Pestizide schüren Suizidgedanken

23. Oktober 2009, 14:34

Mögliche Ursache für hohe Selbstmordrate bei Chinas Landwirten

London/Hamburg - Je intensiver Menschen Pestiziden ausgesetzt sind, desto eher denken sie an Selbstmord. Das zeigen Psychiater vom Londoner King's College gemeinsam mit chinesischen Kollegen in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bei 10.000 Bauern Chinas verglichen sie durch eine repräsentative Befragung, wie diese Pestizide zur Schädlingsbekämpfung aufbewahrten und wie es um ihre geistige Gesundheit stand.

Chinas Landwirte verwenden vor allem Pestizide, die auf Phosphorsäureester basieren. "Diese Substanzen sind global noch weit verbreitet, wenn sie auch in den meisten westlichen Industriestaaten verboten wurden", berichtet Studienleiter Robert Stewart. Die Provinz Zhejiang am ostchinesischen Meer, auf die sich die Studie konzentratierte, zählt allerdings zu den reichsten Regionen Chinas, unter anderem aufgrund ihrer Seidenproduktion. Daneben werden auch Reis, Weizen, Mais, Baumwolle, Zuckerrohr und Süßkartoffeln angebaut.

Gefährliche Aufbewahrung zuhause

Die Forscher wollten von den Menschen unter anderem wissen, ob sie in den letzten zwei Jahren an Selbstmord gedacht hatten. Der Vergleich mit den Angaben zur Aufbewahrung der Pestizide zeigte erstmals, dass Menschen, die Pestizide zuhause aufbewahrten, viel häufiger von Suizidgedanken betroffen waren. Auch der leichte Zugang zu Pestiziden war ein wichtiger Faktor. Regionen, in denen die meisten Menschen Pestizide zuhause aufbewahrten, hatten auch die vergleichsweise höchste Selbstmordrate.

Die hohe Gefährlichkeit der Einnahme großer Mengen an Pestiziden ist schon lange bekannt. Ein Gesundheitsrisiko ist jedoch auch die chronische Aussetzung von Pestiziden in niedrigen Konzentrationen, wenn Landwirte etwa bei der Feldarbeit die Giftstoffe über Lunge und Hautatmung aufnehmen. Bisherige Forschungen zeigen einen Zusammenhang mit häufigerem Auftreten einer Krebs-Vorstufe sowie auch Nervenschädigungen und Probleme der geistigen Gesundheit.

Toleranzschwelle sinkt

Dass Pestizide nicht alleiniger Grund für mehr Suizidgedanken sein dürften, jedoch möglicherweise die Toleranzschwelle dafür senken, vermutet Georg Fiedler von der Gesellschaft zur Suizidprävention. Trotz fehlendem Nachweis direkter Wirkzusammenhänge seien auch in Deutschland vergleichbare Fälle bekannt. "Im 1984 geschlossenen Zweigwerk Hamburg-Moorfleet des Chemieproduzenten Boehringer, wo Ausgangsprodukte für Herbizide hergestellt wurden, erkrankten viele Arbeiter nicht nur körperlich schwer, sondern begingen auch sehr häufig Suizid", so Fiedler.

Die Forscher sehen den Beweis erbracht, dass der hohe Kontakt mit Pestiziden mit hohem Selbstmordrisiko zusammenhängt. "Teilweise dürfte das den Grund zeigen, warum es in ländlichen Regionen Chinas zu viel mehr Selbstmorden kommt als in den Städten", so Jianmin Zhang, Psychiater am Tongde Hospital der Provinz Zhejiang. Die Ergebnisse könnten China bei Maßnahmen zur Suizidprävention helfen und Forderungen verstärken, dass der Zugang zu Pestiziden in der Landwirtschaft weltweit strenger kontrolliert wird. (pte)

caranx
00
26.10.2009, 22:12
und Mittelmeerdiät macht glücklich

was muss man da Alles für einen Schmarrn lesen.

Clemens Schwarz
00
30.10.2009, 00:05
Manche Gifte wirken bei Tieren neurodegenerativ.

Warum nicht auch beim Menschen.
Gifte reduziert aber auch die geistige Flexibilität und klare Sicht auf Fakten.
Es macht ein Unterschied ob sie ein Nahrungsmittel zu sich nehmen oder ein Nervengift.
Beim Ersteren kann ich nicht für die erhoffte Wirkung garantieren, aber sie können mir glauben, beim der zweiten Variante haben sie zu 100% den erwünschten Effekt. Es liegt nur an der Dosis, aber damit dürfen sie gern im Eigenversuch spielen. Berichten sie uns.

Expat Cowboy
00
25.10.2009, 21:44
Toxizität von Pestiziden

Veraltete Pestizide sind toxisch *Gähn*
Wer war die Vergleichsgruppe? "Organic Farmers"? Die dürfen ja nur Kupfer, Schwefel, Pyrethrum, Rotenon usw. verwenden. Diese guten natürlichen Sachen sind ja nicht so giftig wie die synthetischen, bösen Pestizide. Gefahr für den Endverbraucher:
http://potency.berkeley.edu/pdfs/herp.pdf
Falls es überhaupt wen interessiert; die Wahrheit kann weh tun.

santiago nasar
11
25.10.2009, 18:31
also mich

bringt der pestizideinsatz ja eher auf mordgedanken.

CM Herzog
 
00
25.10.2009, 02:36
Irgendwie gruselig

Frage mich, wie viel von den Pestiziden in der Nahrung nachweisbar sind und ob die Nahrung von Anbaugebieten wo gesundheitsgefährliche Pestizide verwendet werden, ebenfalls gesundheitsschädlich sind.
CM Herzog
www.privatedimension.at

Clemens Schwarz
13
24.10.2009, 00:09
Ach wie interessant, Gift ist giftig

und kennt man schon die Kreuzreaktionen von den 400-500 geläufigsten Giften.
Ist auch interessant, dass jedes Gift seinen eigenen Grenzwert hat, der additiv mit anderen verwendet werden darf.
Wie ist es mit Flammschutzmittel ....

Juergen Hoffmann
 
00
24.10.2009, 13:08

wie hat Sybille Berg am Donnerstag bei H. S. gemeint: "macht nichts, gibt ja sowieso zu viele Menschen"

Alexandre P
04
25.10.2009, 08:20

wer so eine meinung hat sollte gleich bei sich selber anfangen.

Juergen Hoffmann
 
00
26.10.2009, 14:06

so wie sie gewirkt hat, spielt sie gerade mit dem Gedanken...

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