Placeboeffekt im Rückenmark messbar

23. Oktober 2009, 11:14
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Bisher war dieser Mechanismus unbekannt - Schmerzwahrnehmung wird beeinflusst

Hamburg - Wenn der Placeboeffekt Schmerzen lindert, verringert sich auch die Aktivität der Nervenzellen im Rückenmark. Erwartet ein Mensch eine Schmerzbesserung, so wird das Schmerzempfinden beim Übergang von der Haut ins Rückenmark geblockt, wie Forscher des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf nachwiesen. Bisher war dieser Mechanismus unbekannt.

Ausschüttung von Opiaten

Viele Methoden beeinflussen über psychologische Faktoren die Schmerzwahrnehmung: Lenkung der Aufmerksamkeit, Hypnose oder der Placebo-Effekt. Diesen erklärte man sich bisher damit, dass der Glaube an die Wirksamkeit eines Schmerzmittels im Gehirn die Ausschüttung endogener Opiate - Endorphine - veranlasst. Dies führe zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung und einer geringeren Antwort von Nervenzellen in schmerzverarbeitenden Hirnarealen.

Mit Kernspin-Aufnahmen des Rückenmarks zeigten die Mediziner um Falk Eippert nach Angaben der Uniklinik, dass ein Placebo-Effekt mit einer verringerten Nervenzellaktivität schon im Rückenmark einhergeht, der ersten Station des zentralen Nervensystems. (APA/AP)

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