50 Cent für Minderheits­aktionäre

23. Oktober 2009, 13:15
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Die verbleibenden Minderheitsaktionäre sollen 0,50 Euro pro Aktie erhalten - Anleger wollen Squeeze-Out gerichtlich überprüfen

Wien - Der Handel mit AUA-Stammaktien an der Wiener Börse wurde heute, Freitag, von Börsenbeginn bis 10 Uhr ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels haben die Aktien knapp die Hälfte ihre Werts verloren. Bei ihrem Tagestief notierten die Anteilsscheine bei 2,20 Euro, das waren um 49,19 Prozent weniger als zum Vortagesschluss bei 4,33 Euro. Gegen 10.40 Uhr zeigte sich die Aktie mit einem Minus von 34,87 Prozent bei 2,82 Euro.

Die verbleibenden Minderheitsaktionäre der Austrian Airlines sollen 0,50 Euro pro Aktie erhalten. Darauf haben sich der Vorstand der Austrian Airlines AG und die ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH geeinigt, teilte die Deutsche Lufthansa heute, Freitag, ad hoc mit. Die Angemessenheit dieser Barabfindung ist noch vom AUA-Aufsichtsrat zu prüfen. Die Lufthansa hält über die ÖLH bereits 95,4 Prozent des AUA-Aktienkapitals.

Über den Gesellschafterausschluss der Minderheitsaktionäre (Squeeze Out) wird noch im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung entschieden. Diese wird voraussichtlich Mitte Dezember stattfinden. Die betroffenen AUA-Minderheitsaktionäre werden die Barabfindung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben nach Eintrag des Ausschlusses in das Firmenbuch erhalten. Dies wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2010 sein.

Provokationsangebot

Anlegerschützer Wilhelm Rasinger und der kritische AUA-Aktionär Rupert-Heinrich Staller werden den Gesellschafterausschluss gerichtlich überprüfen lassen. "50 Cent für die AUA Aktie sind nicht akzeptabel", sagte Rasinger. Staller sprach von einem "Provokationsangebot" und rechnet mit einem jahrelangen Rechtsstreit.

Der Preis berücksichtige nicht die Synergieeffekt der AUA mit der Lufthansa, so der Chef des Interessensverbandes für Anleger (IVA), Rasinger. Die Vorgangsweise der Lufthansa sei unverständlich und eine Verärgerung der treuen Aktionäre. Er habe mit einer Abfindung in der Nähe von 4,50 Euro gerechnet.

Der Lufthansa sei der österreichische Kapitalmarkt komplett egal, so Staller. Durch das "Provokationsangebot" von 50 Cent, spare sich die Lufthansa hunderte Millionen Euro. Staller rechnet mit einer jahrelangen Schlammschlacht. Derzeit halten laut Staller vor allem auf Squeeze-Out spezialisierte Investoren noch Anteile an der AUA. (APA)

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