"Klar bessere Mannschaft hat gewonnen"

23. Oktober 2009, 11:34
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Rapid wurde in Israel übel vorgeführt, Trainer Pacult richtet den Blick nach vorne und lobt das "variable, flexible und ballsichere" Spiel von Hapoel Tel Aviv

Tel Aviv - Rapids Hoffnungen auf einen Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Fußball-Europa-League haben am Donnerstag einen schweren Dämpfer erlitten. Die Hütteldorfer kassierten auswärts gegen Hapoel Tel Aviv ein 1:5-Debakel, fielen damit in Gruppe C vom ersten auf den dritten Rang zurück und stehen nun in der Retourpartie am 5. November im Wiener Happel-Stadion unter Druck.

Im Rennen um eine Endplatzierung unter den Top zwei benötigt der Rekordmeister in dieser Partie wohl einen vollen Erfolg. "Sollten wir das Heimspiel gewinnen, sind wir wieder vor Hapoel, und das ist unser Ziel", erklärte Rapid-Trainer Peter Pacult und prophezeite: "Der HSV ist in der Gruppe der klare Favorit, die anderen drei werden noch hart um Platz zwei ringen."

Variabel, flexibel, sehr ballsicher

Bei allem Ärger über die Abfuhr wirkte der Coach nach dem Schlusspfiff ziemlich gelassen und analysierte die zweite Pflichtspiel-Niederlage binnen fünf Tagen relativ nüchtern: "Die klar bessere Mannschaft hat verdient gewonnen." Für Pacult war das 2:1 für die Israelis durch einen Sonntagsschuss der Knackpunkt. "Dann hat Hapoel die Oberhand gewonnen, hat variabel, flexibel gespielt und war sehr ballsicher. Wir sind nicht mehr so zum Tor gekommen wie in der ersten Hälfte, und mit dem 1:3 war das Match dann verloren", erklärte er.

Dabei hätte es zur Pause auch 3:1 für Rapid stehen können, doch Nikica Jelavic traf zweimal nur Metall. "Wir hätten es uns leichter machen können, wenn wir in Führung gegangen wären. Aber in der ersten Hälfte haben wir unsere Chancen leichtfertig vergeben", kritisierte der 49-Jährige.

"Wir haben Hapoel nicht unterschätzt"

Dass Rapid in der zweiten Hälfte dermaßen unterging, lag laut Pacult sicher nicht an einer Geringschätzung des Gegners. "Ich kenne meine Spieler sehr gut. Unsere ersten beiden Ergebnisse in der Europa League (Anm.: 3:0 gegen den HSV, 1:1 in Glasgow gegen Celtic) haben überhaupt keine Rolle gespielt. Wir haben Hapoel nicht unterschätzt, wir wussten um die Stärke dieser Mannschaft", betonte Pacult.

Vor allem nach dem Seitenwechsel brachten die wendigen und trickreichen Israelis, die in der Offensive ständig rochierten, Rapid schwer in Bedrängnis. Pacult: "So ein flexibles System spielt in Österreich keine Mannschaft. Es war schwierig, sich darauf einzustellen."

Kein Drama

Der Wiener war aber auch bemüht, das Debakel nicht zu dramatisieren. "Man muss mit Siegen und mit Niederlagen umgehen können", meinte der Betreuer, der den Blick schon wieder auf das Sonntag-Heimspiel gegen den SV Mattersburg richtete. "Wir werden noch einmal kurz über das Hapoel-Match reden und uns dann schon wieder auf Mattersburg vorbereiten."

Gegen die Burgenländer müssen die Hütteldorfer auf den gesperrten Jelavic verzichten. Außerdem fehlt weiterhin der verletzte Markus Heikkinen, der in Tel Aviv schmerzlich vermisst wurde. Die Mannschaft trat im Gegensatz zu den vorangegangenen Europa-League-Partien erst am Tag nach dem Spiel die Heimreise an, nachdem sie bereits am Montag angereist war, um sich auf die hochsommerlichen Temperaturen einzustellen. (APA)

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    Quasi im Minutentakt durfte Hapoel in der zweiten Halbzeit jubeln.

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