Supermarkt schießt Touristen ins All

23. Oktober 2009, 14:39
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Das nennt man Reise der Zukunft: Zwischen Hendln, Nugatnusscreme und einem Sack Graberde bietet der österreichische Diskonter Penny seit gestern auf einer Postwurfsendung Flüge ins Weltall an. Kostenpunkt: schlappe 209.555 Euro. Ein Schnäppchen, für alle Star-Trek-Fans und Mondsüchtige.

"Die Sterne sind zum Greifen nah", verspricht die zur Rewe-Gruppe gehörende Supermarktkette über einem Foto eines Raumschiffs namens "Rocketplane". "Greifen" und "nah", "Sternderl schauen", das versteht jedes Kind, klingt ja auch himmelschreiend einfach. Endlich einmal etwas Exotischeres als Katzenfutter, Schinken, Wurst und Gurkerl. Oder ist das Angebot nur ein Scherz, ein billiger PR-Gag?

"Mitnichten, das ist absolut ernst gemeint", betont Martin Fast, Geschäftsführer der Rewe Austria Touristik, gegenüber derStandard.at. Möglich gemacht wird die außergewöhnliche Reise vom amerikanischen Unternehmen Rocketplane Global, das ab Ende 2011 regelmäßig ins All abheben will. Fast: "Maximal fünf Weltraumtouristen können bis zu zehn Minuten Schwerelosigkeit erleben." Gut, das wäre geklärt. Ab in den Supermarkt, Ticket in den Einkaufswagen, auf zur Kasse? "Das geht aus rein rechtlichen Gründen nicht", bringt uns der Rewe-Austria-Touristik-Geschäftsführer wieder auf den Boden der Tatsachen, da gäbe es erst ein trockenes Formular auszufüllen, da wären noch Gesundheitschecks zu bestehen

Die Exotik beginnt zu bröckeln. Was, bitte, ist denn dann das Besondere an dem Angebot? Der Preis vielleicht? Ein Vergleich auf die Homepage der Firma Rocketplane Global bringt den Traum endgültig zum Platzen. Hier ist der Ausflug mit umrechnet rund 170.000 Euro nämlich wesentlich günstiger zu kriegen als bei Penny. Doch das lässt Fast nicht gelten: "Bei uns gibt es weitere Leistungen wie Flüge in der Businessclass nach Oklahoma dazu." Und der Andrang? Bislang keiner, zumindest kein seriöser. Aber, so Fast zuversichtlich, "ich habe gehört, Michael Schumacher will ins All – und Hermann Maier auch." Nachsatz: "Den würde ich gern einladen, sich die Sache bei uns anzusehen." Na, dann, warum nicht gleich? Möglicherweise winkt uns ein Promi-Sitz-Nachbar. Ein tête à tête auf Wolke sieben, aber ob das reicht? (Sigrid Schamall)

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