Hinweg mit dem "Beischlafboykott"

26. Oktober 2009, 18:22
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Wie Männer trotz Unlust "ihrer" Frauen zu Sex kommen, dafür hält FirstAffair einige Zitronen trächtige Tipps parat

Also wirklich! Männer haben es nicht leicht. Das weiß heute jeder, der kein hart gesottener Macho ist oder zumindest nicht in Verdacht geraten möchte, für einen solchen aus patriarchaler Vorzeit stammenden unsensiblen, über Frauen herrschen wollenden Typus der männlichen Spezies gehalten zu werden. Und bei diesem Wollen, ein guter und dennoch "richtiger Mann" zu sein, beginnt ja bereits die Misere. Die moderne Identitätskrise des Mannes sozusagen. Denn verdammt noch mal, wie soll er denn nun sein, der Mann? Einer, der ankommt beim weiblichen Geschlecht. Einer, der gewollt und begehrt wird.

Ist er soft, zu soft, gerät er leicht in den Verruf, profillos und ohne Kanten zu sein, eine Art Weichei oder Schlappschwanz. Ist er forsch, zu forsch, gilt er schnell als rücksichtslos und egoistisch. Und welche Frau will schon einen gefühllosen egomanischen Draufgänger? Bleibt also nur das Dazwischen, die gute Mischung mit einer großen Portion Empathie, aber halt nicht zu weich und bitte schon gar nicht schlapp.

Das zu bringen sei schwierig, sagen Männer, die es ja wissen müssen. Weil, so argumentieren sie, der Trieb dazwischenfunkt. Die besten Vorsätze in Null-Komma-Nichts auslöscht, sozusagen das Gehirn entleert, weil das Blut woanders gebraucht würde. Die Natur des Mannes, so sagen sie, sei eben Stammhirn verankert und mache diese ganze Geschlechtersache schwierig.

FirstAffair, ein deutsches Seitensprungportal, hat für dieses Dilemma des modernen Mannes, der kein Macho sein will, aber trotzdem zu seinem Ziel kommen möchte,  einige "charmante" Überredungsversuche zusammengestellt, "um beim nächsten Beischlafboykott mit den richtigen Argumenten gewappnet zu sein", heißt es da. Männer müssten sich nicht geschlagen geben, wenn ihre Liebste mit der Aussage "Heute nicht, Schatz, ich habe Kopfweh" ihr Desinteresse an Sex bekundet, sondern sie als "vermeintliche Ausrede" interpretieren. Denn "mit einem Schäferstündchen (könnte er ihr) sogar Linderung verschaffen, denn für viele Wehwehchen ist ein ausgelassenes Liebesspiel genau das Richtige", rät FirstAffair.

Dann folgt eine Auflistung der "Top-Fünf der unschlagbaren Argumente", die von Stressabbau, Schmerzlinderung, Stärkung des Immunsystems, Figurtraining bis zum strahlenden Teint reichen. 

Dass ein klares Nein der Frau nichts anderes bedeutet als eben Nein, kommt in den Köpfen der FirstAffair-Berater nicht vor. Hauptsache, die Männer kommen zu ihrem Ziel. Dafür verteilen wir saftige Zitronen.
(dabu/diestandard.at, 26.10.2009)

  • FirstAffair hat wohl die Männer zu ihrer Zielgruppe erkoren...
    ontage/diestandard.at

    FirstAffair hat wohl die Männer zu ihrer Zielgruppe erkoren...

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