Beeindruckende Aufholjagd der Austria

22. Oktober 2009, 21:26
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Pizarro brachte Bremen 2:0 in Front, doch dann drehten die Violetten auf und kamen trotz eines nicht gegebenen regulären Tores zum verdienten Ausgleich

Wien - Die Austria hat am Donnerstag in der Europa League mit einer eindrucksvollen Aufholjagd ein 2:2 (0:1)-Heimremis gegen Werder Bremen erobert. Am dritten Spieltag der Gruppe L lagen die Wiener nach einem Pizarro-Doppelpack (19., 63.) bereits 0:2 zurück, doch Sulimani (73.) und Schumacher (87.) sorgten im ausverkauften Horr-Stadion noch für den umjubelten Punktgewinn. Damit hat die Austria auch ihre Heimserie gerettet, die Wiener sind im Horr-Stadion seit 2.11.2008 (1:3 gegen Sturm Graz) und somit 20 Partien unbesiegt.

Die kleine Chance lebt

Für die Austria war es nach dem 1:1 daheim gegen Nacional Funchal der zweite Punkt, der dem ÖFB-Cupsieger zumindest die kleine Chance auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale am Leben hält. Am vierten Spieltag gastieren die Austrianer am 5.11. in Bremen.

Die Bremer traten trotz der komfortablen Tabellenführung mit dem ersten Anzug in Wien an und präsentierten von Beginn weg jene Qualitäten, dank derer sie seit mittlerweile 14 Pflichtspielen ungeschlagen sind. Defensiv souverän, ruhig im Spielaufbau und körperlich meist überlegen warteten die Gäste auf ihre Chance und nutzten gleich die erste.

Pizarro zur Stelle

Nach Freistoß von Özil setzte sich Pizarro im Kopfballduell gegen Bak durch und stellte auf 1:0 (19.). Die Austria, bei der Innenverteidiger Dragovic rechtzeitig fit wurde, brachte ohne ihre verletzten Topstürmer Okotie und Jun abgesehen von einem Acimovic-Freistoß (10.) lange Zeit wenig Gefährliches zustande.

Die beste Phase hatten die Wiener nach rund einer halben Stunde. Vor allem, weil Spielgestalter Acimovic die Arbeit aufnahm. Bei einem Corner des Slowenen musste sich Werder-Goalie Wiese erstmals beweisen (29.), nach Acimovic-Flanke verfehlte Ortlechner den Ball mit dem Kopf knapp (29.) und ebenfalls nach Acimovic-Pass wurde Standfest im letzten Moment von Naldo gestoppt (32.).

Almer im Mittelpunkt

Auf der anderen Seite blieb Werder im Konter und bei Standards gefährlich, bei einem Mertesacker-Kopfball rettete die linke Stange (37.) und bei zwei Schüssen von Hunt war Almer, der den verletzten Einsergoalie Safar gut vertrat, auf dem Posten (36., 42.). Auch unmittelbar nach dem Wechsel stand Almer bei Schüssen von Marin (48.) und Bargfrede (50.) im Mittelpunkt.

Fatale Fehlentscheidung

Doch dann starteten die Hausherren zu ihrem zweiten Zwischensprint, der eigentlich durch den Ausgleich hätte gekrönt werden müssen. Denn der italienische Referee Tagliavento gab ein reguläres Junuzovic-Tor nicht (55.). Tagliavento übersah, dass das "Zuspiel" nicht von Klein, sondern von Frings kam und gab deshalb fälschlicherweise Abseits.

Katastrophaler Bak-Bock

Statt des 1:1 gab es das 0:2. Nach schwer missglückter Kopfball-Rückgabe von Bak umkurvte Pizarro den chancenlosen Almer und schoss ein (63.). Für den Peruaner waren es - Liga und Europa League zusammengerechnet - bereits die Treffer zehn und elf der noch jungen Saison.

Sulimani verkürzte nach Doppelpass mit Schumacher mit einem strammen Schuss knapp außerhalb des Strafraums noch auf 1:2 (73.) und zündete damit noch einmal die Stimmung im Horr-Stadion an. Der aufgrund des großen Kampfgeists nicht unverdiente Ausgleich zum 2:2 gelang schließlich in der 87. Minute, nach Flanke von Sulimani drückte der eingewechselte Schumacher per Kopf ein. (APA)

Europa-League - Gruppe L/3. Runde:
FK Austria Wien - SV Werder Bremen 2:2 (0:1). Wien, Franz Horr Stadion, 11.000 (ausverkauft), SR Paolo Tagliavento/ITA.

Tore:
0:1 (19.) Pizarro
0:2 (63.) Pizarro
1:2 (73.) Sulimani
2:2 (87.) Schumacher

Austria: Almer - Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner - Klein (64. Schumacher), Baumgartlinger (84. Hattenberger), E. Sulimani - Junuzovic, Acimovic - Diabang

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Bargfrede (64. Borowski), Hunt - Özil - Pizarro, Marin (59. Rosenberg) Gelbe Karten: Keine bzw. Hunt, Boenisch, Mertesacker, Rosenberg

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    Austrias Joker stach: Schumacher besorgte in den letzten Spielminuten den Ausgleich.

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    Standfest vs Naldo (li). Die Veilchen kamen nach einer eher durchwachsenen ersten Hälfte am Ende immer besser in Schwung.

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