das Problem nicht nur ein nationales ist sollten die dortigen Staaten auch grosszügige Hilfen der Weltgemeinschaft hierfür bekommen. Es wäre eine Schande für alle - auch hier - wenn diese Tiere wegen etwas profit vernichtet würden.

*esofan*
13
25.10.2009, 22:45
sch.... chinesische essgewohnheiten

manche schlachten alles was sich bewegt *kopfschüttel*

¤
11
26.10.2009, 08:19
Na und?

Ist eine Tierart "besser" als eine andere? Wird Zeit das auch endlich die Hunde und Katzen Österreichs aufs Teller kommen.

4simo
00
26.10.2009, 15:14
als gefährdete tierart würd ich die aber nicht sehen

ich würd eigentlich lieber die gorilla geschützt wissen, als auch die katzen und hunde am speiseplan zu haben. brauchen tun wir nämlich beides nicht!

linana
21
25.10.2009, 20:29
gebt den menschen eine andere möglichkeit geld zu verdienen,

dann werden sie auch den lukrativen handel mit bushmeat lassen.
das super monitoring und management wird sicher nix helfen.

h 90
00
26.10.2009, 07:00

Nein! Manche Sachen werden in China zu Preisen gehandelt die es immer noch interessant machen. Superreiche legen da bald mal paar 1000 Euro hin.

Herzerzog Johann
20
25.10.2009, 20:24
Der Artikel gehört aber unter LeichtSinn!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.