Gegen die Ohnmacht

23. Oktober 2009, 17:09
  • Artikelbild
    foto: oenb

    Vom Arbeiterkind zur Abgeordneten, die für die Rechte der Frauen eintritt: Die bewegte Biografie der Adelheid Popp (1869-1939) führte nicht nur unzähligen Frauen ihr eigenes Schicksal vor Augen, sondern schaffte es auch, bürgerliche Kreise auf das Elend und die Bedürfnisse der Arbeiterschicht aufmerksam zu machen.

Ihre Kindheit verbrachte sie in Armut, hinaufgearbeitet bis zur Abgeordneten hat sie sich aus eigener Kraft

Sie starb im Bewusstsein, alles, woran ihr Herz hing, verloren zu haben. Hilde Schmölzer über Adelheid Popp (1869-1939).

***

Das Elend ihrer frühen Jahre ist symptomatisch für Generationen von Arbeiterkindern im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Vater, ein aus Böhmen nach Inzersdorf eingewanderter Weber, prügelt seine Frau regelmäßig im Suff, schwängert sie fünfzehnmal und lässt seinen Jähzorn auch an den fünf überlebenden Kindern aus - zehn sind im Säuglingsalter gestorben. Die umfangreiche Familie - Adelheid ist die Jüngste - bewohnt ein einziges Zimmer, in dem gearbeitet, gewohnt und geschlafen wird. "Was ich von meiner Kindheit weiß, ist so düster und hart und fest in mein Bewusstsein eingewurzelt, dass es mir nie entschwinden wird" , schreibt Adelheid in ihren Jugenderinnerungen.

Adelheid Popp, geborene Dworak, wird die profilierteste Vertreterin der ersten sozialdemokratischen Frauenbewegung Österreichs. Später wird sie von einem weinenden, fünfjährigen Kind berichten, das am Weihnachtsabend zum ersten Mal einen von der Mutter mühsam zusammengesparten Christbaum bekommt, den der alkoholisierte Vater im Jähzorn mit einer Hacke zerschlägt. Von ihrer Scham, wenn sie als "Neujahrswünscher" wohlhabende Familien anbetteln musste. Von einer Herzogin, die ihr ein paar Schuhe für den Winter schenkt und bei deren Besuch sie sich zum ersten Mal in einem Spiegel sieht. Und von den Bemühungen der Mutter, sich und die Familie nach dem frühen Krebstod des Vaters durch Gelegenheitsarbeiten durchzubringen. Sie erzählt sachlich, in einer schlichten Sprache ohne Pathos und ohne jeden literarischen Anspruch. Das Buch mit dem Titel Die Jugendgeschichte einer Arbeiterin, das 1909 - vorerst anonym - erscheint, erlebt schnell mehrere Auflagen und wird in zehn Sprachen übersetzt. Es führt nicht nur vielen Arbeiterinnen ihr eigenes Schicksal vor Augen, sondern sensibilisiert auch bürgerliche Kreise für das Elend der proletarischen Unterschicht.

Obwohl Adelheid durch Näharbeiten dazuverdient, stellt der Schulbesuch in Inzersdorf, wo sie geboren ist, eine große finanzielle Belastung dar. Ihre Mutter musste bereits mit sechs Jahren als Dienstmädchen arbeiten - ein Schicksal, das sie Adelheid trotz extremer Armut ersparen will. Aber schon nach der dritten Klasse Volksschule findet die Mutter (die weder lesen noch schreiben kann), dass ihre Tochter genug gelernt hat und zum Familieneinkommen beitragen muss. Zwar ist ein achtjähriger Schulbesuch damals bereits obligatorisch und auch Kinderarbeit untersagt, doch werden diese Gesetze häufig umgangen.

Adelheid hat ihre Mutter geliebt, beschreibt sie als aufopfernd und bemüht, ihre Kinder "redlich zu erziehen und vor Hunger zu schützen". Sie steht ihr ganzes Leben zu ihr, obwohl die Mutter im Alter die Tochter immer weniger versteht, ihr Vorwürfe macht, dass sie das in ihren Augen höchste Glück, nämlich Hausfrau und Mutter zu sein, einer politischen Karriere opfert.

Als Adelheid zehn Jahre alt ist, zieht sie zusammen mit der Mutter von Inzersdorf nach Wien, wo sie jetzt arbeiten muss. Zuerst zwölf Stunden täglich in verschiedenen Textilwerkstätten, mit 13 Jahren wird sie Fabriksarbeiterin. Ihr größter Wunsch: einmal ausschlafen können. "Schlafen wollte ich, bis ich selbst erwachte, das stellte ich mir als das Herrlichste und Schönste vor." Zweimal versucht ihre Mutter sie in einer Lehre unterzubringen, um ihr einen ordentlichen Beruf zu ermöglichen. Aber die Lehrherren und -frauen kassieren zwar das mühsam aufgebrachte Lehrgeld, benutzen Adelheid jedoch als Mädchen für alles, sodass sie gar nichts lernt.

Schließlich rächt sich der ständige Raubbau an dem jungen Körper: Sie erleidet mehrere Ohnmachtsanfälle und wird in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Dort geht es ihr so gut wie noch nie zuvor, sie bekommt regelmäßiges Essen, besitzt zum ersten Mal in ihrem Leben ein eigenes Bett und saubere Wäsche. Als die Ärzte ihr auch noch Lesestoff besorgen, ist ihr Glück vollkommen. Neben den bislang wahllos verschlungenen Kolportageromanen, Indianergeschichten und Berichten aus kaiserlichen und fürstlichen Häusern liest sie jetzt Schiller und Daudet. Aber nach ihrer Entlassung aus der Klinik stellen sich die Ohnmachtsanfälle neuerlich ein, sie wird als Vierzehnjährige zu alten, siechen und verwirrten Frauen in ein Armenhaus gesteckt, und nur ein Zufall bewahrt sie davor, in ihr "Heimatland" , Böhmen (aus dem ihr Vater stammt), abgeschoben zu werden.

Die Wende in ihrem Leben

Mehrmals ist sie sexuellen Belästigungen ausgesetzt. Einmal kündigt sie deswegen ihre Arbeit in der Fabrik, was wiederum schwere Vorwürfe der Mutter zur Folge hat. Oft irrt sie an kalten Wintertagen beschäftigungslos durch die Straßen, leiert an Wohnungstüren ihr "Bitt schön um Arbeit" herunter und flüchtet schließlich verzweifelt in irgendwelche Kirchen, um dort inbrünstig zu "Maria, der Jungfrau" und allen Heiligen um Arbeit zu beten. Adelheid ist zu dieser Zeit nicht nur kaisertreu, sie ist auch fromm.

Die Wende in ihrem Leben stellt sich nicht nur durch etwas bessere Arbeitsbedingungen, sondern durch eine Bewusstseinsänderung ein. Sie beginnt, sozialdemokratische Blätter zu lesen, hat ihre erste Begegnung mit Sozialdemokraten (meist Freunde ihrer Brüder) und besucht - oft als einzige Frau- ihre ersten Versammlungen. Langsam erkennt sie, dass ihr Schicksal nicht gottgewollt, sondern veränderbar ist. Ihr Geschlecht empfindet sie dabei als großen Nachteil: "Dass ich als Mädchen in der sozialistischen Bewegung oder im politischen Leben überhaupt etwas leisten könne, wusste ich damals noch nicht." Sie möchte ein Mann sein. Auch von der "Frauenfrage" hat sie trotz inzwischen erfolgter Gründung des Arbeiterinnenbildungsvereins "keine Ahnung ... es schien alles nur Männerleid und Männerelend zu sein" .

Tatsächlich ist der Antifeminismus damals unter den Genossen noch sehr verbreitet, viele halten an der traditionellen Frauenrolle fest, und erst spät, nämlich am Parteitag des Jahres 1907, wird der Aufbau einer freien politischen Frauenorganisation beschlossen. Hemmend wirkt sich das sogenannte Vereinsgesetz aus, das Frauen jede politische Betätigung verbietet und erst 1918 aufgehoben wird. Häufige Gefängnisstrafen von Genossinnen - auch Adelheid Popp muss eine vierzehntägige Haft absitzen - sind die Folge. Ihre erste Rede 1891 vor einer Versammlung schildert Adelheid emphatisch: "Als ich die Stufen zum Rednerpult hinaufging, flimmerte es mir vor den Augen, und ich spürte es würgend im Halse. Aber ich überwand diesen Zustand und (...) sprach von den Leiden, von der Ausbeutung und von der geistigen Vernachlässigung der Arbeiterinnen ..." Ihre Rede wird nicht nur mit großem Beifall aufgenommen - dass eine Frau öffentlich zu den Genossen spricht, ist höchst ungewöhnlich -, sie wird auch in einem Fachblatt abgedruckt und Adelheid Popp in der Folge eine begehrte Rednerin auf Versammlungen. "Ich kam mir vor, als hätte ich die Welt erobert." Wieder arbeitet sie bis zur Erschöpfung, eilt nach elf Stunden Arbeit in der Fabrik zu Versammlungen in ganz Wien, meist zu Fuß, denn die Pferdestraßenbahn endet früh am Abend, auch hätte sie sich die Fahrtkosten nicht leisten können. Sie plädiert für eine separate Frauenorganisation, für eine vermehrte Aufnahme von Frauen in die Gewerkschaft, polemisiert gegen die "Heiligkeit der Ehe" und beteiligt sich am ersten Arbeiterinnenstreik. Von der bürgerlichen Presse als Hetzerin und Aufwieglerin verschrien, schreibt sie Beiträge für die Arbeiterinnen Zeitung, die ab Jänner 1892 zweimal pro Monat als Beilage zu der von Victor Adler gegründeten Arbeiter Zeitung erscheint. Nachdem das Blatt dann im Oktober 1892 als unabhängiges Organ der Frauenbewegung herauskommt, wird sie zur Chefredakteurin ernannt. Eine beispiellose Karriere für eine halbe Analphabetin, die sich Bildung mühsam selbst beibringt und deren erste Artikel wegen fehlender orthografischer Kenntnisse von Viktor Adler korrigiert werden müssen.

Zu Beginn des Jahres 1894 heiratet sie den 20 Jahre älteren Julius Popp, Mitherausgeber der Arbeiter Zeitung, Parteikassier und neben Victor Adler der wahrscheinlich wichtigste Mann in der Partei. Ihre Ehe, in der sie zwei Söhne zur Welt bringt, stellt sie stets als beispielgebend dar. Dass Julius sie nicht in ihrer politischen Arbeit behindert, sondern im Gegenteil dazu ermutigt, erscheint ihr so außergewöhnlich, dass der vielfach belasteten Frau, die wieder mit Ohnmachtsanfällen zu kämpfen hat, der Gedanke an Mithilfe im Haushalt gar nicht kommt.

Nachdem ihr Mann nach nur neun Jahren Ehe stirbt, bleibt sie mit zwei Kleinkindern, der über 80-jährigen Mutter und einer halbwüchsigen, von Tuberkulose bedrohten Nichte zurück. Zu den schweren finanziellen Sorgen kommen ständige Krankheiten, aber erst nach elf Jahren wird ihr bedrohlicher Zustand von der Partei wahrgenommen und ihr ein Gehalt ausbezahlt, mit dem sie ihre Schulden begleichen kann.

Im ersten Weltkrieg erwartet sie ein weiterer Schicksalsschlag: Ihr Sohn Julius fällt neunzehnjährig an der Front. Neun Jahre später stirbt der zweiten Sohn Felix an Grippe.

Wie sehr Adelheid und die Genossinnen ständig an doppelter Front zu kämpfen haben - nämlich für die politischen Rechte des Proletariats auf der einen und gegen die Männer in der eigenen Partei auf der anderen Seite - und wie oft sie zu Kompromissen gezwungen sind, zeigt ihr Kampf für das Frauenwahlrecht. Obwohl die sozialdemokratische Partei die einzige ist, die eine - in der Praxis allerdings sehr halbherzig geübte - Forderung nach dem Frauenstimmrecht in ihr Programm aufgenommen hat, verzichten die Frauen immer wieder aus Parteidisziplin zugunsten der Männer. "So sehr wir uns bewusst sind, dass das gleiche Recht, für das wir kämpfen, das gleiche Recht der Frauen in sich schließt, sind wir mit Ihnen einer Meinung, dass der Augenblick des großen Kampfes, der jetzt gekommen ist, nicht dazu angetan ist, das gleiche Recht der Frauen in den Vordergrund zu stellen." 1907, als das allgemeine und gleiche Männerwahlrecht beschlossen ist, wird diese Haltung der österreichischen Genossinnen auf der 1. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Stuttgart auch heftig kritisiert.

Als Frauen 1918 endlich das aktive und passive Wahlrecht in Österreich erkämpft haben, zieht Adelheid Popp zusammen mit acht weiteren sozialdemokratischen Frauen ins Parlament ein und übernimmt nach Clara Zetkin den Vorsitz im "Internationalen Frauenkomitee". Sie setzt sich in der Folge vor allem für die Gleichstellung von Mann und Frau, die Dienstboten, eine Reform des Abtreibungsverbotes ein und veröffentlicht zahlreiche Publikationen.

In ihren letzten Lebensjahren muss sie mit ansehen, wie das Verbot der sozialdemokratischen Partei, die Niederlage der Arbeiterschaft und die Machtergreifung Hitlers ihr Lebenswerk vernichten. Nach ihrem Tod am 7. März 1939 - sie stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls - darf kein Nachruf veröffentlicht werden. Aber 1949 erinnert sich das offizielle Österreich und gibt einem Gemeindebau im 16. Wiener Gemeindebezirk ihren Namen. (Hilde Schmölzer, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 24./25./26.09.2009)

Zur Person:
Hilde Schmölzer veröffentlichte zahlreiche Bücher über Frauengeschichte. 2008 wurde das Buch "Revolte der Frauen, Porträts aus 200 Jahren Emanzipation" neu aufgelegt. Zuletzt erschienen: "Frauenliebe. Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte" (Promedia Wien).

  • Ein Mensch im Bild

    Ja, was ist denn das? [14]

    TitelbildWo vorher das Zeichen deutscher Ehre und Treue prangte, verkündete eine helle weiße Fläche nur Unschuld

  • Die Regisseurin im Raum

    TitelbildFür sie bedeutete jedes Loslassen eine Veränderung ihrer Umgebung und damit der ganzen Welt. Vor einem Jahr, am 18. Oktober 2009, starb die New Yorker Künstlerin Nancy Spero

  • Ein Engel im Bild

    Face the future! [3]

    TitelbildWalter Benjamins berühmte Allegorie vom "Engel der Geschichte": Wie können wir sie für unsere fragmentierte und globalisierte Welt in Bewegung versetzen?

  • Hinter dem Zaun [9]

    TitelbildJedes Wochenende besucht mich ein rothaariger Junge. "Don Carlos", flüstert er, "Don Carlos". Juli Zeh über den Infanten von Spanien, gemalt von Alonso Sánchez Coello - Ein Vorabdruck

  • Am Rande des Streuobstgürtels [5]

    TitelbildDie Frau auf dem Foto, Frau H. (1923-2005), ist jahrzehntelang unsere Nachbarin gewesen

  • Erinnern heißt: Vergessen [16]

    TitelbildFinstere Tage. Dennoch das Gefühl, dass der Dialog mit ihm einfach weitergeht. Weil es eine Schande wäre, wenn etwas "abreißen" würde. Claus Philipp über Christoph Schlingensief

  • Ein Mann, kein Wort [1]

    TitelbildEr war das Glotzermännle, so nannten wir ihn, er glotzte die Welt an, doch die Welt sah nicht zurück, sie übersah ihn, der hier auf dem schäbigen Bahnhof in Deckung ging

  • "Sehr fesch, meine Herren" [8]

    TitelbildIm vergangenen Jahr feierte Herr Hermanek aus Hernals einen runden Geburtstag

  • Ein Mädchen namens Non [3]

    Auf mich zeigend sagte ich "Martina" , auf sie deutend "Non". Tarzan und Jane im digitalen Zeitalter

  • Blonder Sonnenschein, sehr gefragt [2]

    TitelbildJene Zeitungsseite, von der ich bis zum Vorjahr geglaubt habe, dass sie das erste Fotodokument über mich enthielte, vergilbt zusehends.

  • Aufgeklärt romantisch

    TitelbildMit 13 verliebte ich mich in eine Feministin. Meine Angebetete zählte zu diesem Zeitpunkt 222 Jahre und lag bereits 184 unter der Erde

  • Der Hausmeister im Urlaub [13]

    TitelbildAuch ein Hausmeister muss mal raus. Aber Kurt kann nicht wegschauen. Er sieht sie einfach: die Arbeit

  • "Bin ins Blaue gefahren!" [53]

    TitelbildIm Juli vor sechs Jahren wurde der weltberühmte Dirigent Carlos Kleiber in Slowenien begraben, ganz ohne letzte Ehre des offiziellen Österreich. Franzobel über einen, der die Wiener nicht gebraucht hat.

  • Ein verzagter Zuchtmeister [24]

    TitelbildGustav Mahler (1860 bis1911) wurde nur 51 Jahre alt - Er hat einen Teil der Musikwelt niedergerissen und in den Ruinen Baustellen errichtet

  • Ein Mensch im Bild

    Das Erschreckende an Frau F. [375]

    Titelbild"Frau Fekter" , habe ich geschrieben, "man kann nicht verlangen, dass ich ein Schreiben an Sie mit der Floskel ,Sehr geehrte‘ beginne."

  • Ein Mensch im Bild

    Spiel im Hof [2]

    TitelbildEs ist alles ein Abenteuer, wenn ich einen Satz beginne, ich weiß nicht, wie er enden wird, und trotzdem wage ich es - Alois Hotschnig über den in Zagreb lebenden kroatischen Übersetzer Sead Muhamedagić

  • Held der Geschichte [2]

    TitelbildDer Schriftsteller Multatuli ist einer der berühmten Vergessenen - In den Niederlanden wird er dieses Jahr groß gefeiert und fast täglich zur Auferstehung gebracht

  • Schlaues Wasser mit Honig [4]

    TitelbildNa bumm, dachte ich mir. Der Mann gefällt mir. Ich werde ihn nicht mehr aus den Augen lassen. Doch das erwies sich als schwierig.

  • Konrad Paul Liessmann

    Wir beide treiben ein Spiel [128]

    TitelbildUnsere erste Begegnung fand in einem Wirtshaus statt. Dort saßen wir zufällig nebeneinander am Tisch - Das ist nun tatsächlich schon 25 Jahre her

  • Aus dem Rahmen [9]

    TitelbildÜber Karl Valentin - Für Friedrich Achleitner zum Beginn seiner 81. Sonnenumrundung

  • Fotos um mich herum [4]

    TitelbildImmer wieder schaue ich ihre Fotos an. Ich frage mich, was ich über sie weiß. Hatten sie Freundinnen? Wohlgehütete Geheimnisse?

  • Schreiben als einziger Ausweg

    Titelbild"Nur was ich vergessen soll, vergesse ich nicht." 30 Jahre verbrachte Nelly Sachs, die Berliner Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin, im schwedischen Exil

  • Beim Kanzler, 1977 [26]

    TitelbildDer Kanzler ist sechsundsechzig, er mag die kritischen Jungen im Land, die ließen ihn wichtige Wahlen gewinnen. Der Redakteur ist siebenundzwanzig, hat einen Kassettenrekorder mit

  • Ein Leben auf Grundstufe

    TitelbildKlaus Adomeit war kein Philosoph, er tat Dinge, die eines Philosophen würdig gewesen wären

  • Fürchten müssen [3]

    TitelbildSo viele Orte, Namen und Eindrücke ihm das Vergessen auch nahm, genügend Berggipfel, um zu benennen, wohin er nicht mehr musste, fielen ihm fast bis zum Ende ein

  • Unvergessliche Dinge [1]

    TitelbildWas sich schon früh in seinem Leben manifestierte, war ein Hang zu Visionen, die ihn von Zeit zu Zeit anfielen - Über Joseph Cornell

  • Olga Flor

    Leerstellenwerte [6]

    TitelbildEs ist gar nicht so leicht, keine Meinung zu haben, und trotzdem dauernd umzufallen - Das braucht Übung und Fingerspitzengefühl

  • Ronald Pohl

    Der zerschnittene Globus [6]

    Die hingestreckte, wie von einem Blitz gefällte Gestalt des Mannes, der, wie jener unbekannte Meister der Illusionsmalerei, in sein eigenes Bild Eingang gefunden hat

  • Ludwig Laher

    Ich habe unter euch gewohnt

    Ich kenne ihn. Das heißt, ich habe mich mit ihm beschäftigt, persönlich begegnet bin ich ihm nicht

  • David Schalko

    Greif braucht Auslauf [70]

    TitelbildWir pflegten uns, wir trieben Sport und genossen die Landschaft, in der sich das Gesindel nicht verstecken konnte

  • Dimitré Dinev

    Das Rasiermesser [6]

    TitelbildNein, mein Großvater war kein Held. Wie könnte er es auch sein, wenn das Allergrößte, das Allerhöchste, was man von ihm erwarten konnte, ein Witz war oder ein Scherz

  • Barbi Marković

    Großmutter C. Frank [7]

    TitelbildWäre es besser gewesen, meine Großmutter oder Jackson C. Frank gewesen zu sein - Ich muss entscheiden

  • Benjamin von Stuckrad-Barre

    Drah di ned um [25]

    TitelbildOb Falco die Freunde hatte, die er verdiente, vermag man nicht zu beurteilen - Fest steht, dass etliche, die sich seine Freunde nennen, auch gut an ihm verdienen

  • Joachim Meyerhoff

    "Ilse"

    TitelbildDie Bäckersfrau saß fast immer neben der Vitrine auf einem einfachen Holzstuhl. Sie trug eine bunte, verwaschene Kittelschürze

  • Walter Kohl

    Reise von Linz nach Kitschi-Gami [1]

    TitelbildWorum ein Autor des 21. Jahrhunderts einen in Vergessenheit geratenen Erfolgsautor des 19. Jahrhunderts beneidet

  • Bruno Pellandini

    Die Reni, ein Falott und ein Hallodri [1]

    TitelbildMan muss dem Herrgott danken, dass man eine wie die Reni unter die Haube bringt

  • Leopold Federmair

    Herzversagen [9]

    TitelbildEr arbeitete von jeher als Knecht bei einem Bauern und ging jeden Tag zu Fuß die vier Kilometer vom Hof bis zur Ortsmitte und wieder zurück

  • Armin Baumgartner

    Die langen grauen Haare [7]

    TitelbildDie Deckerle lebte unterhalb unserer Wohnung, und da sie genügend Zeit hatte, gab sie acht auf uns zwei Geschwister, während die Eltern in der Arbeit waren

  • Die kleine große Freiheit Nummer 7 [6]

    TitelbildEin Wunschkonzert aus diffusem Fernweh und bloßfüßiger Wildheit: Adelheid Dahimène über Freddy Quinn

  • Eine gleichere Kindheit [41]

    TitelbildWas für ein Name! Wie Cher oder Madonna. Wie Jesus. Oder Che. An einen solchen Namen muss man einfach glauben. Und er war allgegenwärtig. Über Josip Broz Tito

  • Das Christkind brennt [23]

    TitelbildDas Christkind kommt zum Naschmarkt. Langsam bahnt es sich einen Weg. Viele Menschen weichen ihm aus. Einer rempelt ihn an, entschuldigt sich

  • Unvergleichlich glühende Sonne [38]

    TitelbildJimi ist tot, Janis ist tot, aber Bob lebt und singt Weihnachtslieder - Und er lebt als Indiz dafür, dass man vom Gipfel auch wieder absteigen kann

  • Ein König Midas aus Stryj [1]

    Titelbild"Hör niemals auf zu lernen" waren die letzten Worte, die ihm sein Vater zurief, als dieser von den SS-Schergen abgeführt wurde: das Leben des Adam Zielinski

  • Wie Feuer und Wasser [2]

    TitelbildSie war ein äußerst großzügiger Mensch, stolz und jähzornig. Das Porträt meiner Mutter - Von Barbara Fischmuth

  • Das gehört zum Leben [3]

    TitelbildWiltrut Stefanek will sichtbar leben und ihrer Krankheit in der Öffentlichkeit ein Gesicht und eine Stimme geben

  • Es gibt nichts zu essen, gar nichts [2]

    TitelbildIm Mai 1942 gehen zwei Frauen mit einem kleinen Mädchen spazieren. Dem Mädchen stehen die Knie wie Kugeln aus den Beinen

  • Paradise lost [9]

    TitelbildNiemand von uns hat erwartet, dass wir im Paradies ankommen würden. Wir sind die einzigen Menschen auf der Insel

  • Chronist einer anderen DDR [3]

    TitelbildSeine Fotos vom Leben der Anderen zeigen eine DDR abseits aller Inszenierungen: Harald Hauswald, ein Fotograf aus Ostdeutschland

  • Ein Genie des Lebens [6]

    TitelbildLena Amsel lebte schnell, wollte alles und das sofort. Über ein Leben voller Skandale und den Tod im Bugatti - Zum 80. Todestag

  • Gegen die Ohnmacht

  • Das Gespenst der Freiheit [12]

    TitelbildWir waren nach Krakau gereist, ins Museum Czartoryski, wo es nach Bohnerwachs roch und billigen Nikotinschwaden - Von Andrea Maria Dusl

  • Das bist du nicht, das warst nie du [9]

    TitelbildDas bin ich, schreie ich, und tatsche stolz mit dem Finger auf das Bild eines unschuldigen Kindes mit Bär - Von Kathrin Resetarits

  • Die verschwundene Frau [35]

    TitelbildGerhard Zeillinger über Auguste L., die 1938 einfach "verschwand"

  • Ein Mensch im Bild

    Vorbei, verweht, nie wieder [1]

    TitelbildEr selbst spielt gern seine Hauptrollen: Gockel mit Monokel, Untugendbolde. Eine große Karriere scheint ihm in die Wiege gelegt - Aber sie kommt nicht

  • Mein Vater: Ein Untoter [11]

    TitelbildLass es sein, Alter! Peter Truschner über seinen Vater

  • Sie ist eine Goranin [6]

    TitelbildZdenka Becker über eine Begegnung mit Gordana K. im Flugzeug

  • Einer, der gähnt [4]

    TitelbildGeronimos Gefangenschaft und die Schändung seiner Gebeine haben dazu geführt, dass das indianische Bewusstsein in das Bewusstsein der Weißen eingedrungen ist

  • Ein Leben lang Polen vermissen [3]

    TitelbildSie kam 1937 nach Buenos Aires - Heute noch weiß sie, was sie anhatte, als sie vom Schiff herunterstieg

  • Die verbrauchte Frau [1]

    TitelbildArno Geiger über die Österreicherin Ida Palme, die in den 30er-Jahren nach London emigrierte

  • Stillleben - eine Klärung [4]

    TitelbildUdo Kawasser über eine Lesung von Friederike Mayröcker

  • Das dritte Ohr [8]

    TitelbildDer Autor Tex Rubinowitz über einen Freund von früher: Mario Neugebauer

  • Weltgewandt, unbekannt [2]

    TitelbildWalter Kappacher über Alexander von Villers

  • Und das heißt Mädchen sein [7]

    Dine Petrik über die burgenländische Schriftstellerin Hertha Kräftner

  • Ein Galizianer wird Amerikaner [6]

    TitelbildMartin Pollack über Henryk Schendera aus Bóbrek in Galizien, der in die USA immigrierte

  • Momente, nah am Traum [2]

    TitelbildThomas Stangl über das "Bildnis eines jungen Mädchens"

  • Die Steine im Bauch des Elefanten [9]

    TitelbildDer Schriftsteller Josef Haslinger beschreibt seinen Kollegen Ilija Trojanow als "Abenteurer der Spiritualität"

  • Byzantinische Madonna

    TitelbildAnna Mitgutsch über die eigenwillige und unangepasste Bostoner Kunstmäzenin Isabella Stewart Gardner

  • Zauberer in der Krise [2]

    TitelbildSteffen Kopetzky über den legendären Eskapisten Harry Houdini

  • Im Zeichen des roten Sterns [3]

    TitelbildWalter Famler über die lächelnde Ikone des Weltraumzeitalters, Juri Gagarins

  • Ein Lächeln im Gesicht [18]

    TitelbildÜber eine junge Frau am Umschlag eines Fotobandes des italienischen Fotografen Luciano Ferrara - Von Clemens Berger

  • Der feuerrote Drache [4]

    TitelbildAdolf Holl über den kalabrischen Abt Joachim von Fiori, der bereits zu Lebzeiten genoss er ein hohes Ansehen als Zukunftsdeuter genoss

  • Donauwasserleiche [15]

    TitelbildKurt Palm über Adalbert Stifter und seine Ziehtochter und Haushaltshilfe Juliana Mohaupt

  • Fragmente - für Lucian [4]

    TitelbildDer Schriftsteller Peter Rosei über seinen Sohn Lucian

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.