US-Forscher wollen Zusammenhang zwischen beiden Krankheiten entschlüsseln
Boston - Die Erbkrankheit Morbus Gaucher steigert das Risiko für die
Parkinson-Krankheit deutlich. Träger der Genmutationen sind im Vergleich zu
anderen Menschen fünf Mal mehr gefährdet, die neurodegenerative Krankheit zu
entwickeln, wie eine Studie der staatlichen US-Gesundheitsinstitute (NIH) zeigt.
Gaucher-Patienten tragen zwei fehlerhafte Kopien des Gens GBA, das das Enzym Glucocerebrosidase kodiert. Dieses ist wichtig für die Lysosome,
die Verdauungsorgane der Zellen. Die seltene Erkrankung kann je nach Ausprägung
verschiedene Organe schädigen - von Milz und Leber bis zum Gehirn.
Fehlerhafte Genkopie
Nun analysierten Forscher das Erbgut von rund 5.700 Parkinson-Patienten und
5.000 gesunden Menschen auf Veränderungen des GBA-Gens. 3,2 Prozent der
Parkinson-Patienten trugen mindestens eine fehlerhafte Kopie des Gens, aber nur
0,6 Prozent der Kontrollpersonen, wie die Forscher im "New England Journal of
Medicine" berichten.
Bei Menschen mit dem veränderten Erbgut beginnt die
neurodegenerative Erkrankung zudem
durchschnittlich vier Jahre früher als bei anderen Patienten. Allerdings zählt
das GBA-Gen nur zu einem von mehreren Risikofaktoren für Parkinson. Die Forscher
wollen nun entschlüsseln, wie die beiden Krankheiten zusammenhängen.
(APA/AP/red)