Gregorio Alvarez wegen Totschlags in 37 Fällen belangt
Montevideo - Der frühere Diktator Uruguays, Gregorio
Alvarez, ist wegen Totschlags in 37 Fällen zu 25 Jahren Haft
verurteilt worden. Das sagte ein Anklagevertreter in der Hauptstadt
Montevideo am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der ebenfalls
angeklagte frühere Marineoffizier Juan Carlos Larcebau wurde demnach
wegen Totschlags in 29 Fällen zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Bereits im Dezember 2007 war Alvarez, der zwischen 1981 und 1985
in dem südamerikanischen Land herrschte, wegen des "Verschwindens"
politischer Gefangener zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Vor
einem Jahr entschied ein Berufungsgericht, die Anklagepunkte müssten
in Totschlag umgewandelt und neu verhandelt werden.
Während der gesamten Zeit der Diktatur von 1973 bis 1985
verschwanden nach Angaben einer Regierungskommission in Uruguay mehr
als 230 Menschen, etwa 40.000 Menschen wurden demnach gefoltert. Am
Sonntag wird in Uruguay in einer Volksabstimmung darüber entschieden,
ob ein Amnestiegesetz von 1986 abgeschafft wird, das die
Strafverfolgung von Verbrechen aus der Junta-Zeit behindert. (APA)