"Mehr Podest­anwärterinnen denn je"

23. Oktober 2009, 14:12
1 Posting

ÖSV-Damen starten optimistisch in den Saisonauftakt - Vonn und Riesch wollen sich in ihrer Problem-Disziplin steigern

Sölden - Dass der Riesentorlauf die schwierigste Alpin-Disziplin ist, zeigt alleine die Tatsache, dass die derzeit beste Skirennläuferin der Welt, Lindsey Vonn, zwar 22 Weltcuprennen gewonnen hat, auf einen RTL-Erfolg aber nach wie vor wartet. Deshalb heißen die heißesten Favoritinnen für das Saison-Opening am Samstag auf dem Rettenbachferner ob Sölden (9.45/12.45 Uhr/live ORF 1) - zumindest im Rückblick auf den letzten Winter - auch Tanja Poutiainen und Kathrin Zettel.

Bei den Österreicherinnen haben bei den Zeitläufen am Dienstag auf dem Mölltaler Gletscher Zettel, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser ("Habe den Sommer mehr mit Therapien als mit Training verbracht") den stärksten Eindruck hinterlassen. Zettel gewann gleich zwei der drei Testfahrten mit Zeitmessung. "Ich habe schon noch was gespürt im Knie, aber es sollte kein Problem sein", sagte die Gewinnerin von vier der acht Rennen im vergangenen Winter. Seit Juli plagt Zettel, Sölden-Siegerin von 2008, eine entzündete Patellasehne.

Mandl ortet gute Form

"In den letzten Zeitläufen haben die Damen einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, wenn sie es so ins Rennen bringen, bin ich überzeugt, dass wir hier mehr Podestanwärterinnen haben denn je", ist Damen-Cheftrainer Herbert Mandl von der Frühform seiner Technikerinnen angetan. Der neue Riesentorlauf- und Slalomtrainer Günter Obkircher blickt ebenfalls optimistisch dem ersten Bewerb unter seiner Ägide entgegen. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl, wir haben uns sehr gut und gewissenhaft vorbereitet, wir hatten qualitativ gute Trainingstage." "

Görgl, die in der Speed-Gruppe um den ebenfalls neu installierten ehemaligen Herren-Coach Jürgen Kriechbaum arbeitet ("Ich fahre einen eher männlichen Stil, das passt also gut"), war im Frühling zwei Wochen in Tärnaby in Schweden und testete mit ihrer Head-Partnerin Anja Pärson das Material. Sie fühlt sich gut in Form, die Zeitläufe gaben ihr die Bestätigung. Obkircher sieht es ebenso: "In den Trainings, die ich gesehen habe, und in den Zeitläufen hinterließ sie einen sehr starken Eindruck." Das gelte auch für Nicole Hosp: "Ich glaube, sie ist weiter als in den vergangenen Jahren zu dieser Zeit."

Podestplatzanwärterinnen

Als Podestplatzanwärterinnen gelten auch die Slowenin Tina Maze und die Italienerin Manuela Mölgg. Während Maze mit den Schweizerinnen in Neuseeland war, weilte Mölgg zum Sommer-Schneetraining in Argentinien. Welche Rolle Weltmeisterin Kathrin Hölzl spielen wird, bleibt abzuwarten. "Es hat vielen nicht gepasst, dass eine Weltmeisterin geworden ist, die vorher noch kein Rennen gewonnen hat", meinte die Deutsche, die jetzt natürlich beweisen möchte, dass sie tatsächlich zu den Besten zählt.

Gespannt darf man sein, ob Vonn und die Deutsche Maria Riesch, Dominatorinnen der vergangenen Saison, ihre Riesentorlauf-Performance verbessert haben. "Mein Ziel ist, in dieser Saison in dieser Disziplin einmal auf das Stockerl zu kommen", erklärte Vonn. Und Riesch gestand, dass sie "noch nicht so ein super Gefühl" habe. Sie wolle sich aber nichtsdestotrotz "reinhänge".

Schild und Gut fehlen

Die prominentesten Abwesenden ind die Salzburgerin Marlies Schild, die stattdessen mit ihrer Therapeutin Urlaub macht und auf das Comeback im Slalom von Levi hinarbeitet, sowie die Schweizerin Lara Gut. Der Jungstar hatte sich eine Hüftluxation zugezogen, wurde operiert und fehlt mindestens bis Mitte Jänner. Beim Start in den Olympiawinter wieder mit dabei ist die US-Amerikanerin Resi Stiegler, die ihr zweites Rennen seit Dezember 2007 bestreiten wird. (APA)

ÖSV-Damenteam für Sölden (10): Kathrin Zettel, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Andrea Fischbacher, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Eva Maria Brehm, Karin Hackl (Fixplatz über Europacup), Regina Mader, Anna Fenninger

Share if you care.