Treffen Hahn-Rektoren zu "Ad-hoc-Problemen"

22. Oktober 2009 19:49

Rektoren hoffen auf Studienplatzfinanzierung, Hahn auf Einlenken der SPÖ bei Studiengebühren

Wien - "Kurzfristige Kapazitätserweiterungen bei einzelnen Lehrveranstaltungen", ansonsten "Warteschlangen" - so werden die Universitäten nach Angaben von Rektoren-Chef Christoph Badelt in den überlaufenen Studienrichtungen über das Wintersemester kommen. Erst dann kann in einzelnen Studienrichtungen der "Notfallparagraf" 124 b zur Anwendung kommen, der es den Unis erlaubt, die Zahl der Studienplätze zu beschränken. Die Lösung dieser "Ad-Hoc-Probleme" wurde am Donnerstag Abend bei einem Treffen von Wissenschaftsminister Johannes Hahn mit den Rektoren besprochen.

Gleichzeitig hätten die Rektoren aber auch auf das "Grundsatzproblem" hingewiesen, nämlich dass es keine Studienplatzfinanzierung gebe, so Badelt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hahn. Bei einer solchen werden vom Staat Ausbildungskapazitäten an den Unis und deren entsprechende Finanzierung festgelegt (mit oder ohne Studiengebühren). Wenn kurzfristig keine ausreichenden Kapazitäten festgelegt und finanziert werden könnten, müssten die Unis eben zu Auswahlverfahren greifen, so Badelt. Unter den für eine Beschränkung laut Notfallparagraf nötigen "unzumutbaren Studienbedingungen" versteht er jedenfalls, "wenn Leute keinen Sitzplatz finden" oder "ein Professor auf 320 Studenten kommt".

Einladung an die Unis

Hahn wies mit Blick auf Studiengebühren und Platzbeschränkungen darauf hin, dass "Instrumente, die in anderen Ländern gang und gäbe sind", auch in Österreich anwendbar sein sollten. Ansonsten würden "Inbalancen" entstehen. Er habe die Unis eingeladen, vom "Notfallparagrafen" Gebrauch zu machen. Derzeit sei klar, dass es Anträge auf Platzbeschränkungen in der Publizistik sowie den Wirtschaftswissenschaften geben werde. Er gehe aber davon aus, dass noch weitere Ansuchen an die Regierung gestellt werden. In den nächsten Wochen seien die Unis am Zug.

Nicht aufgegeben hat Hahn die Hoffnung, die SPÖ von der Nötigkeit von Studiengebühren bzw. Platzbeschränkungen zu überzeugen. Dies sei zwar "momentan nicht realistisch" - die Faktenlage sei aber eindeutig, wenn man internationale Studien ansehe oder Experten befrage. Der Diskurs über diese Fragen werde noch in dieser Legislaturperiode "unvermeidlich" sein: "Die SPÖ wird sich aus dieser Diskussion nicht heraushalten können und auch nicht wollen".

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20 Postings
Melanie Madner
23.10.2009 17:09
Kollektives

Nachsitzen im Audimax wegen mangelnder Sicherheit in der deutschen Rechtschreibung?

Dr. Kürsten
23.10.2009 15:25
Gibt´s in diesem Forum irgendjemanden, der Universitäten im Ausland kennt?!

In England kosten Unis ca. 3500 Euro/Semester und haben natürlich Zugangsbeschränkungen.
Dafür bieten sie auch mehr. If you pay peanuts...
Und die "Reichen" schicken ihre Kinder ins Ausland, wie sie sie hier in Privatschulen stecken....

Van Emanuel
23.10.2009 14:37
anti-wissenschaftsminister hahn

der korrektheit halber!

011010110
23.10.2009 14:55
Einfallsloser Wissenschaftsminister

Klaus Botschen
23.10.2009 10:25
und wieder die alt-68er.

Haben es sich gut eingerichtet, sich stattliche Pensionen "erarbeitet" und den nachfolgenden Generationen ein Disaster hinterlassen. Wer, bitte, wird denn nun die Schulden bezahlen, die unsere alt-68er mit den Bankenrettungspaketen generiert haben? Das werden die machen, die jetzt an den Unis studieren. Darum: freie und höchstmögliche Bildung für alle, die das wollen. Die Finanzkrise hat genug gekostet, es wird Zeit, in die nächsten Generationen zu investieren, die das Chaos aufräumen müssen!

haarspalter
23.10.2009 09:47

"inbalancen"?
"nötigkeit"?

Mihilist
 
23.10.2009 07:28
Krise

Unglaublich, dass diese Leute studiert haben sollen. Probleme werden nicht eingegrenzt und gelöst, sondern unter den Teppich gekehrt. Die Bildungskrise wird uns mehr kosten als die Wirtschaftskrise.

myname471
23.10.2009 03:58
Hahn mit eigener Karriere beschäftigt

Kaum Zeit für wirkliche Uniprobleme oder so. Bürgermeister, EU Kommissar, oder ÖVP...

byron sully
23.10.2009 01:58
herr hahn,

sie haben leider mittlerweile das gehrer-niveau erreicht. und das ist nicht als lob gemeint, sondern als das genaue gegenteil davon.

pyfex
22.10.2009 23:02
Wurzel

Es ist anscheinend für den Plagiatsminister schwer zu begreifen, dass die steigenden Studentenzahlen nichts mit den Studiengebühren zu tun haben. Vielleicht nehmen sie durch eine Wiedereinführung wieder ab (worauf ich aber nicht wetten würde). Aber spätestens ein Semester später werden sie wieder steigen. Also es wäre an der Zeit das Problem an der Wurzel zu bekämpfen.

shangl
23.10.2009 12:49
und pro studienplatz...

...der dazukommt, würde es wenigstens etwas mehr geld geben ;)

Veronika Lenz
22.10.2009 21:37
Der hahn kräht immer gleich fad

das sieht dem Hahn ähnlich, der kräht immer gleich fad-
das bummerl bleibt immer den Unis, den Studenten

Karl Heiden
22.10.2009 21:06

Die Studienplatzfinanzierung wurde in der vergangenen Woche bei einer Konferenz des Professorenverbandes in Innsbruck diskutiert. Anwesend waren auch Rektoren aus der Schweiz und aus Deutschland. Vorbild für diese Art der Finanzierung ist die Uni zu Köln, deren Rektor darüber referierte.

Manfred Rott
 
22.10.2009 20:31
Reiche statt Studenten besteuern

wie wärs mit der Wiedereinführung von Vermögens- und Erbschaftssteur, mit einer Grundsteuer etc. Alles Steuern die es nicht mehr oder kaum mehr gibt und die man absolut nicht erhöhen will. Mit diesem Geld könnte der Staat seiner Verpflichtung nachkommen: jedem nach seinem Talenten und Fähigkeiten, egal aus welcher Sozialer Schicht, eine bestmögliche Ausbildung zu gewähren. Zum Nutzen der Einzelnen und des Gesamtwesens.

Animation
 
25.10.2009 21:38

grundsteuer mit sinn.

grund in städten bzw bestimmten bezirken generell 10x höher besteuern als am land. und dort unter einer gewissen anzahl an m² garnet.ab einer bestimmten menge extrem rauf. schlößer gehören nicht in privatbesitz, so etwas muss so teuer sein, dass sie a an den bund geschenkt werden oder b dem bund eine MENGE geld einbringen.

die reichen solange schröpfen bis wieder alle auf gleich sind. wenn einer meint er muss sich über andere stellen sollen alle was davon haben!

Mihilist
 
23.10.2009 07:31

Die Besserverdiener - zum Großteil ehemalige Nutznießer der Universitäten - wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, dass sie besteuert werden. Damit bekommen die Unis auch von denen, die ihnen ihre Karriere verdanken, nichts zurück.

Schwalbe
23.10.2009 08:43

unnötige polarisierung.

hat es in der jüngsten vergangenheit überhaupt irgendeine regierung probiert, vermögenden schmackhaft zu machen, dass ihr geld zum beispiel im universitären bildungssystem allerbestens angelegt wäre???! oder hat überhaupt wer bewusstsein dafür gefordert, daß rendite nicht nur in €-beträgen zu rechen ist?

Gerhard Grabner
22.10.2009 20:10
Hahn

Hahn kommt mir vor wie ein Teddybär: jedesmal wenn man ihn drückt, sagt er "Studiengebühr".

unbedeutend
23.10.2009 01:07

Danke, das hat mir einen Lacher entlockt :-)

Datum, Uhrzeit:
22.10.2009 23:10
ein teddybär

- würde keine zitatfehler begehen

- und schaut auch besser aus ;)

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