Ex-Chef von Vivendi Universal muss in Frankreich vor Gericht

23. Oktober 2009, 10:39
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Messier werden Bilanzschiebereien vorgeworfen

In der Affäre um Bilanzschiebereien beim Medienkonzern Vivendi Universal muss sich der ehemalige Unternehmensc hef Jean-Marie Messier in Frankreich vor einem Strafgericht verantworten. Messier werde zusammen mit dem früheren Vize-Präsidenten des Konzerns, Edgar Bronfman Jr, der Prozess gemacht, teilten Justizkreise am Donnerstag in Paris mit. Ihnen werde "die Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, Kursmanipulation und Untreue" vorgeworfen.

Insiderdelikt

Der mit dem Fall befasste Untersuchungsrichter werfe Messier vor, für das Geschäftsjahr 2001 falsche Informationen über die Verschuldung der Gruppe verbreitet zu haben, hieß es. Der Kanadier Bronfman wird auch eines Insiderdelikts beschuldigt, weil er im Jänner 2002 "in Kenntnis nicht veröffentlichter Fakten" Aktienoptionen eingelöst habe.

Der Schritt des zuständigen Untersuchungsrichters kam überraschend. Die Staatsanwaltschaft hatte im Jänner eigentlich beantragt, den Fall zu den Akten zu legen. Der Untersuchungsrichter, der das letzte Wort hat, entschied sich aber zu einem Prozess. Insgesamt müssen sieben Verantwortliche vor Gericht, darunter auch der frühere Vivendi-Finanzvorstand Guillaume Hannezo.

Der französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi-Universal hatte allein 2002 Verluste von 23,3 Mrd. Euro verzeichnet. Messier war am 3. Juli 2002 entlassen worden, als das Unternehmen am Rande der Zahlungsunfähigkeit stand. Der Konzern selbst, der inzwischen nur noch Vivendi heißt, Messier und Hannezo stehen derzeit bereits in New York vor Gericht. In dem Verfahren droht dem Unternehmen wegen der Bilanzschönung die Zahlung von einer Mrd. Dollar (670 Mio. Euro) Schadenersatz an die Aktionäre. (APA)

 

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