Chronische Nierenerkrankungen und Depressionen

23. Oktober 2009, 10:39
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Einer von fünf Menschen mit Nierenerkrankung ist auch depressiv

Wiesbaden - Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung leiden häufig auch unter Depressionen. "Eine aktuelle Studie zeigt, dass einer von fünf Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung depressiv ist und dies schon lange vor dem Beginn einer Langzeit-Dialyse. Daher sollte man bereits bei Patienten in einem frühen Stadium einer chronischen Nierenerkrankung auf Anzeichen einer Depression achten", rät Professor Uwe Heemann vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Zusatzfaktor Diabetes

US-Forscher von der Southwestern University of Texas in Dallas untersuchten insgesamt 272 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung. "Dabei fanden sie heraus, dass 21 Prozent der Teilnehmer die Kriterien einer depressiven Episode erfüllten. Diese Häufigkeit einer Depression war unabhängig davon, wie weit die Nierenerkrankung bereits fortgeschritten war. Von den Patienten, die gleichzeitig an Diabetes erkrankt waren, waren sogar doppelt so viele depressiv", berichtet Heemann über die im "American Journal of Kidney Diseases" veröffentlichte Studie.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Dialyse-Patienten, die zugleich depressiv sind, ein doppelt so großes Risiko haben, stationär behandelt werden zu müssen oder vorzeitig zu versterben. Gleichzeitig steigt insgesamt die Zahl der Patienten, die eine Dialyse benötigen. "Daher ist es sehr wichtig, Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung frühzeitig auf Anzeichen einer Depression zu untersuchen. Eine rechtzeitige Einbeziehung der Therapie der Depression in die Behandlung dieser Patienten kann den Gesundheitszustand und die Lebensqualität deutlich verbessern", erklärt der BDI-Experte. (APA/AP)

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