"Die Waffen nieder!"

30. März 2003, 17:13
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Frauen(organisationen), die gegen Militarismus und Krieg und deren schreckliche Folgen eintraten und -treten

Am Anfang der feministischen Friedensbewegung in Europa stand mit Bertha von Suttner, österreichische Schriftstellerin, eine starke Frau. 1892 gründete sie mit Alfred Fried (bezeichnender Name) die Deutsche Friedensgesellschaft; dafür erhielt sie 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis. 1914 formierte sich innerhalb der Deutschen Friedensgesellschaft der Frauenbund und 1915 fand der erste Internationale Frauenfriedenskongreß in Den Haagstatt, aus dem die Gründung des Internationalen Frauenausschusses für dauernden Frieden resulierte.

Suttner folgeten bislang nur wenige Frauen als Friedensnobelpreisträgerinnen nach:
1931 Jane Addams (1860 - 1935), Schriftstellerin, Sozialarbeiterin
1946 Emily Green Balch (1867 - 1961), Professorin für Ökonomie
1976 Betty Williams (1944) und Mairead Corrigan (1943), Nordirland, Initiatorinnen der "Peace People"
1979 Mutter Theresa (1910 - 1997) geb. in Skopje, Missionarin der Nächstenliebe in Kalkutta
1982 Alva Myrdal (1902 - 1986), Schweden, u.a. Abrüstungsverhandlungen und Friedensforschung
1991 Aung Saan Suu Kyi (1945), Burma
1992 Rigoberta Menchu (1956) Guatemala, Rechte der indigenen Völker, ethnisch-kulturelle Versöhnung
1997 Jody Williams (1951) USA, Bewegung gegen Landminen

Bekannte Frauenfriedensgruppierungen

Die Frauen mit den weissen Kopftüchern, die "Frauen von der Plaza de Mayo" wurden als die "Mütter der Verschwundenen" zum Symbol des Widerstands gegen die argentinische Militärdiktatur. Seit dem 30. April 1977 versammeln sich die Frauen mit den charakteristischen weißen Tüchern jede Woche auf dem Platz, um auf das ungelöste Schicksal ihrer Söhne und Töchter aufmerksam zu machen. Von 1976 bis zur Wiederherstellung der Demokratie im Jahre 1983 verschwanden in Argentinien mindestens 8.900 Menschen. Menschenrechtsgruppen sprechen sogar von bis zu 30.000 Vermissten. Von vielen ist das Schicksal bis heute ungeklärt.
Mehrfach wurde die Gruppe für den Friedensnobelpreis nominiert.

Gegen den Tschetschenienkrieg

Russische Soldatenmütter gründeten zur Selbsthilfe 1989 das "Komitee der Soldatenmütter". Durch ihre Aktionen gegen den Tschetschenienkrieg wie die unablässigen Demonstrationen oder dem Heimholen ihrer Soldatensöhne aus dem sinnlosen Krieg sind sie bei russischen Offizieren als "Wehrkraftzersetzerinnen" verschrieen. 1996 erhielt das Komitee der Soldatenmütter den alternativen Nobelpreis.

"Women in Black" (Frauen in Schwarz)

ist "keine Bewegung, das ist eine Aktion. Das ist Symbol. Die Kraft dieser Aktion liegt nicht in der politischen Aussage, sondern in der Symbolisierung eines neuen Zustandes, in dem Widerstand ein ganz wichtiger Faktor ist... Von 1982 bis heute entstand in Israel eine Kultur des Widerstandes, geführt von Frauen.
......80 Prozent der aktiven Kräfte in der Friedensbewegung sind Frauen. Die Männer sind immer da, wenn die Medien kommen. Wenn es um einen Artikel für die Zeitung oder darum geht, im Fernsehen ein Interview zu geben, das machen sie... Wenn es um Aktionen geht, dann sind es die Frauen. Immer! Wir Frauen in Schwarz sind gegen den Krieg und gegen alle Kriege. Wir stehen da nicht als Opfer, aber auch nicht als Täter. Aber durch das Stehen im Zentrum von Jerusalem begreifen wir uns auch langsam als Opfer dieses Krieges, ein Prozess, der sehr bedeutsam war.... und wir begriffen, daß wir nicht Israeli gegen Palästinenser, sondern daß da zwei andere Lager stehen: das Lager des Friedens und der Friedenssuchenden und das Lager derjenigen auf beiden Seiten, die gegen den Frieden sind." (Dr. Rachel Freudenthal, Israel)(red)

  • Artikelbild
    plakat: www.onb.ac.at
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