Verbund will in Frankreich Wasserkraft-Lizenz

23. Oktober 2009, 13:02
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Wien - Der Verbund möchte sich auch in Frankreich in Sachen Wasserkraft engagieren. Bei den Wasserkraft-Lizenzen, von denen sich Electricite de France (EdF) trennen müsse, "wollen wir dabei sein", sagte Vorstandschef Wolfgang Anzengruber am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien. Derzeit ist der Verbund am zweitgrößten Strommarkt Europas mit 46 Prozent an der Poweo beteiligt und plant den Bau eines zweiten 400-MW-Kraftwerks.

In Italien wolle der Verbund bis 2012 auf eine installierte Leistung von 5.000 MW zulegen, damit würde man 10 Prozent Anteil am viertgrößten Markt am Kontinent halten. Ebenfalls 5.000 MW und 10 Prozent Marktanteil strebt der Verbund auch in der Türkei an, mit dem Enerjia-Partner Sabanci.

Seinen Fokus auf Wasserkraft werde der Verbund behalten, das sei das Kerngeschäft. Es wäre "fahrlässig", dieses Potenzial in Österreich nicht auszubauen. Dies erfordere aber auch entsprechend starke Höchstspannungsleitungen. Ohne die zweite 380-kV-Verbindung in Salzburg werde man das Kraftwerk Limberg III nicht bauen können, womit dem Bundesland eine 750-Mio.-Euro-Investition entgehen würde, wie Anzengruber sagte. In Salzburg hoffe man auf eine Trasse ohne Erdverkabelung, heute Abend führe er die nächsten Gespräche mit Bürgermeistern im Pinzgau.

Ohne Berücksichtigung von Akquisitionen investiere der Verbund von 2008 bis 2010 jedes Jahr mehr als eine Milliarde Euro, sagte der Vorstandschef. Von 2009 bis 2015 plant der Verbund wie berichtet 4,5 Mrd. Euro an Investitionen, davon zirka 1 Mrd. für Netze und 3,5 Mrd. Euro für Erzeugungsanlagen. 60 Prozent der 3,5 Mrd. Euro sollen in Kraftwerke im Inland gesteckt werden, der Rest in Auslands-Joint-Ventures.

Im Endkundengeschäft zahlt der Verbund in Österreich 200.000 Abnehmer, zudem werden 20 Prozent der heimischen Industrie direkt beliefert. Die Endkundenzahl soll nach früheren Angaben bis 2014/15 auf 400.000 verdoppelt werden. Ein Anbieterwechsel sei "ganz einfach und simpel", so Anzengruber heute. (APA)

 

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