Angehörige beeinflussen Beschwerden

25. Oktober 2009, 13:16
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Soziale Unterstützung und familiäre Normen helfen Schmerzpatienten - zu viel Fürsorge macht schmerzempfindlicher

Berlin - Bei Schmerzpatienten kann das Verhalten der Angehörigen eine entscheidende Rolle spielen. Soziale Unterstützung hilft im Kampf gegen den Schmerz, übermäßige Sorge oder Bestrafung verschlimmern dagegen die Situation, wie Studien zeigen. "Die Rolle des Partners ist lange vernachlässigt worden", sagt Rainer Sabatowski vom UniversitätsSchmerzCentrum Dresden. "Dabei gibt es ganz einfache Methoden, sie zu untersuchen und zu nutzen."

Der Einfluss von Angehörigen auf das Schmerzverhalten ist erwiesen. Familiäre Normen prägen den Umgang mit einer Krankheit. "Angehörige haben mit dem Patienten deutlich mehr zu tun als Ärzte und Therapeuten, weshalb ihr Einfluss auf das Bestehen des Schmerzes in der Regel stärker ist und oft trotz kurzfristiger Erfolge einer stationären oder teilstationären Therapie zur Rückkehr zum Ausgangszustand beiträgt", sagt Sabatowski.

Unterstützung hilft

Die Therapie der Patienten ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes umso erfolgreicher, je mehr sie von ihren Familien unterstützt werden. Aber wenn Angehörige besonders fürsorglich sind, werden viele Schmerzpatienten empfindlicher und haben stärkere funktionale Einschränkungen. "Besorgte, stark fürsorglich und ausschließlich physisch unterstützende Partner verstärken Schmerzverhaltensweisen in ungünstiger Weise und können Patienten vom Aufbau günstiger Verhaltensweisen abhalten", sagt die Psychologin Kati Thieme. (APA/AP)

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    Die Familie verbringt mit einem Kranken mehr Zeit als Ärzte, kein Wunder, dass sie Einfluss auf sein Befinden hat

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