"Trash gibt's auch im TV" - Kinderschuhe und Spielwiese: Werber über die Relevanz von Online-Werbung

5. April 2005, 20:31
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"Das Internet steckt nach wie vor in den Kinderschuhen" meint Mariusz Jan Demner, Chef von Demner, Merlicek & Bergmann und bekennender Fan von etat.at. Dieser Tage luden der Creativ Club Austria und derStandard.at zum zweitägigen Seminar "Wie mache ich kreative Online-Werbung und verdiene Geld dabei?". Technische Probleme und Unsicherheiten im Handling seien die größten Störfaktoren im Einsatz von Online-Werbeformaten, so Demner in der Abschlussdiskussion zum Thema "Relevanz der Online-Werbung" unter der Leitung von CCA-Vorstand Tibor Bárci. Man versuche noch immer, dem Internet die Instrumente der klassischen Werbung aufzudrücken.

Anzeigenfriedhöfe

"Mit Print- und TV-Werbung haben wir gelernt umzugehen, aufgrund der rasanten Änderungen im Online-Bereich hinken wir hier hinterher", so Alfred Koblinger, Geschäftsführer von Palla, Koblinger_Proximity. Für ihn sei das Internet das ideale Medium Zielgruppen zu umwerben, Probleme gebe es hingegen, Produkte zu bewerben, er kritisiert vor allem die "Anzeigenfriedhöfe", die auf Websites bei weitem ausgeprägter seien als im Print-Bereich.

"Trash gibt’s überall"

"Trash gibt's überall, auch im TV", kontert Hansjörg Zimmermann, Gesellschafter der in München ansässigen Online-Agentur die argonauten, "es gelingt aber teilweise nicht, Werbebotschaften im Online-Bereich genauso kreativ umzusetzen wie in der klassischen Werbung". Genau hier sieht FCBi-Geschäftsführer Bernd Fliesser eine Chance und Herauforderung für Kreative und plädiert dafür, das Internet als spannende Spielwiese und die Gestaltung von Online-Werbung als Lernprozess zu sehen.

Online-Werbung in die Mediaplanung einbeziehen

Alexander Mitteräcker, Vorstand von derStandard.at, sieht die zentrale Aufgabe einer Agentur darin, im Interesse des Kunden die werblichen Maßnahmen möglichst effizient zu gestalten.

Internetmedien hätten in vielen Fällen hinsichtlich der Reichweite ihre klassischen Pendants erreicht, wenn nicht sogar übertroffen, und seien für entscheidende Zielgruppen zur primären Informationsquelle geworden. Das Internet müsse somit in der Mediaplanung den Stellenwert bekommen, den es im Medienkonsumverhalten bereits hat. (ae)

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    foto: photodisc
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