Nach Polen unterstützt auch Tschechien neues US-Raketenabwehrsystem

23. Oktober 2009, 20:51
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Premier Fischer traf US-Vizepräsident Biden in Prag

Prag - Nach Polen will sich auch Tschechien an dem geplanten neuen Raketenabwehrsystem der USA beteiligen. Als NATO-Mitglied und als ein Land, das seine Verpflichtungen und die Kontinuität seiner Außenpolitik ernst nehme, sei Tschechien bereit, sich an "dieser neuen Architektur" zu beteiligen, sagte der tschechische Ministerpräsident Jan Fischer am Freitag bei einer Pressekonferenz mit US-Vizepräsident Joe Biden in Prag. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen stellte sich hinter das neue Konzept.

Dies werde Europäer und Amerikaner vor der "wirklichen Bedrohung" schützen, sagte Rasmussen am Rande eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister in der Slowakei. Biden sagte in Prag, das neue System werde Europa und die Tschechische Republik besser schützen als der von der Vorgängerregierung geplante Raketenabwehrschild. Er begrüßte die Erklärung der tschechischen Regierung und kündigte für November die Entsendung eines Expertenteams nach Prag an, das die Art der tschechischen Beteiligung erörtern soll.

Flexibleres System

Am Mittwoch hatte sich Polen zur Beteiligung an dem neuen Raketenabwehrsystem bereiterklärt, am Donnerstag sagte Rumänien seine Unterstützung zu. US-Verteidigungsminister Robert Gates wollte das NATO-Verteidigungsministertreffen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava am Freitag über das neue Raketenabwehrsystem informieren.

US-Präsident Barack Obama hatte Mitte September bekanntgegeben, dass er den Plan seines Vorgängers George W. Bush für ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien nicht umsetzen werde. Gates kündigte stattdessen ein flexibleres, seegestütztes System an, das sich auf die Abwehr iranischer Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll. Der ursprünglich geplante Raketenschild war vor allem in Russland auf heftige Kritik gestoßen. Moskau wertete die geplanten Anlagen als Beeinträchtigung seiner Sicherheit. (APA/AP)

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    Joe Biden in Prag

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