Hoffnung bei chronischer Leberentzündung

24. Oktober 2009, 18:30
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Blockieren eines Signalwegs hat bei Mäusen Verbesserung gebracht und nicht zu Leberzellkrebs geführt

Freiburg - Infektionen mit den Viren Hepatitis B und Hepatitis C verursachen chronische Leberentzündung und können dadurch Leberzellkrebs auslösen. An dieser häufigsten Form von primärem Leberkrebs sterben jährlich weltweit rund 500.000 Menschen. Ein internationales Forscherteam entschlüsselte nun, wie die Infektion zu der Entstehung eines Tumors führt.

Eine entscheidende Rolle spielen die Botenstoffe Lymphotoxin-alpha und -beta, die vorwiegend von weißen Blutkörperchen produziert werden und die Immunantworten kontrollieren. Ein internationales Forschungsteam, darunter Pathologen des Universitätsklinikums Freiburg und auch der Medizinischen Universität Graz, konnten zeigen, dass diese Stoffe bei Leberentzündungen, die durch Hepatitis B und C entstehen, und bei Leberzellkrebs stark produziert werden, und zwar auch von den Leberzellen selbst.

Tests mit Mäusen

Bildeten Mäuse verstärkt Lymphotoxin, so neigten sie zu chronischen Leberentzündungen und Leberzellkrebs, wie die Forscher in der Zeitschrift "Cancer Cell" schreiben. Wurde aber die Signalübermittlung an den Lyxmphotoxin-Rezeptor blockiert, so besserte sich die Entzündung, und es entstand kein Tumor.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Lymphotoxinproduktion in der Leber wesentlich zur chronischen Leberentzündung und der daraus folgenden Bildung von Leberzellkrebs beiträgt", so Nicolas Zeller vom Universitätsklinikum Freiburg. "Das Blockieren des Signalwegs könnte neue therapeutische Ansätze zur Behandlung chronischer Leberentzündungen eröffnen." (APA/AP/red)

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