OMV-Chef sieht Ölpreis bei 60 bis 80 Dollar

23. Oktober 2009, 15:44
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Ruttenstorfer: Stabiles Preisband vernünftig, auch für die Konjunktur. Langfristig gehe die Entwicklung Richtung Renewables

Wien - Für die kommenden Jahre erwartet die OMV den Ölpreis zwischen 60 und 80 Dollar pro Fass, sagte Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien. Ursprünglich habe man für heuer 50 bis 60 Dollar angenommen, zuletzt kratzte der Preis wie berichtet an der 80-Dollar-Marke und liegt nun knapp darunter.

Ein stabiles Preisband von 60 bis 80 Dollar, wie dies die OPEC anstrebe, sei auch vernünftig, so der OMV-Chef. Preise darüber könnten schlecht für die Konjunktur sein, verwies Ruttenstorfer auf entsprechende Expertenaussagen. Die Öl- und auch die Spritpreise seien "nicht immer zu verstehen", räumte er auf eine entsprechende Frage ein, bei den Treibstoffen sei man "Teil eines europäischen Marktes".

Entwicklung Richtung Erneuerbare

Auch wenn Erdöl heute noch sehr lange, länger als früher angenommen, ausreiche, gehe die Entwicklung auf längere Sicht doch in Richtung Renewables, tendenziell auch in Richtung Strom. Erdgas werde in dieser Zeit des Übergangs weiter an Bedeutung gewinnen, hier sei eine Diversifizierung der Transportwege nach Europa nötig.

Für die unter Federführung der OMV geplante Nabucco-Leitung würden nun die Finanzierungsgespräche beginnen und auch die technischen Details abgeklärt, sodass "hoffentlich" 2010 die definitive Investitionsentscheidung für das 7,9-Mrd.-Euro-Vorhaben getroffen werden könne. Mit Aserbaidschan und dem Irak seien Gespräche betreffend Gaslieferungen zur Nabucco im Laufen. Die von Russland forcierte South-Stream sei "kein Konkurrenzprojekt, sondern nur Gas auf einem anderen Weg". Auch die South-Stream werde ja teils zum Gas-Hub Baumgarten führen.

Petrol-Ofisi-Aufstockung erst nach Dogan-Steuerklärung

Die von der OMV angestrebte Aufstockung ihres Anteils beim türkischen Tankstellenbetreiber Petrol Ofisi ist nach den Ruttenstorfers Worten erst sinnvoll, nachdem der Steuer-Konflikt des Petrol-Ofisi-Haupteigentümers Dogan Holding mit der Regierung in Ankara geklärt ist. Derzeit sei eine Aufstockung wahrscheinlich nicht leicht zu bewältigen.

Die OMV wolle sich in der Türkei verstärken. Man sollte bei Petrol Ofisi aber warten, bis sich bezüglich Dogan "der Staub setzt" und die Risiken besser abschätzbar seien, sagte Ruttenstorfer, Die OMV hält derzeit 42 Prozent an Petrol Ofisi. Zur Finanzierung wird in Finanzkreisen eine Mega-Kapitalerhöhung im Ausmaß von bis zu einer Milliarde erwartet. Das wollte der OMV-Chef am Freitag "nicht kommentieren".

Petrol Ofisi verfügt über rund 3.300 Tankstellen, die OMV in Mittel- und Osteuropa über etwa 2.500. Die Türkei sei angesichts von 70 Mio. Menschen und einem noch niedrigen Motorisierungsgrad - und entsprechendem Wachstumspotenzial - interessant. Sowohl der Ölbedarf als auch der Gasverbrauch in der Türkei werde stark steigen. Im Norden des Landes plant die OMV wie berichtet ein 800-MW-Gaskraftwerk und erwägt für die Zukunft auch die Beteiligung an einer Raffinerie bei Ceyhan.(APA)

 

 

 

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