Fakten zum lebensgefährlichen SARS-Virus

1. April 2003, 17:51
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1.700 Menschen infiziert - weltweit 62 Menschen gestorben

Hong Kong – Der lebensgefährliche Lungenvirus SARS hat bisher 62 Menschen getötet, davon 15 in Hongkong und vier in Singapur. Mehr als 1.700 Personen sind weltweit infiziert, vor allem in asiatischen Ländern. Am Dienstag wurde erstmals bei einem Patienten in Deutschland das Virus nachgewiesen. Im folgenden sind die wichtigsten Fakten und Fragen zu SARS nach Expertenangaben zusammen gefasst.

Jahre für den Impfstoff

Bei dem Schweren Akuten Atemwegs-Syndrom (SARS) handelt es sich Wissenschaftlern zufolge um eine atypische Form von Lungenentzündung. Die SARS wird von einem bisher unbekannten Erreger hervorgerufen, der der Familie der herkömmlichen Grippe-Viren angehört.

Experten zufolge ist noch viel Laborarbeit erforderlich, um Genaueres über den Erreger sagen zu können. Die Entwicklung eines Impfstoffes kann Jahre dauern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Anzeichen, dass SARS in Verbindung zum Bioterrorismus steht.

Inkubationszeit

Hohes Fieber, trockener Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden sind nach WHO-Angaben die Hauptsymptome von SARS. Kopfschmerzen, Muskelsteifheit, Appetitlosigkeit, Durchfall und Verwirrungszustände gelten als weitere Anzeichen einer Infektion.

Veränderungen des Brust-Röntgenbildes ähnlich wie bei Lungenentzündungen wurden ebenfalls beobachtet. Medizinern zufolge liegt die Inkubationszeit zwischen zwei und sieben Tagen, bevor Patienten der Grippe ähnliche Symptome zeigen.

Lebensbedrohlich

Das Virus ist lebensbedrohlich. Die Sterblichkeitsrate nach einer Infektion wird auf drei bis fünf Prozent geschätzt. Der Zustand der Infizierten verschlechtert sich sehr schnell binnen fünf Tagen.

Derzeit gibt es keine speziellen Mittel gegen SARS. Ärzte verabreichen häufig das Anti-Viren-Medikament Ribavirin sowie Steroide. Bei frühzeitiger Behandlung können die meisten Patienten mit gesundem Immunsystem wieder genesen. Die Infizierten werden unter Quarantäne behandelt, um den Kontakt zu anderen Personen zu vermeiden.

Tröpfcheninfektion

Der WHO zufolge verbreitet sich das SARS-Virus über die so genannte Tröpfcheninfektion. Personen können sich beispielsweise über den Husten von Infizierten in einem Umkreis von rund einem Meter anstecken. Daneben kann das Virus auch indirekt übertragen werden – etwa über infizierte Gegenstände, da es drei bis sechs Stunden außerhalb des menschlichen Körpers überlebt.

Mediziner schließen zudem nicht aus, dass sich der Erreger über die Luft übertragen kann. Das Infektionsrisiko wäre dann deutlich größer als angenommen.

Schutzmaßnahmen

Die weltweit hohe Reisetätigkeit erhöht Experten zufolge die Verbreitung des Virus'. Die Ansteckungsgefahr kann jedoch durch Schutzmaßnahmen wie Filter-Masken, Kopfbedeckungen und Handschuhe verringert werden. Durch eine Reinigungslösung aus Wasser und gewöhnlichem Putzmittel lässt sich der Erreger unschädlich machen.

Die WHO hat keine Einschränkungen der Reisetätigkeit empfohlen. Reisende sollten sich jedoch über die Symptome von SARS informieren. Bei einem Ansteckungsverdacht etwa nach Reisen in betroffene Gebiete sollte ein Arzt aufgesucht werden. (APA/Reuters)

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    SARS-Verdächtige unter Quarantäne gestellt.

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