Präsident Klaus signalisierte Unterzeichnung

23. Oktober 2009 13:57

Prag konkretisierte Forderungen - Klaus mit schwedischer Reaktion zufrieden

Prag/Stockholm - Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat seine Zustimmung zum EU-Reformvertrag von Lissabon signalisiert. Ein Vertragsangebot der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft stellte den EU-kritischen Klaus zunächst zufrieden. Klaus erklärte am Freitag, er sei zufrieden mit der Reaktion der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft auf sein Verlangen, Entschädigungsforderungen von Sudetendeutschen nicht zuzulassen. Der schwedische Vorschlag korrespondiere mit seinen Vorschlägen. Als Sprecher der EU hat Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt das tschechische Einlenken beim Lissabonner EU-Reformvertrag begrüßt.

"Dieser Vorschlag stimmt mit den Wünschen des Präsidenten überein und es ist möglich, damit weiterzuarbeiten", teilte das Büro von Klaus am Freitag mit. Was genau Schweden den Tschechen angeboten hat, wurde nicht bekanntgegeben.

Es fehlt nur noch die Unterschrift von Klaus, damit das Reformwerk in der EU in Kraft treten kann. Klaus hatte eine Ergänzung des EU-Vertrages verlangt: Diese soll seine Landsleute vor Ansprüchen nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebener Sudetendeutscher schützen.

Der tschechische Europaminister Stefan Füle erklärte, sein Land strebe nach einer Ausnahme von der Menschenrechtscharta, die zum EU-Vertrag gehört. Er sagte am Freitag in Prag, es könnte genügen, die Ausschlussklausel für Polen und Großbritannien "um ein Komma und das Wort 'Tschechien' zu erweitern". Bisher sind lediglich Großbritannien und Polen davon ausgenommen. Die Briten erkennen die Charta nicht an, weil sie das Streikrecht schützt. Die Regierung in Warschau lehnt sie ab, damit das Abtreibungsverbot in Polen nicht infrage gestellt werden kann.

Füle sagte, man verhandle derzeit zwischen schwedischer EU-Ratspräsidentschaft, tschechischer Regierung und Präsident Klaus über letzte Einzelheiten der Ausnahmeklausel. Mittlerweile prüft auch die Slowakei, wie Tschechien für sich einen Ausschluss der Grundrechtcharta zu fordern, um die gemeinsamen Benes-Dekrete von 1945 international abzusichern.

Reinfeldt sagte am Freitag in Stockholm als amtierender Ratspräsident der Union: "Ich heiße die Erklärung von Präsident Vaclav Klaus willkommen." Jetzt gelte es mit Blick auf den in einer Woche bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel, weiter an einer endgültigen Lösung zu arbeiten. . Reinfeldt äußerte sich optimistisch, dass der Reformvertrag vor Jahresende auch von Tschechien als letztem der 27 Mitgliedsländer ratifiziert werden und danach in Kraft treten kann. Die EU will bei ihrem Gipfel über die Forderungen von Klaus beraten, der auch noch ein Urteil des einheimischen Verfassungsgerichts abwartet, was möglicherweise am Dienstag (27. Oktober) fällt.

Die EU ringt seit mehr als zehn Jahren um eine Reform, die die auf 27 Staaten angewachsene Union handlungsfähiger machen soll. So sollen Entscheidungen durch die Einschränkung des Prinzips der Einstimmigkeit beschleunigt und die Außenpolitik durch einen europäischen Außenminister gestärkt werden.(APA/Reuters)

 

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17 Postings
Settembrini
26.10.2009 19:56
Klaus?

Was sagen eigentlich seine Landsleute? Weiß das hier jemand? Fürchten sie sich vor einer Flut von Klagen?

bananaexpress
23.10.2009 19:49
...Entschädigungsforderungen von Sudetendeutschen nicht zuzulassen

unerklärlich und mit meiner rechtsauffassung nicht konform. das wäre so, als hätte österreich sich ausbedungen die (erbärmlich langsam abgewickelten) restitutionen an vertriebene, enteignete oder ermordete des III reiches nicht zu leisten. recht bleibt recht und leid kann man nicht gegen leid von volksgruppen aufrechnen.

Hirse
27.10.2009 01:37

der 2 wk ist manchen köpfen offenbar nie vorbei

Ich bin klug
24.10.2009 12:50
Es gilt das Potsdamer Abkommen:

1) Oder-Neisse Grenze

2) Vertreibung der Deutschsprachigen

3) Gegenseitiger Verzicht auf Reparationen

Würde man das Potsdamer Abkommen widerrufen, so wäre Österreich anteilig mit höheren dreistelligen Milliardenklagen konfrontiert für jenen Schadenersatz, den dann die ehemals besetzten Ländern einfordern könnten. Schließlich wäre mit dem Ende des Abkommens auch die Regelung "erstes Opfer des Nationalsozialismus'" passe'. Im Gegenzug könnte Österreich vielleicht 10-20% dessen einklagen, was wir zahlen müssten.

Allein für die Stadt Warschau wurden Kriegsschäden von über 30 Mrd € errechnet. Für die Zwangsarbeiter könnte man mindestens 150 Mrd an Entgelt verlangen (ohne Schmerzensgeld)

khaleb
25.10.2009 00:53
Peanuts

wenn Sie die übliche Entschädigung der Luftfahrtindustrie für Opfer von Flugzeugunglücken ansetzen (100 000 € pro Toten) kommen Sie bei 32 Millionen nicht-deutschen Kriegstoten in Europa auf 3,2 Tausend Milliarden Euro, allein für die Toten, ohne sonstige Schäden.

Nedobrovolny Slovak
23.10.2009 16:18

Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Klaus hat nun einen Anwalt beauftragt, und dieser hat nun ganz neue Dinge entdeckt, die man noch dem Verfassungsgerichtshof schicken muss. So die aktuelle Schlagzeile auf der Online-Ausgabe der Mlada Fronta Dnes http://zpravy.idnes.cz

NONE
23.10.2009 17:58

Das ist nur Verzögerungstaktik ohne Grundlage.

Die Iren wären die einzigen gewesen die den Vertrag kippen hätten können.

Es wird an einer einzigen Person wie Klaus nicht scheitern. Was mich aber verwundert sind diese Hasstiraden gegen ihn.

zerwas1
23.10.2009 15:03
Gestern hat doch ein EU Häuptling zornbebend erklärt, keine einzige Konzession werde Tschechien gemacht.

Heißen wir schon Bananen - EU - Republatur?

M. P.1
23.10.2009 20:32

Wird's auch nicht.

Man gibt dem Klaus einen nicht rechtsbindenden Wisch, wo irgendein Punkt aus dem Vertrag (der sowieso drin ist; oder es explizit erwähnt, dass ein gewisser Punkt nicht Vertragsbestandteil ist, der es sowieso nicht ist) mit anderen Worten nochmals erklärt wird, und der Klaus stellt sich dann stolz hin, was er nicht tolles herausgeholt ist, obwohl das totaler Nonsense ist, weil dieser Wisch am Vertrag überhaupt nichts ändert. War bei Irland so, ist bei CZ genauso.

Auch in CZ gibt's Idioten auf dem Niveau wie bei uns die Kronen Zeitung Leserbriefschmierlinge, die man mit sowas beeindrucken kann.

Heinz Kniehammer
 
23.10.2009 15:00
abwarten

Mag sein, dass Klaus erst dann wirklich zufrieden wird wenn der Satz: "Der Vertrag von Lissabon tritt in Kraft" mit einem einzigen Wörtchen erweitert wird, nämlich mit "nicht".

NONE
23.10.2009 17:59

Das wäre genial ;)

Langfristig muss sich die EU fragen was sie will. Ich glaube nicht das die jetzige Form der EU gewünscht wird.

lagrangian
23.10.2009 20:08

es ist halt keine alternative in sicht, außer vielleicht der vertrag NACH dem lissabon vertrag...

Walter Bimini
24.10.2009 01:33
die auflösung der eudsr ist das beste für die meisten innerhalb der eu.

lagrangian
24.10.2009 17:41

ja... und dann sind wir aufgewacht. ;-)))

Walter Bimini
24.10.2009 19:25
das wird für die eurokraten ein sehr langer albtraum.

so wie lange nach dem ende monarchie noch immer altösterreicher davon geschwärmt haben. aber immerhin sie können später sagen, daß sie dabei waren. dabei sein, ist doch bekanntlich das einzige was zählt.

diamant
 
24.10.2009 19:50
Dann rufe ich halt auf meinem Grundstueck die Unabhaengigkeit aus ;-)

Walter Bimini
24.10.2009 21:32
wenn sie glück haben, läßt man sie republik kugelmugel spielen.

den großen kummer der brüssler eurokraten werden sie damit aber nicht lindern können. die werden noch lange ihren schönen posten nachweinen.

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