Kräuter der Gattung "Origanum" wurden einem molekularbiologischen Screening unterzogen
Wien - Oregano, Majoran und verwandten Kräutern aus der Gattung
"Origanum" (Dost) werden verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt.
Ein molekularbiologisches Screening hat ergeben, dass vor allem
Syrischer Oregano (Origanum syriacum) auch große Mengen an Thymoquinon enthält.
Die Substanz, die auch im Schwarzkümmel vorkommt, gilt als vielversprechende
Substanz für die Krebstherapie. Die Arbeiten des Instituts für Angewandte
Botanik und Pharmakognosie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurden
vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt.
Im vergangenen Jahr hatten erste Studien von US-Forschern an Krebszelllinien gezeigt, dass Thymoquinon das Wachstum von pankreatischen Krebszellen hemmte und die Zellen abtötete, indem es den Prozess des programmierten Zelltodes ausgelöst hatte.
Screening
Hauptanliegen der Studie war eine Revision der 43 Arten aus der Gruppe
"Origanum" mittels DNA-Analysen. Bisher wurden die Kräuter meist mittels
morphologischer Merkmale - etwa Blätter oder Blüten - eingeordnet und
Verwandtschaftsverhältnisse bestimmt. Es zeigte sich, dass äußerliche
Ähnlichkeiten oder Unterschiede nicht unbedingt die Verwandtschaftsbeziehungen
auf genetischer Ebene widerspiegeln, so Studienautorin Brigitte Lukas.
Regionen
Bei ihren DNA-Analysen legten die Wissenschafter auch Wert auf Regionen,
welche mit der Produktion von mehr oder weniger bekannten Wirkstoffen und Aromen
der Küchen- und Heilkräuter in Verbindung stehen. Generell zeigte sich, dass es
auch innerhalb der einzelnen Arten eine große Variabilität bei der Produktion
etwa von ätherischen Ölen gibt.
Speziell im Majoran (Origanum majorana), aber auch in Proben von
kommerziellen Oregano-Produkten konnten hohe Anteile an Arbutin nachgewiesen
werden. Arbutin ist dafür bekannt, dass es von Bakterien zu Hydroquinon zerlegt
und damit als potenziell gesundheitsschädliche Substanz gilt. Allerdings müsste etwa Majoran in sehr großen Mengen
aufgenommen werden, bis die Arbutin-Aufnahme bedenklich wird.
Unterschiede zwischen und auch innerhalb der Origanum-Arten gibt es auch
bezüglich der Produktion von ätherischen Ölen, welchen die
gesundheitsfördernden, antioxidativen Wirkungen der Kräuter zugeschrieben
werden. Hohe Anteile an solchen Substanzen enthalten etwa der Gewöhnliche Oregano
(Origanum vulgaris) oder der Türkische Oregano (Origanum unites). (APA/red)