"Wenn sich jemand bei uns melden muss, ist es Hahn"

23. Oktober 2009, 18:29
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Budgetverhandlungen der Kunstuni Linz vertagt

Wien - 26 Stunden und 35 Minuten nach der Initialzündung für die Studentenproteste im Sigmund-Freud-Park - ausgehend vom Generalstreik an der Akademie der bildenden Künste - standen sie vor dem Wissenschaftsministerium: Die Studenten verlagerten Freitagnachmittag ihren Protest aus dem besetzten Audimax (auch die Vorklinik Graz wurde besetzt) hin zum Adressaten des Protests. Sie marschierten zum Minoritenplatz, wo Minister Johannes Hahn (ÖVP) residiert. "Es geht um bundespolitische Fragen, der einzig legitime Ansprechpartner für uns ist Hahn. Wenn sich jemand bei uns melden muss, dann er" , sagte ein Audimax-Besetzer. Hahn hatte am Vormittag aber gemeint: "Die Uni Wien muss entscheiden, was sie unternimmt."

Budgetstreit fast geplatzt

Ein paar Stunden vorher wurden die Budgetverhandlungen der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz - nachdem sie bereits am Rande des Platzens waren - auf 24. November vertagt. Die Linzer fordern "Chancengleichheit" und eine vergleichbare Dotierung wie die Akademie der bildenden Künste Wien und die Universität für angewandte Kunst Wien. Während Linz (1060 Studierende) nur knapp 13 Millionen Euro vom Bund erhält, gibt es für die Akademie (1082 Studierende) 22 Millionen, für die Angewandte (1499 Studierende) 27 Millionen Euro Grundbudget vom Bund.

Mit dem derzeitigen Angebot des Ministeriums für 2010 bis 2012 "können wir nicht leben, weil wir die Situation damit nicht stabilisieren können" , sagte Rektor Reinhard Kannonier zum Standard.

Unirätin Ursula Pasterk formulierte es so: "Das Hauptproblem der Kunstuni Linz ist, dass der Hilferuf aus Linz immer bei Grein an der Donau verhallt" - also nicht einmal die Landesgrenze zu Niederösterreich erreicht, geschweige denn Wien, wo das Geld liegt. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD Printausgabe, 24.10.2009)

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