Schlechtes Image

Wachsender Spenderorganmangel, Chirurgen besorgt

26. Oktober 2009 13:55

Lösungsstrategien für steigenden Bedarf beim "Austrotransplant 2009"-Kongress Hauptthema

Seefeld (Innsbruck) - Als derzeit drängendstes Problem der Transplantationschirurgie sieht Sir Roy Calne, britische Pionier auf dem Gebiet der Transplantations-Chirurgie und ehemaliger Professor in Cambridge, den wachsenden Mangel an Spenderorganen. Die Anzahl der Patienten, die ein Organ benötigen, steige kontinuierlich. Gleichzeitig werde auch der Kreis der Personen, die für eine Transplantation infrage kommen durch den medizinischen Fortschritt immer größer. Die Zahl der Spender nimmt allerdings ab, erklärte der Brite am Rande der 23. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik in Seefeld.

Imageproblem

Einen Grund dafür sieht Calne darin, dass das gesamte Gebiet der Transplantation mit einem schlechten Image belegt sei und infolgedessen weniger zu diesem Schritt bereit seien. Negativschlagzeilen rund um illegalen Organhandel oder Menschen die ihre eigenen Organe aus der Not heraus zum Verkauf anbieten hätten dazu beigetragen.

Aber auch gesetzliche Voraussetzungen schaffen erhebliche Unterschiede. Lob gab es von Calne vor allem für das spanische Modell. In Spanien würden jährlich 40 Organe pro Million Einwohner gespendet. Dort können Verstorbenen Organe entnommen werden, sofern sie zu Lebzeiten nichts anderes verfügt haben, was auch hierzulande der Fall ist. Österreich halte derzeit bei 28 Spendern pro einer Million Einwohner, was der Experte als "ziemlich gut" befand. Großbritannien liege bei 20. Auch in Österreich gilt eine Regelung wie in Spanien.

Lebensdauer verlängern

Verschiedene Lösungsstrategien für den steigenden Bedarf waren beim "Austrotransplant 2009"-Kongress Hauptthema. Die Forschung gehe derzeit in mehrere Richtungen. Beispielsweise werde versucht, die Lebensdauer von gespendeten Organen zu verlängern. Gelingen soll dies, indem man die Medikamente, die die Abstoßungsreaktionen verhindern sollen, möglichst individuell auf den einzelnen Patienten zuschneidet, führte Tagungspräsident Walter Mark von der Abteilung für Transplantationschirurgie an der Innsbrucker Universität aus. Hoffnungen setzt man aber auch in die Lebendspende. Noch Zukunftsmusik, aber eventuell in etwa 20 Jahren Realität, könnte laut Calne sein, dass man Organe, die nur einmal im Körper vorkommen, wie das Herz einfach mit Hilfe von Stammzellen züchtet.

Als Höhepunkt der Veranstaltung wird der Innsbrucker Transplantationschirurg Raimund Margreiter mit einem nach ihm benannten Symposium geehrt. Der Chirurg von Weltruf emeritierte Ende September dieses Jahres. Referenten aus ganz Europa wurden geladen. (APA)

Link

"Austrotransplant", 21. bis 23. Oktober, Olympia Sport- und Kongresszentrum Seefeld: Programm

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
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nephrotirol.at
28.10.2009 11:16
sämtliche religionsgemeinschaften haben sich zur

organspende bekannt:
http://www.nephrotirol.at/index.php... &Itemid=44

wenn man selbst mit 16 jahren durch eine angina nierenkrank wird und dann in weiterer folge dankbar transplantiert werden kann, ist man sehr dankbar und versucht der gesellschaft ehrenamtlich einiges zurückzugeben.

wir begleiten kinder auf den dialysestationen und verzweifelte eltern, die natürlich auf ein spenderorgan warten!

es ist natürlich jedem unbenommen, sich gegen die organspende auszusprechen. wir wissen allerdings, dass die große mehrheit durchaus bereit ist, ein organ sofort anzunehmen, wenn sie es selber benötigen.

verein nephro tirol!

match box
27.10.2009 14:24
Sturzhelmpflicht abschaffen

wirkt bestimmt.

markusM.
27.10.2009 10:05

ich halte mich in dem fall an meinen leitspruch: mit einer niere bin ich genauso tot wie mit zwei. außerdem wäre ich froh, wenn ich ein organ bekommen würde, falls ich das einmal benötigen sollte.

Ganerc-Callibso
27.10.2009 13:01
um es mit Jogi Kirschner's Worten zu sagen

es ist gut, wenn man rechtzeitig drauf schaut, daß man's hat wenn man's braucht ;)

Mork vom Ork
27.10.2009 11:38

mit einer niere ist man noch lang nicht tot...

Herr Gscheidl
27.10.2009 12:00

Noch mal lesen und dann kurz nachdenken;-)

hexe caracas
27.10.2009 08:15
gut, dass ich ein Alter erreicht habe in dem

vermutlich keine Organentnahme erwünst ist - wer weiß näheres? manchmal genügt es, wenn man mit so einer wichtigen Entscheidung einfach wartet...

hot doc
28.10.2009 22:16
old for old

auch ältere nierenkranke sind besser dran, wenn sie eine spendernieren bekommen - selbst von einem älteren spender.
was tut es ihnen denn noch weh, wenn sie ohne nieren beerdigt/kremiert werden? aber jemand anderer hat dann wieder eine perspektive. was muss man da bloß entscheiden???

r.v.
27.10.2009 00:36

Als seelische Analogie zur Abwehrreaktion interpretieren mache: der Empfänger kann das Organ eines anderen, der sterben musste, nicht annehmen. Im Gegensatz zu einer Blutspende, die ein Liebesdienst ist. So schaut es zumindest aus, wenn man Spender und Empfänger in Aufstellungen gegenüberstellt. Ein Empfänger stirbt lieber, als mit einem fremden Organ zu leben.

Die dritte Seite der Medaille
30.10.2009 14:54

Also sagen Sie, dass diejenigen, deren Körper ein transplantiertes Organ abstösst, selber Schuld sind, weil ihre Seele es nicht annehmen kann?

zellu lloyd
30.10.2009 12:45
Was ist denn das für ein nonsense?

auch eine Bluttransfusion ist im Grunde genommen eine Organ"transplantation"!!

hot doc
28.10.2009 22:21

ich bitte sie, lassen sie den eso-schmus.
bei blutkonserven spielt nur die ab0-kompatibilität eine rolle. bei organspenden ist das ganze komplexe hla-system involviert. aber keine befindlichkeiten verstorbenen gegenüber. im übrigen führt sich ihre krude logik ad absurdum, wenn man sich vor augen führt, dass lebendspende (eine niere zu spenden ist ohne risiko möglich) die selben abwehrprobleme bereitet wie einen kadaverspende.
also bitte, gehen sie in sich, und überlegen sie sich, ob diese ihre krude argumentation wirklich ihrem weltbild entspricht.

Clemens Schwarz
27.10.2009 21:33
Ich habe ihren Beitrag nicht ganz verstanden, aber das liegt nicht an ihren Worten, es liegt im tieferen Sinn

Er regt mich zum Denken an und ihr Beitrag setzt meinen unten Geschriebene fort. In Liebe geben und in Liebe nehmen. Liebe als einzige Macht, die Heil bringen kann. Zur Organspende an das Forum: Bei der Überwindung von Krankheiten geht es im Kern um die Überwindung vom Leiden und nicht um die Frage der Organspende ja oder nein. Den notwendigen Schritt, um auf seinem Lebensweg Leiden abzubauen, hat man dabei nicht vollzogen. Mir gefällt der buddhistische Ansatz der Wiedergeburt und der Verantwortung über den Tod hinaus für seine Seele. Auf diesem Weg der Vervollkommnung geht es um den Abbau von eigenen Fehlern, Verhaltensmustern und um die Befreiung vom Leiden.

Kathi1609
 
26.10.2009 19:35
Ich finde es gut, dass es das Widerspruchsregister gibt, aber ich habe mich noch nicht dazu entschließen können, mich eintragen zu lassen.


Ich halte nämlich die Organspende an sich für eine sehr gute Sache.

Ich tue mir nur schwer damit, dass man sich zu 100% dafür oder dagegen entscheiden muss.
Nieren, Leber oder Lunge würde ich nach meinem Tod jederzeit spenden.
Aber soweit ich weiß, können auch Haut und Netzhaut benutzt werden. Und da sträubt sich was in mir, auch beim Herz. Irgendwie machen meine Augen und mein Herz mich "mehr" als Menschen aus als meine Nieren oder die Leber (finden manche jetzt wohl lächerlich, affig, blöd, neurotisch ...).
Die würde ich gerne "mitnehmen" in die Urne.
Ist eine schwierige Frage, für mich.

zellu lloyd
30.10.2009 12:46
In die Urne mitnehmen

können sie nur Asche!

hot doc
28.10.2009 22:32

als einer, dessen berufsalltag mit organtranslantationen zu tun hatte: da ist jemand da draußen, der ein neues organ benötigt, um weiter leben zu können. wenn ich einmal sterben muss - vielleicht hilft ihm meines. ist einerlei, ob es sich um herz, leber, lunge oder niere handelt, ich bin dann sowieso tot. wenn ich vor meinen schöpfer trete, ist es ihm sicher egal, ob meine sterblichen überreste mit oder ohne herz verfaulen. und wenn es gott nicht geben sollte, dann ist es umso weniger relevant, ob ich mit oder ohne herz dem ewigen vergessen entgegenverrotte.

Ganerc-Callibso
27.10.2009 13:02
verstehe

aber sie können dadurch ein bischen weiter leben... hat ja auch was...

markusM.
27.10.2009 09:58

in deutschland muss man seine zustimmung geben. hier kann man dann auch sehr genau festlegen welche organe verwendet werden dürfen und welche nicht. in manchen krankenhäusern ist es gängige praxis, dass obwohl die angehörigen nicht gefragt werden müssen, das doch gemacht wird. vielleicht können sie mit ihren verwandten darüber reden und ihnen "anweisungen" geben oder sie legen sich einen (formlosen) organspendeausweis (gibts im internet) zu, wo sie alles vermerken.

Kathi1609
 
27.10.2009 12:26
einen zettel mit meiner meinung habe ich in meiner geldtasche.

und meine angehörigen wissen das eh, so wie ich ihre meinung zu dieser sache kenne.

aber es ist halt nicht bindend.

unterm strich würde ich die organe eher hergeben als behalten, wenn es ein menschenleben rettet.
aber es ist schade, dass es in ö so schlecht geregelt ist.

Reisebegleiterin
27.10.2009 18:13
einen zettel in der geldtasche...

...gratuliere, sie haben das nächste level erreicht!
;)

Clemens Schwarz
26.10.2009 15:36
Ich habe mich in die Datenbank eintragen lassen.

Möchte kein Spender sein in diesem System.
Ich glaube an die "Seele" und die sollte bei diesem Prozess des "Ausweidens" auch berücksichtigt finden.
Bin ich jetzt sozial unverantwortlich?

Clemens Schwarz
27.10.2009 21:44
Ich muss zugeben, mit so vielen Reaktionen habe ich nicht gerechnet

Im Grunde wäre es ein philosophisches Problem:
Da ich lebe, hat diese Entscheidung keinerlei Einfluss.
Im Angesicht des Todes, kann ich nicht mehr sozial handeln und Verantwortung übernehmen.
Es tut mir Leid ich habe Sie mit meiner Frage in die Irre geleitet.
Aber sie haben Recht mit der Annahme, dass ich auch keine Organspende wünsche. Einen solchen Zusatz könnte sie gerne anbringen.
Sie können auch gern die Raucher, Fettsüchtigen, gewalttätigen und verwahrlosenden Eltern, Autofahrer, Alkoholiker, Handybenutzer, kein Sportbetreiber, Umweltverschmutzer, Benzinverbraucher, Atomkraftbefürworter, Gentechniker, vielleicht aber auch Politiker ..... auf irgendeine Liste setzten lassen. Die Welt wird dadurch nicht besser.

AlBundyFan
 
27.10.2009 14:57
ich bin zwar absolut nicht ihrer meinung

aber da ich auch selbst zb. für das recht auf euthanasie ei mir selbst bin (was mir aber die mehrheit der österreicher nicht zubilligt)muß ich auch ihre position unterstützen, denn sie sollten genauso ein recht auf ihren eigenen körper haben wie ich in meiner sache.

Dr. Alex U. Rothe
27.10.2009 06:21
Mit voller Hose ist leicht stinken!

...sozial unverantwortlich werden Sie dann, wenn Sie todkrank ein Transplantat für sich brauchen und dann annehmen, obwohl Sie das Organspenden an sich selbst ablehnen. Dann fänden Sie wahrscheinlich die Organspende das natürlichste und wichtigste auf der Welt. Ich wünsche Ihnen jedenfalls nicht auf ein Herz oder eine Leber warten zu müssen.

Andres Wood
26.10.2009 23:55
Ganz im Gegenteil...

Gratualtion! Ich ließ mich bereits vor 8 Jahren in die Datenbank aufnehmen.

Sozial unverantwortlich ist das ganz und gar nicht - im Gegenteil!!

Ich weiß von einer Ärztin selbst, die zuvor in der Transplantationsmedizin tätig war und es nicht mehr ertrug, daß Organe von SpenderInnen entnommen werden, die Hirnreaktionen zeigen.

Umgekehrt wird deshalb, weil soviel Geld in die Transplantationsmedizin fließt, viel weniger in Richtung Entstehen von Krankheiten geforscht.

Die Transplantationmedizin ist ein menschenveranchtender Bereich der Medizin!

Natürlich sehen dies Empfänger anders. Aber auch denen wäre mehr geholfen gewesen, wenn die Krankheit dank Vorsorge erst gar nicht ausgebrochen wäre!

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