American Express sieht Ende der Rezession

23. Oktober 2009, 09:14
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Radikale Sparmaßnahmen und erste Anzeichen einer möglichen Entspannung bei den Kreditausfällen halfen dem US-Kartenriesen im dritten Quartal

New York - Der Kreditkarten-Konzern American Express kann die steile Talfahrt seiner Gewinne allmählich abbremsen. Radikale Sparmaßnahmen und erste Anzeichen einer möglichen Entspannung bei den Kreditausfällen halfen dem US-Kartenriesen im dritten Quartal.

Der Überschuss fiel in den vergangenen drei Monaten um 22 Prozent auf 632 Millionen Dollar (423 Mio. Euro), wie der Finanzkonzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss in New York bekanntgab. American Express (Amex) profitierte dabei sogar von einem hohen Einmalgewinn. Analysten hatten aber noch schlechtere Zahlen befürchtet, nachdem vor drei Monaten das Ergebnis fast viermal so heftig eingebrochen war.

Für womöglich faule Kredite stellte der Kreditkartenriese weitere 1,2 Milliarden Dollar zurück. Dies war 13 Prozent weniger als vor einem Jahr. Durch die hohe Arbeitslosigkeit in den USA können aber noch immer viele Bürger ihre monatlichen Kartenabrechnungen nicht mehr abbezahlen. Doch Amex-Chef Kenneth Chenault betonte: "Es gibt Anzeichen, dass sich die Rezession ihrem Ende nähern könnte."

Anders als die Wettbewerber Visa und Mastercard muss Amex diese Probleme selbst verkraften. Bei den Rivalen liegt das Risiko bei den Mitgliedsbanken, Unternehmen und Organisationen die Karten von Visa und Mastercard ausgeben. Die zwei Konkurrenten legen ihre neuesten Zahlen erst in den nächsten beiden Wochen vor.

Amex war von der Kreditkrise heftig getroffen worden. Der Konzern kündigte massive Einsparungen und den Abbau von 11.000 Jobs an - fast 20 Prozent der Stellen. Angesichts der inzwischen leicht besseren Aussichten nahm Chenault etwas den Fuß von der Kostenbremse. Die Aktie gehört im US-Leitindex Dow Jones zu den Hauptgewinnern in diesem Jahr mit einem Plus von bisher fast 100 Prozent. (APA)

 

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