Rapid schlitterte in Debakel

22. Oktober 2009, 23:17
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Deftige Watsche für den Vizemeister in Tel Aviv: Hütteldorfer zeigten nach zunächst ausgeglichenem Spiel Auflösungserscheinungen und unterlagen 1:5

Tel Aviv - Österreichs Fußball-Vizemeister Rapid Wien ist nicht mehr Tabellenführer der Europa-League-Gruppe C: Die Hütteldorfer schlitterten am Donnerstagabend bei Hapoel Tel Aviv in ein deutliches 1:5-(1:1)-Debakel und fielen damit auf den dritten Rang zurück, da der Hamburger SV im Parallelspiel in Glasgow gegen Celtic einen 1:0-Sieg feierte.

Rapid in zweiter Hälfte völlig von der Rolle

Rapid-Kapitän Steffen Hofmann hatte zwar aus einem Freistoß den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgt (32.), doch ein Eigentor von Andreas Dober (30.) sowie Treffer von Menteschaschwili (54.), Shechter (59.), Vermouth (69.) und Lala (90.) sorgten für den hochverdienten Triumph der Gastgeber, die in der zweiten Hälfte den rot-weiß-roten Rekordchampion förmlich an die Wand spielten. Die Israeli hatten bereits im Auftaktmatch einen 2:1-Heimsieg über Celtic Glasgow gefeiert.

Rapid startete mit einer relativ überraschenden Aufstellung. Trimmel gab nach seiner Oberschenkelverletzung Anfang September sein Comeback am rechten Flügel, Kavlak rückte deshalb auf die linke Außenposition im Mittelfeld. Vor der Abwehr spielte Pehlivan, während Boskovic als Ersatz für Heikkinen mit Rapid-Regisseur Hofmann praktisch auf einer Linie und damit viel offensiver als der verletzte Finne spielte. Vorne agierte Jelavic als Solospitze.

Pech für Jelavic

Gleich in der ersten Minute fanden die Wiener eine Topchance vor, doch ein Kopfball von Boskovic nach Hofmann-Freistoß landete knapp neben dem Tor. Auch Hapoel spielte munter drauf los und gab durch den pfeilschnellen israelischen Teamstürmer Shechter aus 18 Metern den ersten Warnschuss auf das Gehäuse von Payer ab (9.). In Minute 16 hatte Jelavic nach einer Boskovic-Flanke die Führung auf dem Fuß: Der Kroate stoppte sich den Ball vorbildlich, doch sein Flachschuss ins kurze Eck wurde von Tormann Enyeama mit den Fingerspitzen noch an die Stange gelenkt.

So durften nach einer knappen halben Stunde die feldüberlegenen Gastgeber die Führung bejubeln: Shechter trat auf der linken Seite unwiderstehlich an, und seinen Stanglpass beförderte Rapid-Verteidiger Dober ins eigene Tor (30.). Die Freude über das 1:0 währte aber nur knapp 90 Sekunden. Wie schon beim 3:0-Heimsieg über den HSV ging ein Hofmann-Freistoß an Freund und Feind vorbei und landete im Tor (32.). In dieser flotten Tonart ging es gleich weiter, denn postwendend köpfelte Da Silva aus kurzer Distanz Payer an (33.). Wieder nur eine Minute später landete ein Jelavic-Kopfball nach Freistoßflanke von Hofmann an der Innenstange (34.).

Enormer Hapoel-Druck

Nach dem Wechsel geriet Rapid dann unter Dauerdruck und dadurch erneut in Rückstand: Menteschaschwili zog aus 30 Metern ab und traf mit einem Tausendguldenschuss zur verdienten 2:1-Führung, auch weil Payer durch Patocka, der sich im letzten Moment wegdrehte, die Sicht verstellt war (54.). Nur knappe fünf Minuten später fiel die Vorentscheidung: Bei einem schnellen Konter nach einem Rapid-Corner traf Shechter mit einem platzierten Schuss vom Sechzehner zum 3:1 und krönte damit seine starke Leistung (59.).

Durch diesen Rückstand war Rapid-Coach Peter Pacult zum Handeln gezwungen und setzte alles auf eine Karte, indem er die Viererkette auflöste und Salihi für Dober brachte (66.). Doch dieses Risiko mit sechs Offensivleuten wurde nicht belohnt, sondern bestraft, Vermouth erhöhte auf 4:1  (69.). Nach diesem Treffer stellte Pacult erneut um, brachte Jovanovic für Boskovic (71.) sowie Kulovits für Trimmel (73.), um ein Debakel zu vermeiden. Payer verhinderte zwar mit Glück im 1:1-Duell mit dem eingewechselten Lala ein weiteres Gegentor (82.), doch in der 90. Minute machte es der Joker besser und besorgte den Endstand. Am 5. November hat Rapid im Heimspiel die Chance zur Revanche. (APA/red)

Europa League/Gruppe C/3. Runde:
Hapoel Tel Aviv - SK Rapid 5:1 (1:1). Bloomfield Stadium, 10.000, SR Kristinn Jakobsson (ISL).

Torfolge:
1:0 (30.) Dober (Eigentor)
1:1 (32.) Hofmann (Freistoß)
2:1 (54.) Menteschaschwili
3:1 (59.) Shechter
4:1 (69.) Vermouth
5:1 (90.) Lala

Hapoel: Enyeama - Bondarv, Da Silva, Yadin, Ben Dayan - Vermouth, Natcho, Menteschaschwili, Vucicevic (82. Zehavi) - Yeboah (77. Lala), Shechter (87. Mare)

Rapid: Payer - Dober (66. Salihi), Patocka, Soma, Katzer - Pehlivan - Trimmel (73. Kulovits), Hofmann, Boskovic (71. Jovanovic), Kavlak - Jelavic

Gelbe Karten: Yeboah, Menteschaschwili, Vermouth bzw. keine

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    Hapoel hatte Spaß mit Rapid.

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    Jede Menge Action im Spiel.

  • Spitzentanz mit Steffen Hofmann und Zurab Mentashvil.
    foto: epa/ wolberg

    Spitzentanz mit Steffen Hofmann und Zurab Mentashvil.

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